Ann Sheridan

The Circle (2017)

FILM DER WOCHE:

USA 2017
Mit Emma Watson, Tom Hanks, Karen Gillan, Patton Oswalt, John Boyega, Ellar Coltrane, Bill Paxton, Glenne Headly u.a.
Drehbuch: James Ponsoldt und Dave Eggers nach dem Roman von Dave Eggers
Regie: James Ponsoldt
Musik: Danny Elfman
Der Kinostart des Films im deutschsprachigen Raum ist für September geplant.

„Beauty and the Beast“ zum zweiten. Diesmal bekommt es Emma Watson mit einem „Beast“ ganz anderer Art zu tun: Mit dem „Circle“, einem Google nachempfundenen Internet-Konzern, der sich mit rasender Geschwindigkeit weltweit ausbreitet und sich in den Privatleben der Menschen einnistet. Dave Eggers („Ein Hologramm für den König“) schrieb den gleichnamigen Roman, eine erschreckende Science-Fiction-Vision unserer nahen Zukunft, nun wurde er verfilmt.

Mae (Watson) wird von ihrer Freundin Annie (Gillan) in den Konzern eingeführt und kann bald ihren langweiligen Job in einer Versicherung gegen die aufregende Vorstellung eintauschen, Teil des „Circle“ zu sein. Mae arbeitet im dortigen Call-Center, wo sie im Akkord Kundenanfragen beantworten muss und dafür bewertet wird. Mit sanftem Druck wird sie dazu gepusht, ein möglichst hohes Ranking zu erzielen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt es ihr. Sie steigt auf.

Die Durchschnittsbewertung bei Filmseiten wie imdb.com erstaunt: The Circle ist um einiges besser, als die tiefe Punktezahl erwarten lässt. Es handelt sich hier um Science-Fiction, wie man sie heute kaum mehr kennt: Angesiedelt in einer unserer Zeit derart nahen Zukunft, dass äusserlich keinerlei Veränderungen sicht bar sind. Die Welt sieht aus, wie die unsere. Was da gezeigt wird, passiert jetzt. Die Auswirkungen könnte man morgen spüren. Oder übermorgen. Das ist die Botschaft von Ponsoldts Film.
Vielleicht kommt er so schlecht an, weil das Kinopublikum heute Science-Fiction mit Action, krachendem Soundtrack und geifernden Aliens assoziiert? Dabei impliziert der Begriff „Science“ eigentlich eher Besonnenheit, Ernsthaftigkeit. The Circle gibt dem Genrebegriff seine ursprüngliche Ernsthaftigkeit zurück, ohne freilich allzu wissenschaftlich zu werden.

Wissenschaftlich, oder zumindest fast wissenschaftlich mutet höchstens die Genauigkeit an, mit der Eggers und Ponsoldt die Mechanismen aufzeigen, die Konzerne wie Google immer mächtiger werden lassen. Einerseits ist da die Dummheit / Gedankenlosigkeit / der Herdentrieb der User – und da haben wir einen weiteren möglichen Grund für die Ablehnung des Films: Er hält uns den Spiegel vor – andereseits sind es subtile, perfide psychologische Personalführungs- und Verkaufs-Tricks, welche die Leute dahin bringen, wo sie sie hinhaben wollen. Beides geht eine Symbiose ein, beides bedingt sich gegenseitig, und das bringt der Film meisterhaft auf den Punkt. Jemand hat geschrieben, The Circle sei eigentlich ein Horrorfilm. Das hat was! Der Horror ist diese Symbiose – und die Tatsache, dass sie bereits geschehen ist: Die Konzerne haben sich in unseren Gehirnen eingenistet.

Sehr schön wird das ersichtlich in der Figur der Mae, eine nette, ambitionierte junge Frau mit leicht angeschlagenem Selbstbewusstsein. Sie beginnt ganz unten und ist stolz, Teil der Gemeinschaft sein zu dürfen, die sich in einem ringförmigen, campusartigen Firmensitz permanent selbst feiert, in zahlrreichen kostenlosen Aktivitäten endloses Vergnügen findet und darob die Aussenwelt kaum mehr wahrnimmt. Dieser Stolz treibt Mae dazu, immer besser werden zu wollen, sie nimmt die Firmenphilosophie in sich auf und am Ende ist sie es, die ohne jede böse Absicht, den Circle um ein weiteres „tool“ bereichert, jenes, das ihren Ex-Freund das Leben kosten wird. Mae denkt je länger je mehr genauso, wie die Firma dies möchte, nämlich in deren Gedankenmustern.

Es gibt in diesem Film keinen Bösewicht; oder, anders ausgedrückt: Niemand in diesem Film ist explizit böse. Es gibt zwei „Bösewichte“, beide sind aber eigentlich unglaublich nett und grosszügig. Tom Hanks und Patton Oswalt spielen sie hervorragend. Firmenboss Eamon Bailey (Hanks), ein hemdsärmlicher, kumpelhafter Typ, nimmt Mae unter seine Fittiche und formt sie nach seinem Gusto. Und sein Kompagnon Stenton (Oswalt) unterstützt ihn aus dem Hintergrund. Bailey und Stenton sind zudem die einzigen älteren Leute im „Circle“. Alle anderen, die Mitarbeiter sind jung. Bailey und Stenton sind die gerissenen Manipulatoren im Hintergrund. Dabei sind sie so nett, dass sich alle mit ihnen verbünden. Es ist nicht mal sicher, ob sie selber wissen, was sie mit ihrer Firma eigentlich anrichten.
Und da sind wir bei einem weiteren möglichen Rezeptions-Problem: In The Circle verschwimmen die Fronten. Das einfache Gut-Böse-Schema ist aufgehoben. Deshalb ist er nicht einfach zu konsumieren und erfordert einiges an gedanklicher Arbeit.

Romanautor Dave Eggers hat selbst am Drehbuch mitgewirkt – zum Glück. Als Film ist The Circle schlüssiger als das Buch. Episoden, die im Buch viel (auch überflüssigen) Raum einnehmen, sind hier aufs Wesentliche verknappt. Dass dabei nichts fehlt, ist das grosse Verdienst des Drehbuches. Als Film fährt das Gezeigte noch stärker ein als beim Lesen. Die gestylte, oberflächliche Party-Umgebung des „Circle“ gibt einiges an visuellem Schauwert her, und ich ertappte mich mehrmals dabei, dass ich dachte: „Genauso hatte ich mir das beim Lesen vorgestellt!“

Doch dann: Der Schluss!
Da weicht der Film plötzlich stark vom Buch ab; im Roman wird Mae selbst zum „Biest“, zum Monster. Für mich verliert der Roman dort stark an Glaubwürdigkeit. Es gelingt Eggers nicht, seine Identifikationsfigur glaubhaft in ihren eigenen „bösen Zwilling“ umzubiegen.
Der Film lässt den Figuren ihre Persönlichkeiten. Das ist stimmiger, doch es schwächt das Ende ab. Die Sequenz, in der Mae am Ende vor den versammelten „Circlern“ das Steuer herumreisst, ist zwar absolut schlüssig und gelungen; was dem aber folgt, die nimmt der Hauptkritik des Films – Totalverlust der Privatsphäre – ihren Schwung, weil Ponsoldt nun plötzlich die Vorteile der „neuen Öffentlichkeit“ fokussiert (jedenfalls bekommt man diesen Eindruck): Dubiose Firmen können so nicht mehr betrügen.

Am Ende sieht man eine mosaikartig sich auflösende „schöne neue Welt“, die sich aus tausenden von beobachteten Individuen zusammensetzt. Dieser Schluss bleibt auf den ersten Blick rätselhaft. Allerdings sollte man genau überlegen, was Ponsoldt da sagen will. Das Bild von einer glücklichen, im Meer dümpelnden und von drei um sie herumschwirrenden Drohnen beobachteten Mae entpuppt sich als „Fernsehbild“, es wird immer kleiner, daneben und darüber reihen sich weitere Fernsehbilder von Menschen, Plätzen und Räumen, die immer kleiner und immer mehr werden, bis Mae nicht mehr zu erkennen ist. Das Individuum verschwindet, löst sich quasi auf im Meer der Informationen.
The Circle macht trotz einiger Abstriche deutlich – und lässt keinen Zweifel darüber – wo die Gefahren der Zukunft liegen. Der nächsten Zukunft.

Die Regie: 8 / 10
Das Drehbuch: 10 / 10
Die Schauspieler: 10 / 10
Die Filmmusik: 8 / 10
Gesamtnote: 9 / 10

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Kurzkritiken

LOST HIGHWAY
USA 1997
Mit Bill Pullman, Patricia Arquette, Balthazar Getty, Robert Loggia, Gary Busey u.a.
Drehbuch: David Lynch und Barry Gifford
Regie: David Lynch
Musik: Angelo Badalamenti
Inszenatorisch ist dies ganz klar der stärkste Film der drei diese Woche besprochenen – ein unverwechselbarer „Lynch“. Leider fällt der Inhalt dagegen derart ab, dass ein krasses Gefälle entsteht. Was Lynch uns da auftischt, ist zwar vom ersten Moment an packend, doch leider auch komplett selbstzweckhaft. Ich kann in Lost Highway inhaltlich nichts entdecken, womit ich etwas anfangen könnte. Die Zeitebenen sind derart verschachtelt, dass eine schlüssige „Entschachtelung“ gar nicht möglich ist. Die Figuren machen Wandlungen durch – auch äusserliche – die nicht nachzuvollziehen sind. Und die Handlung irrlichtert auf etwas zu, von dem man ein schlüssiges Ende erhofft, das aber nie eintritt. Am Ende beisst sich die Katze in den Schwanz – nur: welche Katze? Und welcher Schwanz?
Lost Highway war Lynchs nächster Langfilm nach Fire Walk With Me, der den vorläufigen Abschluss (eigentlich Vorlauf) der Twin Peaks-Serie bildete. Auch hier geht es wieder um „das Böse“, das auf unheimliche Art und Weise Gestalt annimmt und die Gesetze der Logik und der Natur ausser Kraft setzt. Allerdings führt das alles zu nichts. Der Film ist künstlerisch zwar höchst eigenwillig, originell und anspruchsvoll, doch er ist auch kryptisch und letztlich leer.
Fred, ein Saxophonspieler (Pullman) bekommt Videotapes zugespielt, die nachts in seiner Wohnung aufgenommen worden sind – während er und seine Freundin (Arquette) schliefen. Die Polizei wird eingeschaltet, die Lage spitzt sich zu, der Saxophonist scheint verrückt zu sein, und schliesslich wird er verhaftet, weil er seine Freundin umgebracht hat. Im Gefängnis mutiert er plötzlich zu einer anderen Person, dem Mechaniker Pete (Getty), eine ganz andere Geschichte beginnt. Doch immer wieder scheinen Echos der ursprünglichen Handlung auf, bis die beiden Stränge zusammenkommen. Das managt Lynch meisterhaft und spannend – doch er dreht sich mit seinen immer gleichen Obsessionen im Kreis.
Die Regie: 10 / 10
Das Drehbuch: 5 / 10
Die Schauspieler: 8 / 10
Die Filmmusik: 10 / 10
Gesamtnote: 8,5 / 10

SILVER RIVER
(dt.: Der Herr der Silberminen)
USA 1948
Mit Errol Flynn, Ann Sheridan, Thomas Mitchell,
Drehbuch: Stephen Longstreet und Harriet Frank Jr. nach einem Roman von Stephen Longstreet
Regie: Raoul Walsh
Musik: Max Steiner
Der vergessene Film der Woche
1951 kam dieses heute vergessene Western-Drama auch im deutschsprachigen Raum in die Kinos. Errol Flynn war halt ein Kassenmagnet. Möglicherweise fiel der Film dann gerade wegen ihm durch, respektive wegen der Rolle, die er darin verkörpert. Diese unterscheidet sich erheblich von jener des strahlenden Helden, auf die Flynn bis dahin abonniert war und in der das Publikum ihn sehen wollte. In Silver River tritt er als selbstherrlicher Spieler auf, der ins Minen-Geschäft einsteigt und damit ein Vermögen macht – nicht zuletzt, indem er seinen Compagnon mit einer Finte in den Tod schickt. Als er dessen Witwe heiratet (sein heimliches Ziel), hat er den Tiefpunkt in der Publikumsgunst erreicht. Trotzdem wird ihm am Ende – praktisch in letzter Minute – eine Läuterung auf den Leib geschrieben, welche die Zuschauer in ein Happyend entlässt, die aber komplett unglaubwürdig wirkt.
Silver River ist das Psychogramm eines Egomanen, und als solches funktioniert er die meiste Zeit hervorragend. Und: Flynn überzeugt als zwieliechtiger Charakter schauspielerisch auf ganzer Länge! Trotz erheblicher Probleme am Set (Flynn und sein Co-Star Ann Sheridan guckten zum Leidwesen des Regisseurs regelmässig zu tief in die Flasche) ist Silver River schauspielerisch überraschend packend. Auch Drehbuch und Regie tragen einiges dazu bei, dass der Film packt und überzeugt. Leider erlaubt sich das Drehbuch einige grobe Schnitzer – das Filmende ist einer davon. Es wirkt wie ein erzwungener Alternativschluss. Ob der von Beginn weg so vorgesehen war und wie das eventuelle ursprüngliche Filmende ausgesehen hat, bleibt ein Rätsel.
Die Regie: 8 / 10
Das Drehbuch: 7 / 10
Die Schauspieler: 10 / 10
Die Filmmusik: 7 / 10
Gesamtnote: 8 / 10

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Vorschau

Die folgenden drei Filme werden im nächsten Blog-Beitrag vorgestellt. Einer davon wird zum „Film der Woche“ gekürt…

The Wild Bunch (dt.: The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz; USA 1969)

Whip It (dt.: Roller Girl – Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg; USA 2009)

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Kings Row, 1942

KINGS ROW
USA 1942
Mit Robert Cummings, Ronald Reagan, Ann Sheridan, Betty Field, Claude Rains u.a.
Drehbuch: Casey Robinson nach dem Roman von Henry Bellamann
Regie: Sam Wood
Der Film war seit seiner Premiere 1942 nie im deutschsprachigen Raum zu sehen.

Manchmal staunt man.
Kings Row ist in den USA ein durchaus bekannter Klassiker. Bei uns ist der Film völlig unbekannt. Wie’s ausschaut, wurde er nicht mal im Fernsehen gezeigt. Dabei handelt es sich um ein beachtliches Werk, an dem respektable Künstler mitgewirkt hatten: William Cameron Menzies als Production Designer; Komponist Erich Wolfgang Korngold; Kameramann James Wong Howe; Casey Robinson (Captain Blood, Now, Voyager, The Snows of Kilimanjaro) schrieb das Drehbuch. Und Ronald Reagan bot darin seine wohl beste schauspielerische Leistung, an der Seite einer grossartigen Ann Sheridan.

Kings Row behandelt das Leben in einer amerikanischen Kleinstadt – allerdings nicht so, wie man es von einem Film der Vierzigerjahre erwartet! Obwohl er in schnuckeliger viktorianischer Bilderbuchromantik beginnt, legt er unter der Oberfläche der behaglichen Bürgeridylle langsam und unerwartet Themen wie Wahnsinn, Rache, Mord und Sadismus frei. Nicht erst David Lynch hat die Kleinstadt als Brutherd übelster gesellschaftlicher Fehlformen entdeckt.

Im Mittelpunkt von Kings Row stehen zwei Freunde (Robert Cummings und Ronald Reagan), an deren Werdegang sich das Kleinstadtleben spiegelt. Cummings gibt den werdenden Arzt, der dank seines Mentors (Claude Rains) die freud’sche Psychologie entdeckt, diese in Wien studiert und sie sodann nach Amerika bringt. Und Reagan ist der reiche Bruder Leichtfuss, der zunächst vom Geld seiner Familie lebt, dann einen tiefen sozialen Abstieg durchmacht, dank der Hilfe einer starken Frau aber immer wieder auf die Beine kommt. Bis er letztere auch noch verliert…


Dem Film liegt der gleichnamige Roman von  Henry Bellamann zugrunde, dessen Verfilmung die Verantwortlichen des «Production Code» verhindern wollten, weil er ihnen zu „subversiv“ war. Was schliesslich Eingang in den Film fand, ist zwar eine abgeschwächte Form der Vorlage, doch auch diese hatte (und hat) durchaus ihre Wirkung. Kings Row, eine Achterbahnfahrt der Gefühle, bleibt haften. Nicht nur dank der einprägsamen Filmmusik und der herrlichen Cinèmatografie. Vor allem die Leistungen Ann Sheridans, Betty Fields (als langsam dem Wahnsinn anheimfallende Arzttochter) und – jawohl! – Ronald Reagans beeindrucken.
Einer aber hat mich restlos verblüfft: Der «gute Onkel des US-Kinos», Charles Coburn, spielt hier ein menschliches Monstrum. So habe ich den gemütlich-verschrobenen Coburn noch nie gesehen. Bei seinen Auftritten läuft es einem kalt den Rücken herunter.

Kings Row war übrigens Ronald Reagans Lieblingsfilm. Er war so stolz auf das Werk, dass er es später, als Politiker und Präsident, bei privaten Anlässen und Empfängen immer wieder vor seinen Gästen abgespielt haben soll. Reagans erste Frau, Jane Wyman, soll Kings Row so richtig satt gehabt haben.
8 / 10

Kings Row ist in der Reihe Warner Archive Collection erschienen und bei amazon.co.uk zu relativ günstigen Versandkosten zu beziehen.

=> Die oben erwähnte DVD der Warner Archive Collection kann hier gekauft werden (Link führt zu meinem eBay-Angebot).

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Filmschnipsel:

DIE TRUMAN SHOW (Blu-ray)
USA 1998
Mit Jim Carey, Ed Harris, Laura Linney, Noah Emmerich u.a.
Drehbuch: Andrew Niccol
Regie: Peter Weir
Die “Truman Show“ ist eine innovative 24-Stunden-Reality-TV-Serie, initiiert und überwacht vom TV-Wunderkind Christof (Ed Harris). In dessen Mittelpunkt steht der amerikanische Normalbürger Truman Burbank (Jim Carey). Sämtliche Charaktere der Serie werden von Schauspielern verkörpert – bis auf Truman. Der ist als einziger echt. Truman wird im Glauben gelassen, er befinde sich in der realen Welt. Alles um ihn herum dient seiner Täuschung, der Aufrechterhaltung einer Schein-Welt: Der Mensch als Versuchskaninchen im gläsernen Medien-Käfig.
Doch eines Tages wird schöpft Truman Verdacht…
Drehbuchautor Andrew Niccol („Gattaca“) und Regisseur Peter Weir („Der Club der toten Dichter“) haben hiermit eine zündende und noch heute funktionierende Medien-Satire geschaffen, die mit hoher Originalität und viel Witz daherkommt, hinter denen aber eine gute Portion Ernst steckt. So erscheint der Serien-Schöpfer Christof als gottgleicher Schicksals-Verwalter, der im Lauf der Serie eine väterliche Beziehung zu seiner „Schöpfung“ entwickelt hat und „seinen“ Truman vor den Unbillden der Realität fernhalten will. Währenddessen spiegelt sich in Trumans Entwicklung die Emanzipation des Kindes von seinen Eltern, des Menschen in die innere Freiheit.
Das alles ist grandios umgesetzt, von den Darstellern bis zum leicht irrealen Production Design stimmt jedes Detail. Zudem macht der Film einfach Spass, er funktioniert sowohl als Gedankenexperiment wie auch als Satire auf das Kleinstadtleben und auf die Auswüchse der Unterhaltungsindustrie.
10 / 10


BUTCH CASSIDY UND SUNDANCE KID
(Blu-ray)
USA 1968
Mit Paul Newman, Robert Redford, Katharine Ross,
Drehbuch: William Goldman
Regie: George Roy Hill
Es ist immer wieder interessant, einen Filmklassiker mit kritischen Augen (wieder-) zu sehen. Verblüffend oft bleibt die Frage, was denn jetzt an dem so gut sein soll. So einmal mehr geschehen bei meiner Visionierung von dem allseits hoch gelobten „Butch Cassidy and the Sundance Kid“.
Ich war ziemlich enttäuscht. Nicht von den Schauspielern – die machen ihre Sache sehr gut (vor allem Redford, mal in einer Charakterrolle, überzeugt). Auch nicht von der Regie – Hill holt sichtlich das Beste heraus, indem er die Sache immer wieder ironisch bricht und uns immer wieder daran erinnert, dass wir im Kino sitzen.
Das Problem ist das Drehbuch. Genauer: Das Problem ist William Goldman!
Darf man gegen diesen von der europäischen Filmkritik heiliggesprochenen Autor überhaupt etwas sagen? Wieso nicht? Der Mann kann handwerklich schon was, jaja, aber auch nicht mehr als viele andere seiner Gilde. Aber seine Drehbücher bleiben für einen derart hoch gehandelten Künstler oft erschreckend oberflächlich. In „Butch Cassidy…“ wird dieser Umstand mit der Zeit zum Ärgernis. Was ist das Motiv hinter den Taten der zwei Banditen? Was macht ihre Freundschaft aus? Worin fusst ihrer beider Beziehung zu der von Katharine Ross gespielten Lehrerin? In Gleichgültigkeit? Freie Liebe im Wilden Westen? Oder was? Und wieso werden zwei Bankräuber, Gesetzbrecher, vom Drehbuch derart idealisiert? Was ist so bewundernswert an ihren feigen, für andere Menschen ruinösen Taten? Keine Ahnung. Der Film liefert keine Erklärung. „Man muss sie einfach gerne haben“!
Da spielt ganz stark die unreflektierte linke Ideologie der späten Sechzigerjahre hinein (der Rebell ist an sich edel, einfach weil er ausserhalb der Gesellschaft steht und die Gesellschaft eh‘ böse ist), und das wirkt heute seltsam deplatziert. Mir jedenfalls kam die geballte Oberflächlichkeit des Streifen total in die Quere.
Er ist solide – aber es gibt weitaus bessere Western!
6 / 10

Movie-Magazin 6: Einer weiss zuviel – 1950

WOMAN ON THE RUN
USA 1950
Mit Ann Sheridan, Dennis O’Keefe, Robert Keith, Ross Elliott, Frank Jenks, John Qualen u.a.
Drehbuch: Alan Campbell und Norman Foster nach einer Geschichte von Sylvia Tate
Regie: Norman Foster
Dauer: 77 min
Der Film fand 1952 den Weg in die deutschsprachigen Kinos, und zwar unter dem Titel Einer weiss zuviel.

Vorspann:
Während eines nächtlichen Spaziergangs wird der Maler Frank Johnson (Ross Elliott) Zeuge eines Mordes unter Gangstern. Er hat den Mörder gesehen und kann ihn beschreiben. Das macht ihn wertvoll für die Polizei, die sogleich am Tatort eintrifft und Frank als Kronzeugen verpflichten will. Doch Frank flüchtet aus Angst vor der Rache der Gangster.
Inspektor Ferris (Robert Keith) nimmt Kontakt mit der desillusionierten Frau des Malers auf (Ann Sheridan) und versucht, über sie an seinen Zeugen zu gelangen. Doch diese, ohnehin im Glauben, ihr Mann wolle sie auf diese Weise verlassen, nimmt lieber das lukrative Angebot des Reporters Leggett (Dennis O’Keefe) an, der Franks Geschichte exklusiv in seinem Blatt bringen will und der Gattin 1’000 Dollar verspricht. Gemeinsam mit Leggett macht sie sich auf die Suche, gefolgt von Ferris‘ Leuten – und dem Mörder.

Der Film:
Woman on the Run gehört zu den wenig bekannten Vertretern des Film Noir. Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass der unabhängig produzierte Film nach seiner Kinoauswertung in den Tiefen des Paramount-Archivs verschwand. Paramount hatte sich 1950 um den Vertrieb des Films gekümmert. Filmhistoriker und Gründer der „Film Noir Foundation“ Eddie Muller trieb die Kopie nach langer Suche auf und brachte den Film nach all den Jahren an einem Film Noir-Festival 2003 wieder zur Aufführung, wo er begeistert aufgenommen wurde. Muller plante eine aufwändige Restauration. Leider wurde der Film bei einem Studiobrand 2008 zerstört. Es stellte sich heraus, dass es sich um die einzige 35mm Kopie in ganz Amerika gehandelt hatte.
Entschlossen, den Film zu restaurieren, suchte Muller anderswo nach weiteren Kopien. In den Beständen des British Film Institute wurde er schliesslich fündig, und seit kurzem liegt Woman on the Run herrlich restauriert auf Blu-ray und DVD vor.

Woman on the Run ist aus zwei Gründen bemerkenswert (abgesehen davon, dass er hervorragend geschrieben, inszeniert und gespielt ist): Er wurde on location an einigen Schauplätzen San Franciscos gedreht und bietet ein wunderschönes Schwarzweiss-Portrait der Stadt von vor 60 Jahren. Und: Woman on the Run erzählt neben seinem Gangster- und Detekitv-Plot die Geschichte einer gescheiterten Ehe und deren „Heilung“. Letzteres ist für einen Film Noir eher ungewöhnlich – meist stehen einseitige Liebesgeschichten und/oder sexuelle Obsessionen im Zentrum dieses Genres.
Der Rest ist Film Noir in Reinkultur: Stark ausgeleuchtete Schwarzweiss-Kontraste, „hard boiled“-Typen (inklusive einer Frau), zynische Dialoge.

Die Drehbuchautoren bauen aber immer wieder kleine witzige Auflockerungen in ihren äusserst dicht gewobenen Plot mit ein – etwa den herrchenlosen Hund des Malers, dem sich schliesslich der Poizeiinspektor, der härteste Hund von allen, annimmt. Oder die blitzenden Dialog-Duelle zwischen der Ehefrau und dem Reporter.
So gesehen ist Woman on the Run nicht wirklich ein typischer Film Noir – aber einer den zu entdecken sich unbedingt lohnt.
Leider darf von der Handlung nicht allzuviel verraten werden; der Spoiler-Alarm geht bereits in der Hälfte der Nacherzählung los. Da wird dem Publikum nämlich die Identität des eingangs noch nicht sichtbaren Killers bereits enthüllt – aber nur dem Publikum. Hitchcock hätte seine Freude an dem Film gehabt, denn genau das mochte er auch: Während die Protagonisten im Dunklen tappen, weiss der Zuschauer um die Gefahr, die sie umgibt. Aber was sage ich da – „hätte“? Hitchcock kannte Woman on the Run wahrscheinlich; es gibt Hinweise, dass er sich von der Rummelplatz-Sequenz am Schluss deses Streifens zu seiner eigenen Rummelplatz-Sequenz in Strangers on a Train (dt.: Der Fremde im Zug, USA 1951) hat inspirieren lassen. Das Finale von Woman on the Run spielt sich auf San Franciscos Rummel „Carmel’s Playland“ ab und endet mit einer höllischen Achterbahnfahrt, die Hitchcock in der Tat Ehre gemacht hätte. Franks Gattin sitzt in einem der Wagen fest und rast abwärts, jede Rechtskurve gibt ihr einen kurzen Blick auf ihren ahnungslosen Mann frei – dem sich der Killer unaufhaltsam nähert.

Abspann:
Norman Foster, heute kaum mehr bekannt, war eine interessante Figur in Hollywoods Filmbusiness. Foster war nicht nur Regisseur, er schrieb auch zu vielen seiner Filme die Drehbücher. Das Schreiben stand am Anfang seiner Karriere – er arbeitete als Reporter und verfasste einige Theaterstücke. Auch als Schauspieler liess er sich einsetzen – so kam er zum Film.
Am Anfang seiner Regisseur-Karriere steht die Mr. Moto-Reihe mit Peter Lorre, für die er fast alle Folgen inszenierte. Danach widmete er sich mit Charlie Chan einem weiteren chinesischen Ermittler – er drehte drei Episoden mit Sidney Toler. Zwischen 1943 und 1948 drehte er fünf Spielfilme auf Spanisch, in Mexico, zu denen er ebenfalls die Drehbücher beisteuerte. Zuvor arbeitete er mit Orson Welles an Journey Into Fear. Welles selbst holte Foster „ins Boot“, als er merkte, dass er den Film wegen Überlastung nicht selbst inszenieren konnte. Kennengelernt hatten sich die beiden übrigens bei den Dreharbeiten zu Welles vorausgehendem Film, dem nie fertiggestellten It’s All True. Dort hätte Norman Foster eigentlich nur Hintergrundszenen aufzunehmen gehabt, die dann in den fertigen Film hätten einkopiert werden sollen – doch aufgrund seiner Fähigkeiten stieg er zum Co-Regisseur und Co-Autor auf.
Foster drehte eine Reihe von Spielfilmen ganz unterschiedlicher Genres; in den späten Fünfzigerjahren stieg er bei Disney ein, für den er die zwei Davy Crockett-Filme mit Fess Parker und Buddy Ebsen drehte und dann in einigen Disney-TV-Shows Regie führte (u.a. Zorro). Verheitratet war Norman Foster mit den Schauspielerinnen Claudette Colbert und Sally Blane (einer Schwester von Loretta Young).

Weil der ursprüngliche Inhaber des Copyrights die Rechte nicht erneuerte, zählte Woman on the Run rechtlich als public domain, das heisst, er wurde quasi zum Allgemeingut. Deshalb zirkulierten einige miserable DVD-Fassungen davon auf dem US-Markt. Dem wurde vor kurzem Abhilfe mit einer sorgfältigen Restauration durch das UCLA Film & Television Archive geschaffen. Der Film ist in den USA und in England auf DVD/ Blu-ray erschienen. (Bestellbar zu geringen Versandkosten ist er hier.)
Hierzulande ist/war er je weder auf DVD, Blu-ray noch auf VHS erhältlich. Abhilfe tut Not – die hohe Qualität des Werks würde eine Veröffentlichung rechtfertigen!

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Film-Schnipsel

Filmklassiker auf dem Prüfstand:
Eine neue Rubrik.
Wenn ich in diesem Blog schon vornehmlich Filme vorstelle, die im Strom der Zeit „untergegangen“ und heute kaum mehr bekannt sind, was ist dann mit den bekannten? Kommen die auch mal zur Sprache?
Ich weise ja immer wieder darauf hin, dass es unter den vergessenen Werken auch Entdeckung zu machen gilt, sogar kleinere und grössere Meisterwerke. Da kommen schon Gedanken darüber auf, weshalb die eigentlich vergessen sind. Und weshalb andere Filme demgegenüber eine so grosse Reputation geniessen.
Es gibt wohl zwei Hauptgründe, weshalb ein gutes Kinowerk in der Versenkung verschwindet: Fehleinschätzung von Seiten der Kritik zur Zeit der Erstaufführung und/oder mangelndes Publikumsinteresse zum selben Zeitpunkt. Beides kann einem Film den Todesstoss versetzen. Beides kann passieren, wenn ein Film „quer in der Landschaft“ steht, seine Qualitäten nicht wahrgenommen werden können weil er einerseits am gerade herrschenden Zeitgeist vorbeirasselt oder nicht in die gerade herrschende Ideologie der kulturellen Eliten passt. Die Idee, dass die Filmkritik und die Rezeption ein Werk neutral und „unbefleckt“ bewertet, ist eine Illusion.
Umgekehrt führen obige Ausführungen zum Schluss, dass auch öffentlich gefeierte und bis heute anerkannte Meisterwerke (Zufalls-)Produkte des Zeitgeistes/der Ideologie sein müssen. Und aus diesem Grund sollten sie, nach meiner Auffassung, immer mal wieder einer kritischen Betrachtung unterzogen werden.
Aber genau dies findet nicht statt. Lieber betet man die Litanei früherer Gralshüter der Kritik und der Kulturszene nach als selber zu denken; man könnte sich ja blamieren.
Ich habe mich fürs Blamieren entschieden. In dieser neuen Kolumne werde ich mir sporadisch gefeierte Kinowerke vorknöpfen und fragen: Ist das wirklich ein Meisterwerk? Ist die Reputation dieses Films gerechtfertigt? Hat er im Heute überhaupt noch Bestand?
Und da Film ein Zwitterding zwischen Kunst und Kommerz darstellt, darf man – so bin ich überzeugt – diese „heiligen Werke“ durchaus aus dem Elfenbeinturm der Filmwissenschaft herausholen, sie in die Realität des interessierten Filmkonsumenten stellen und sie aus dessen Sicht prüfen. Denn Filme wollen ja gesehen werden. Sie wurden vornehmlich für ein Publikum gedreht (jedenfalls die meisten), nicht für die wissenschaftliche Analyse im akademischen Olymp.
Sollte ich mit dieser Auffassung jemandem auf den Schlips getreten sein, so ist dies mit voller Absicht geschehen…
Les 400 coups (dt.: Sie küssten und sie schlugen ihn; François Truffaut, Frankreich 1959) Mit Jean-Pierre Léaud, Claire Maurier, Albert Rémy u.a.
Mit der „nouvelle vague“ hatte ich seit jeher meine liebe Mühe. Zu aggressiv verteufelten mir deren Exponenten die herkömmliche Art, Kino zu machen. Der Realitätsanspruch, den sie zum kategorischen Imperativ und singulärem Qualitätsmerkmal erhoben, ist im Grunde ein Witz, war damals aber durchaus im Zeitgeist verortet. Kein Film kann m.E. den Anspruch erheben, ein Abblid der Realität zu sein, da letztlich doch alles Inszeniert ist und dem subjektiven Empfinden des Regisseurs unterliegt. Ich gebe zu, dass ich ein Fan des artifiziellen Kinos bin – es ist schlichtweg ehrlicher.
Doch zum Film: Les 400 coups steht ganz am Beginn der nouvelle vague. Er ist stark autobiografisch gefärbt und zeigt das Leben des „schwierigen“ Schuljungen Antoine Doinel – Truffauts alter ego – der im Lauf der Handlung zum Delinquenten wird und in ein Heim gesteckt wird. Der Genauigkeit halber muss erwähnt werden, dass dieser Antoine Doinel eine Mischung aus Truffaut und dem Darsteller des Jungen, Jean-Pierre Léaud ist. Léaud hatte eine ähnliche Laufbahn hinter sich, als Truffaut ihn für das Projekt auswählte. Interessant ist, dass Truffaut und Léaud im Lauf der Jahrzehnte fast miteinander verschmolzen, denn der Regisseur holte die Figur und ihren Hauptdarsteller im Lauf der Jahrzehnte immer wieder vor die Kamera – insgesamt fünf Mal. Und immer spielt Leaud Truffaut und liess auch die eigene Biografie einfliessen.
Les 400 coups ist ein wunderbarer Film! Ein Meisterwerk, wirklich! Berührend, feinfühlig, fantasievoll, hervorragend gespielt und grossartig inszeniert. Ein Film, der die Zeiten bis heute ohne Schaden zu nehmen überdauert hat. Man wird ihn auch im 50 Jahren noch ansehen und verstehen können, denn die thematisierten gesellschaftlich Themen sind zeitlos. Zudem handelt es sich hier wohl um den Film der nouvelle vague, welcher der von ihren Exponenten angestrebten Authentizität am nächsten kommt: Sowohl Truffaut als auch sein Hauptdarsteller Léaud wussten genau, wovon sie erzählten. Die vielen in die Geschichte eingewobenen Episoden wirken authentisch, beleben den Film und treiben ihn unaufhaltsam voran. Trotz aller „Wahrheit“ ist der Film nie bitter oder anklagend. Er zeigt auf und vertraut auf die Wirkung seiner Bilder. Truffaut war von Beginn weg ein absolut selbstbewusster Filmemacher.
Fazit: Ein Meisterwerk
Sie küssten und sie schlugen ihn ist im deutschsprachigen Raum vor kurzen auf Blu-ray erschienen. Auch auf DVD ist er zu haben.

Kurzrezensionen – diese Woche gesehene zeitgenössische Filme:

Edge of Tomorrow (dt.: Dough Liman, USA 1914) Mit Tom Cruise, Emily Blunt,
Die Aliens sind (mal wieder) da! Dough Limans Science-Fiction-Spektakel geht von einer Uralt-Prämisse aus (Aliens erobern die Erde und müssen vom Militär bekämpft werden) und peppt diese mit einer Prise … und ewig grüsst das Murmeltier auf. Tom Cruise ist der Deserteur Cage, der in ein Todeskommando-Camp an die Alien-Bekämpfungs-Front starfversetzt wird. Als er bei einem Feldeinsatz umkommt, wacht er kurz nach seiner Ankunft im Camp wieder auf und durchlebt die ganze Tortour nochmals. So geht das endlos weiter: Immer wenn Cage stirbt, wiederholt sich die Geschichte ab seiner Ankunft im Camp. Im Lauf der Zeit lernt er, sein Verhalten den kommenden Ereignissen anzupassen – und überlebt jedes Mal ein wenig länger. So kommt er dahinter, dass er nicht der einzige mit dieser „Auferstehungs-Krankheit“ ist – und dass er den Aliens unter einer bestimmten Voraussetzung einen vernichtenden Schlag zufügen könnte. Doch bis dahin vergehen unzählige Leben…
Die Story ist im Grunde sinnloser Fantasy-Quark. Das Aufsehenerregende an diesem Streifen ist die Inszenierung; sie ist ein Triumph der erzählerischen Verknappung – faszinierend, wie sie trotz harter Schnitte und rabiater Zeitsprünge weder Überblick noch Erzählfluss aus den Augen verliert und so den Bezug zum Publikum aufrecht erhält. Nur das aufgesetzt Ende passt nicht in die „Logik“ des Vorangegangenen. Da musste wieder mal auf Biegen und Brechen einer auf Patriotisch gemacht werden.

Vorschau:
Nächste Woche ist hier kurz Sommerpause – ich fahre in Urlaub!