Monat: Mai 2017

Die Gezeichneten (1948)

FILM DER WOCHE

THE SEARCH
(dt.: Die Gezeichneten)
Schweiz / USA 1948
Mit Montgomery Clift, Ivan Jandl, Aline MacMahon, Jarmila Novotna, Wendell Corey, u.a.
Drehbuch: Richard Schweizer, David Wechsler und Paul Jarrico
Regie: Fred Zinnemann
Obwohl der Film in der Schweiz in den späten Vierzigerjahren Premiere hatte (unter dem Titel Die Gezeichneten), kam er in Deutschland erst 1961 in die Kinos.

Der Film kann auf Amazon Video gestreamt werden!
Bei Warner Home Video erschien er auf DVD, diese ist aber inzwischen vergriffen. In den USA ist
The Search in der Reihe Warner Archive Collection auf DVD-R erschienen. Sie kann über amazon.de bestellt werden („The Search 1948“ eingeben).

The Search ist filmgeschichtlich nicht nur deshalb von Bedeutung, weil er den Anfang von Montgomery Clifts Leinwandkarriere bezeichnet. In der Schweiz gilt er als Besonderheit, weil es sich dabei um eine schweizerische Produktion handelt, die mit Unterstützung von und in Kolaboration mit Hollywood entstanden ist. Vor der Kamera standen Amerikaner, Engländer, Tschechen – die Arbeiten hinter den Kulissen (Produktion, Drehbuch, Filmmusik, Kamara, Schnitt) waren in schweizer Händen, von Leuten, die damals und heute hierzulande zwar bekannt waren und sind, die in anderen Ländern aber sowohl damals wie heute unbekannt blieben.
Wir haben es hier mit einem Film zu tun, dessen Titel in der Schweiz bis heute ein Begriff ist, der aber in der restlichen Welt als vergessen gilt.

Dabei kann er sich durchaus sehen lassen. The Search spielt im zerbombten Deutschland der Nachkriegszeit und handelt von den Kindern, die aus dem Krieg irgendwie „übrig geblieben“ sind: Verwaiste, verwahrloste, verlorene, verirrte, verstummte Kinder. Ganze Scharen von ihnen kommen zu Beginn des Films an einem Bahnhof irgendwo in Deutschland an, in Eisenbahnwagons zusammengepfercht, welche an die berüchtigten Judentransporte des dritten Reichs erinnern: Zerlumpfte Gestalten mit leeren Blicken, alten Gesichtern: Die Gezeichneten. Vor dem Hintergrund der Gebäude-Skelette der zerbombten Stadt (Nürnberg) ergeben diese Kinder-Züge ein Aussage, die ins Herz trifft und sich unauslöschlich ins Gedächtnis eingräbt.
Hier erweist sich für einmal der deutsche Titel als der passendere – im Grunde ist „die Gezeichneten“ der Originaltitel. The Search wurde bei MGM daraus, die den Film co-produzierte und vertrieb. The Search, die Suche spricht einen anderen Aspekt an: Die Suche einer Mutter nach ihrem verlorenen Jungen. Im Heer der „Gezeichneten“ geht sie beharrlich ihren Weg und hofft, ihren achtjährigen Sohn Karel wiederzufinden. Als Zuschauer sind wir darüber informiert, dass Karel noch lebt; in Parallelschnitten wird seine Geschichte mit jener der Mutter verwebt, beide Geschichten bewegen sich unaufhaltsam aufeinander zu. Der traumatisierte Karel kommt inzwischen bei einem freundlichen GI unter, der ihm die englische Sprache beibringt, ihn wieder aufpäppelt und sich darum bemüht, dass der Junge wieder irgendwo Fuss fassen kann.

Der deutsche und der englische Titel geben das Dilemma dieses Werkes wieder, denn eigentlich laufen hier zwei Filme ab: Die Gezeichneten, ein erschütternd realistisches Portrait der verlorenen Kinder, das die Schrecken des Krieges niederschmetternd glaubhaft und eindringlich fassbar macht, wie das die wenigsten Spielfilme können. Und The Search, welcher das Suchen und Finden eines dieser Kinder thematisiert. The Search funktioniert stark nach den dramaturgischen Vorgaben und Gepflogenheiten des US-Kinos.
Die Gezeichneten ist ungleich stärker und eindringlicher als The Search, der sehr schnell und deutlich ins Fiktive kippt, wo Die Gezeichneten zuvor das Publikum mit Realismus gepackt hatte. Was vorher schmerzhaft deutlich und real daherkam, wird als The Search wieder weichgezeichnet. Das ergibt eine Diskrepanz, die irritiert.

Zu Vieles in The Search wirkt unglaubwürdig, aufgesetzt. Es ist, als hätte man die durch den ersten Teil aufgebrachten Gemüter mit einer schönen Geschichte wieder beruhigen wollen. Wenn die vom Drehbuch vorgegebenen Unglaubwürdigkeiten nicht so herausstechen würden (der tschechische junge Karel kann etwa nach kurzer Zeit und ein paar Schnitten plötzlich fast perfekt englisch), wäre die erwähnte Diskrepanz wahrscheinlich weniger auffällig. So aber wird der zweite Teil bisweilen zum Störfaktor. Möglich, dass dieser Umstand damals noch nicht so stark auffiel, doch heute ist man sich von einem solchen Film an absolute Stimmigkeit gewohnt.

Das ist natürlich Meckern bei hohem Niveau. Auch im schwächeren Teil des Film gelingen Zinnemann und seinen Schauspielern eindrückliche Momente. Vor allem die Szenen zwischen Monty Clift und dem kleinen Ivan Jandl berühren dank der spürbaren Hingabe, mit der die beiden ihre Rollen verkörpern; die Chemie zwischen den beiden scheint echt, und das macht ihre Szenen unvergesslich. Zudem stehen sämtliche Akteure sichtlich unter dem Bann der Ereignisse; ein humanitärer Geist, der das Projekt wohl begleitet hat, liegt spürbar über dem Film. „So etwas darf nicht mehr geschehen“ – dieser Satz spricht aus jeder Szene und steht in den Gesichtern der meisten Schauspieler geschrieben. Das macht ihn trotz seiner Mängel einmalig – und für immer aktuell.

Die Regie: 10 / 10 – „High-Noon“-Regisseur Fred Zinnemann findet im ersten Teil Bilder, die das Elend und den Wahnsinn des Krieges anklagen, wie man sie so kaum in einem anderen Film jener Zeit findet. Bilder, die unter die Haut gehen. Das anschliessende Kammerspiel setzt er funktional und mit viel Gespür für den richtigen Ton um; die Schauspielerführung ist optimal.
Das Drehbuch: 7 / 10 – Solide; etwas gar schweizerisch-betulich im zweiten Teil, und zu sorglos, was die Glaubwürdigkeit anbelangt.
Die Schauspieler: 9 / 10 – Der Film wartet mit durchs Band eindrücklichen schauspielerische Leistungen auf, mit einer Ausnahme: die Darstellerin der Mutter, die Tschechin Jarmila Novotna fällt gegenüber dem Rest der Besetzung leider ab. Montgomery Clift fasziniert bereits in seiner ersten Filmrolle.
Die Filmmusik: 8 / 10 – Ambitioniertes (streckenweise vielleicht etwas über-ambitioniertes) Projekt des schweizer Komponisten Robert Blum, der unter anderem die Musik zu vielen der bekanntesten schweizer Filmen schrieb. Seine Komposition für diesen Film trägt eine durchaus eigene Handschrift.
Gesamtnote: 8,5 / 10

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Kurzkritiken

WO HU CANG LONG
(dt.: Tiger and Dragon)
Taiwan / Hong Kong / China / USA 2000
Mit Yun-Fat Chow, Michelle Yeoh, Ziyi Zhang, Chen Chang, Pei-Pei Cheng, Sihung Lung u.a.
Drehbuch: Hui-Ling Wang, James Shamus und Kuo Jung Tsai nach dem Buch von Du Lu Wang
Regie: Ang Lee
Ang Lee, zurück zu seinen Wurzeln. Der Regisseur, der in den Neunzigerjahren das Augenmerk der Filmwelt mit Filmen wie The Wedding Banquet und Eat, Drink, Man, Woman auf das taiwanesische Filmschaffen gelenkt hat, kehrte nach einigen aufsehenerregenden Erfolgen in den USA im Jahr 2000 nach Asien zurück und drehte mit Crouching Tiger, Hidden Dragon eine hinreissende Hommage an das chinesische Martial Arts-Kino. Das Werk wurde zum ersten Martial-Arts-Film, der für einen Oscar als „Bester Film“ nominiert wurde; den gewann er zwar nicht, dafür wurde er mit internationalen Preisen richtiggehend überhäuft (darunter der Oscar und der Golden Globe für den besten ausländischen Film).
Wenn ich mir einen asiatischen Film anschaue, insbesondere einen mit historischem Hintergrund, dann komme ich mir immer etwas dumm vor. Vieles entgeht mir, weil ich mich in der gezeigten Kultur nicht auskenne. Crouching Tiger, Hidden Dragon ist voll mit Symbolen und Anspielungen, die sich dem Durchschnittseuropäer nicht erschliessen. Besonders, wenn die Geschichte, wie hier, einem uralten chinesischen Romanzyklus folgt.
Zum Glück hält Ang Lees Film genügend Schauwerte, Zwischenmenschliches, viel Spannung und Witz bereit, so dass er einem „Unwissendem“ wie mir trotzdem höchst vergnügliche und denkwürdige zwei Stunden beschert. Die „schwerelosen“ Kampfszenen verblüffen und begeistern mit ihrer tänzerisch-anmutigen Choreografie, die Szenerie ist bisweilen atemberaubend, alles ist derart geschmackvoll und sinnlich umgesetzt, dass es eine wahre Freude ist. Definitiv ein Film, der zu weiteren Sichtungen animiert.
Die Regie: 9 / 10
Das Drehbuch: 7 / 10
Die Schauspieler: 8 / 10
Die Filmmusik: 8 / 10
Gesamtnote: 8 / 10


GET OUT

USA 2017
Mit Daniel Kaluuya, Allison Williams, Bradley Whitford, Catherine Keener u.a.
Drehbuch und Regie: Jordan Peele
Läuft gerade im Kino und wird einhellig bejubelt: Der Horror-Film Get Out des schwarzen Komikers Jordan Peele.
Wobei ich mich nach der Sichtung frage, wieviel „Schwarzen-Bonus“ bei der Bewertung dabei ist. An sich bringt der Film nichts Neues – was ja durchaus legitim ist. Er spielt höchst geschickt auf der Klaviatur des Horrorkinos – mit dem Unterschied, dass hier die Rassenthematik eine gewichtige Rolle spielt. Rassismus als Horror – aber auch das ist nicht neu.
Get Out ist ein strukturell hervorragend aufgebauter und inszenierter Horrorfilm, der sich im Nachhinein als gallige Polemik entpuppt. Wenn man gegen Filmende endlich erfahren hat, worum es da eigentlich geht, kann man Peeles Film als bösen Kommentar zur Geschichte der Koexistenz zwischen Schwarz und Weiss in Amerika lesen. Der Film hat eine Message. Die Freude über den wohligen Grusel und die schleichende Spannung bleiben einem am Schluss buchstäblich im Halse stecken.
Die Message, so geschickt verpackt sie sich präsentiert, wirkt bei näherer Betrachtung allerdings ziemlich eindimensional und simpel; grösstenteils deshalb, weil die Weissen ausnahmslos als Schweine präsentiert werden und die Schwarzen ausnahmslos als gut. Zurück bleibt ein ungutes Gefühl. Der Film ähnelt mir zu sehr einer „wie du mir, so ich dir“-Reaktion.
Aber weil der Filmemacher einer ethnischen Minderheit angehört, darf man das natürlich nicht laut sagen.
Wären die Vorzeichen umgekehrt – wäre also „Weiss“ durch „Schwarz“ ersetzt worden und umgekehrt – wären die Organisationen der Afroamerikaner in den USA garantiert gegen den Film Sturm gelaufen. Aber auch das darf man ja bestimmt nicht laut sagen…
Die Regie: 8 / 10
Das Drehbuch: 6 / 10
Die Schauspieler: 9 / 10
Die Filmmusik: 8 / 10
Gesamtnote: 7,5 / 10

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Gedankensplitter

Happyend

„Je weniger Happyends das Leben uns bereitet, desto mehr brauchen wir davon im Kino“
Walter Ludin (Schweizer Journalist, Redakteur, Aphoristiker und Buchautor,
Mitglied des franziskanischen Ordens der Kapuziner)

Die meisten Kritiker würden obigem Zitat widersprechen, ein grosser Teil des „normalen“ Kinopublikums nicht (damit will ich nicht gesagt haben, Kritiker seien nicht normal!). Für Kritiker gibt es nämlich nichts Schlimmeres als ein Happyend. Ein Film mit einem Happyend ist für die meisten von ihnen durchgefallen.
Akzeptieren wir die Aussage im obigen Zitat als richtig, dann müssten Kritiker die glücklichsten Menschen sein: Sie brauchen keine Happyends, sie haben selbst welche.
Doch leider trifft das Gegenteil zu: Kritiker sind nicht glückliche Menschen; wahrscheinlich sind sie vom Leben (oder vom Kino?) gebeutelt. Das Leben macht ihnen Angst, es ist ihnen derart zuwider, dass sie sich am liebsten den ganzen Tag in einem dunklen Saal verkriechen und erfundenen Leben auf einer weissen Wand zusehen. Happyends bringen sie auf die Palme, weil diese ihre eigenen Miseren noch schlimmer erscheinen lassen.
Der Rest der Menschheit, der nicht Kritiker ist, kann mit den Tiefschlägen des Lebens besser umgehen. Er steckt sogar Happyends im Kino locker weg. Wahrscheinlich ist er deshalb nicht Kritiker geworden…

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Vorschau

Die folgenden drei Filme werden im nächsten Blog-Beitrag vorgestellt. Einer davon wird zum „Film der Woche“ gekürt…
Die Kategorisierung (Vergessener Film, Filmklassiker und zeitgenössischer Film) habe ich bereits wieder abgeschafft – sie schränkt die Filmauswahl zu sehr ein; zudem gibt es unzählige Filme, die sich kaum in eine dieser Kategorien einordnen lassen.

Wartime-Comedy: Hail the Conquering Hero (dt.: Heil dem siegreichen Helden; USA 1944)

Natur-Abenteuer: Dersu Uzala (dt.: Uzala, der Kirgise; UdSSR/Japan 1975)

Fantasy-Drama: A Monster Calls (dt.: Sieben Minuten nach Mitternacht; UK/Spanien/USA 2016)

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Drei Amigos (1986)

Der „Film der Woche“ ist diesmal kein grosses Werk, sondern einfach ein solider, guter Film, genauer: ein unterhaltender Westernspass. Neben zwei weiteren Filmvorstellungen stellt gabelingeber Mutmassungen darüber an, ob Filme Lebenshilfe bieten können.

FILM DER WOCHE
Ein Klassiker:

(dt: Drei Amigos!)
Mit Steve Martin, Martin Short, Chevy Chase, Alfonso Arau, Patrice Martinez u.a.
Drehbuch: Steve Martin, Lorne Michaels und Randy Newman
Regie: John Landis
Der Film lief 1987 auch in deutschsprachigen Kinos, unter dem Titel Drei Amigos!

Letzte Woche war hier von der Westernkomödie Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe die Rede, die mir bei der Zweitsichtung nach etwa 30 Jahren nicht mehr besonders gefallen hatte. Mit Three Amigos versuche ich mein Glück mit demselben Genre, ereneut mit einem Film, den ich vor Jahrzehnten – bei seinem Kinostart – gesehen hatte. Ich fand ihn damals mau. Bei der Zweitsichtung vor ein paar Tagen gefiel er mir jedoch ausgezeichnet – anders als der „Hilfe brauchende Sheriff“, bei dem der Effekt der Umgekehrte war. Schon seltsam, was das Alter mit gewissen Filmen tut (ein Thema, das ich in den „Gedankensplittern“ weiter unten zu vertiefen versuche).
Three Amigos ist wirklich lustig! Viel darüber zu schreiben gibt es mangels Substanz allerdings nicht.

Schon die Ausgangslage des Streifens hat es in sich: Wie bei den glorreichen Sieben wird ein mexikanisches Dörfchen („El Poco“!) von Banditen bedroht. Die Retter sind aber nicht coole Revolverhelden wie im berühmten Vorbild, sondern drei Stummfilmstars in albernen Kostümen, die glauben, zu einem Auftritt nach Mexico beordert worden zu sein.
Wie die drei Unbedarften von einem Fettnäpfchen ins nächste treten, ist zwar alles andere als neu, aber es wird hier mit soviel Können, Gusto und sicherem Gespür fürs Komische kredenzt, dass man von einem Highlight des Genres sprechen kann. Das parodistische Element wird einem hier nicht um die Ohren gehauen wie in den Filmen des Trios Zucker-Abrahams-Zucker (Airplane!), es bleibt dezent im Hintergrund. In Three Amigos wird in erster Linie erzählt, im Vordergrund steht die Geschichte; es handelt sich um einen komischen Film, der im wilden Westen spielt, um einen, der sich en passant über die Elemente und Gepflogenheiten des Western lustig macht. Ausserdem wird ganz zentral auch der Stummfilm und dessen Ära parodiert. Neben einem Ausschnitt aus einem (fiktiven) Stummfilm mit den „drei Amigos“ gibt es zudem absurde Highlights wie einen singenden Busch, einen unsichtbaren Schwertkämpfer und ein Kerkersystem, das es geduldigen Gefangenen ermöglicht, an den Schlüssel der Zelle zu gelangen.

Von den Schauspielern, denen das Ganze sichtlich Spaß gemacht hat, über das wendungs- und gagreiche Drehbuch und die hervorragende Regie bis zur Ausstattung, die immer parodistisch schwankt zwischen Roy Rogers-Kitsch und Realismus, ist alles erste Sahne.
Eine besondere Freude werden Disney-Kenner daran haben: Three Amigos! bezieht sich mehrmals auf Disneys zwei „südamerikanische “ Episodenfilme Three Caballeros und Saludos Amigos. Die Lagerfeuer-Sequenz wo die drei Amigos auf ihrem Weg zum Banditennest Rast machen, ist zudem ein direktes Zitat aus der von Roy Rogers eingeleiteten Episode Pecos Bill aus Disneys 1954 entstandenem Episodenfilm Melody Time.

Die Regie: 9 / 10 – John Landis setzt das wenig ambitionierte Drehbuch hervorragend um. Er setzt nicht auf ausgeklügelte Einstellungen, sondern er verhilft mit seiner Inszenierung den komischen Elementen zu ihrer bestmöglichen Wirkung. Zudem leitet er das Schauspielerteam zu einer homogenen Ensembleleistung an, die rundum Spass macht. Das muss man erst mal können!
Das Drehbuch: 7 / 10 – Eigentlich nichts besonderes, aber mit viel Witz und Routine geschrieben. In den Händen eines weniger fähigen Regisseur hätte es seine Qualitäten zwar behalten, es hätte aber möglicherweise nicht so geglänzt.
Die Schauspieler: 8 / 10 – Nur gerade Joe Mantegna und Patrice Martinez fallen gegenüber dem Rest der Truppe ab, die anderen spielen (schmieren-)komödiantisch auf, dass es eine Freude ist!
Die Filmmusik: 9 / 10 – Elmer Bernsteins Filmmusik ist eine herrliche Zusammenfassung von kernigen Westernfilm-Klängen. Sie ist sowohl eingängig als auch funktional, ohne in irgendeiner Form aufdringlich zu sein.

Gesamtnote: 8,5 / 10

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Kurzkritiken

Ein vergessener Film:
DAS GEHEIMNIS DES STEINERNEN MONSTERS

(The Monolith Monsters)
USA 1957
Mit Grant Williams, Lola Albright, Les Tremaine, Trevor Bardette u.a.
Drehbuch: Norman Jolley und Robert M. Fresco
Regie: John Sherwood

Was für ein Filmstoff: Wachsende Steine bedrohen die Menschheit. Den Streifen musste ich einfach sehen!
Obwohl die blödsinnige Grundidee mit einer Ernsthaftigkeit umgesetzt wurde, als handle es sich um ein seriöses Drama, macht The Monolith Monsters Spass. Wahrscheinlich gerade, weil der Ton so ernsthaft ist. Man fühlt sich in die eigene Kindheit zurückversetzt, wo man im Klettergerüst des benachbarten Spielplatzes „Raumschiff Enterprise“ gespielt hatte, und alles war absolut echt.
Wie Gremlins reagieren die Steine auf Wasser: Dangerous when wet! Das kühle irdische Nass lässt die scheinbar harmlos in der Wüste herumliegenden Gesteinssplitter (es handelt sich um Meteoritenteile) zu wahren Gebirgen heranwachsen, welche dann irgendwan umstürzen, zerbersten und alles unter ihren Trümmern begraben. Aus den entstandenen Splittern wachsen sogleich neue Stein-Türme. Auf diese Weise „purzeln“ die wachsenden Steine auf die US-Kleinstadt San Antonio zu.
Dabei handelt es sich um das wahrscheinlich langsamste Film-Monster der Filmgeschichte – wenn man denn überhaupt von einem Monster sprechen kann. Die Retter haben jedenfalls reichlich Zeit, ein Gegenmittel zu finden. Während die Steine im Schneckentempo durch eine Schlucht auf das Städtchen zutrudeln. bleibt Musse für verschiedene Tests und Erörterungen.
Grant Williams, ein recht limitierter, aus anderen „Monster“-Filmen jener Zeit bekannter Schauspieler (Die unglaubliche Geschichte des Mister C.), führt den Retter-Trupp an. Anders als in Jack Arnolds oben erwähntem, berühmtem Film schrumpft er hier nicht zusammen, sondern wächst über sich hinaus. Salopp gesagt: In „Mr. C“ schrumpft Grant, hier hingegen wächst Granit. Monster-Filmer Jack Arnold hatte auch hier seine Finger drin, die hanebüchene Geschichte stammt nämlich von ihm.
Insgesamt ein amüsanter Ausflug in die paranoiden 50er-Jahre, wo im Kino sogar Steine als Bedrohung der Menschheit angesehen wurden. Der Filmtrick notabene ist das Beste an diesem Film – die Steine und ihr Wachsen wirkt erstaunlich wenig lachhaft.
Die Filmmusik klingt bisweilen etwas gar schräg und nervt immer mal wieder mit Holzhammer-Effekten, welche die Bemügung der Inszenierung um Zwischentöne gehörig unterlaufen. Sie stammt von Irving Gertz, Herman Stein und – überraschenderweise – Henry Mancini.
Die Regie: 7 / 10
Das Drehbuch: 7 / 10
Die Schauspieler: 6 / 10
Die Filmmusik: 5 / 10
Gesamatnote: 6 / 10

Ein zeitgenössisches Werk:
CERTAIN WOMEN
USA 2016
Mit Laura Dern, Michelle Williams, Kirsten Stewart, Lily Gladstone, Jared Harris u.a.
Drehbuch und Regie: Kelly Reichardt
Nachdem mich letzte Woche The Retrieval so begeistert hatte, war mein Interesse an unabhängig produzierten US-Filmen geweckt. Ich bekam Lust auf mehr.
Von Kelly Reichardts Certain Women wurde ich nun allerdings enttäuscht. Der Episodenfilm, in dessen Zentrum vier Frauen im Hinterland des US-Staates Montana stehen, bleibt im Fragmentarischen stecken und entlässt einen unbefriedigt.
Ich erwarte von einem Film, dass er mir etwas erzählt, dass er mich teilhaben lässt am Schicksal seiner Charaktere. Kelly Reichardt beginnt zwar zu erzählen, drei Mal (je ein Mal pro Episode), bricht aber immer wieder ab und lässt einen jedes Mal mit offenen Enden allein. „Den Rest könnt ihr euch selber denken“, scheint sie zu sagen. Was ist das für eine Erzählerin, die das Publikum auf halber Strecke sitzen lässt? Dahinter steckt die verbreitete Unsitte mancher pädagogisch angehauchter Filmemacher, das Publikum erziehen zu wollen: Konsumieren ist pfui!
Das ist von mir aus legitim, nur sollte man das vorher ankündigen, wenn man Leute wie mich, die gerne etwas erzählt bekommen, nicht verprellen will: „Achtung – diesen Film muss man sich selbst zu Ende erzählen!“
Frau Reichardts Figuren sind kaum fassbar, sie sind skizzenhaft, undefiniert. Man mag sich deshalb gar nicht richtig auf sie einlassen. Sie sind einem nach kurzer Zeit einfach egal.
Ich erwarte von einem Film das Gegenteil! Ich will mich einlassen auf die Figuren und deren Geschichte. Das kann ich aber nur, wenn jemand interessant und glaubhaft erzählt. Beides gelingt Kelly Reichardt in diesem Film nicht. Die Erzählungen beginnen jeweils interessant, verlieren sich dann aber im Nirwana der „Interpretation“: Man muss raten, weshalb die Figuren nun so und so handeln. Auf welcher Seite sie stehen. Was ihre Motivationen sind. Sowas kann durchaus interessant sein – wenn der Filmemacher das Talent besitzt, trotzdem Spannung zu erzeugen. Hier wirkt es nur öde.
Es entsteht der Eindruck, Frau Reichardt habe selbst keine Lust, sich auf ihre Geschichten einzulassen. Vielleicht liegt das an mangelndem Erzähltalent…
Die erste Episode dreht sich um eine Anwältin, die von einem bedürftigen Mandanten bedrängt wird. Die zweite von einer zerrütteten Familie, die in der Wildnis ein Haus bauen will. Und die letzte von einer Anwältin, die in einem gottverlassenen Kaff Vorlesungen über Schulrecht hält und dort eine Bewundererin findet.
Der Filmplakat gibt übrigens einen perfekten Eindruck des Films: Nebelhaft, problembeladen, depro. Die Filmmusik (Jeff Grace) ist praktisch nicht vorhanden. Erst gegen Schluss des Film wabern ein paar liegende Akkorde im Hintergrund.
Die Regie: 7 / 10
Das Drehbuch: 3 / 10
Die Schauspieler: 8 / 10
Die Filmmusik: 3 / 10
Gesamtnote:
5 / 10

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Gedankensplitter

Lebenshilfe

Als der oben besprochene „Film der Woche“, Three Amigos, in die Kinos kam, war ich gerade mal 23. Ich schrieb im Nebenjob Filmrezensionen für eine grössere Lokalzeitung des schweizer Mittellandes. Three Amigos konnte ich in einer Pressevorführung begutachten.
Leider ist mir der genaue Wortlaut meiner damals verfassten Kurzkritik nicht mehr präsent; ich weiss nur noch, dass ich mich für John Landis‘ Westernparodie nicht sonderlich begeistern konnte. Three Amigos kam damals bei den hiesigen Kritikern allgemein nicht gut an. Seither habe ich ihn nie wieder gesehen.
30 Jahre später: Three Amigos kommt auf Blu-ray heraus – als Sonderedition zum runden Jubiläum. Hatte ich mich getäuscht?
Eine Neuvisionierung führte schliesslich zu einem gänzlich anderen Urteil als beim ersten Mal. Warum?
Jede(r) kennt das Phänomen, dass sich „Filme mit den Jahren verändern“. Natürlich ist es umgekehrt – die Jahre verändern den Film, oder besser dessen Rezeption – doch das Phänomen, weshalb der eine Film bei einer Neusichtung verliert, während ein anderer gewinnt, ist damit noch nicht erklärt. Bei einer dritten Sorte wiederum bleibt die Sicht gar unverändert.
Das sind die Rätsel des Lebens und des Wachsens. Interessant sind von den angesprochenen Filmen vor allem jene, die gut bleiben, durch alle persönlichen Wandlungen hindurch. Sie sind vermutlich wichtig. Möglicherweise enthalten sie Antworten auf wichtige (Lebens-)Fragen. Oder wichtige persönliche Einsichten. Vielleicht beinhalten sie Leitmotive für das eigene Leben.
Wurde diese Theorie (Behauptung) jemals untersucht? Könnte sich möglicherweise lohnen… Ein Film, der einen durch das ganze Leben, durch alle persönlichen Wandlungen und Veränderungen hindurch begleitet, muss etwas tief in der Persönlichkeit Liegendes zum Schwingen bringen. Vielleicht bringt er einen auf eine Spur beim Rätseln um das eigene Wesen.
Der Film als Lebenshilfe – das wäre doch mal eine nähere Untersuchung wert… Vielleicht wird dann endlich entdeckt, dass es Filme mit Heilwirkung gibt.

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Vorschau

Die folgenden drei Filme werden im nächsten Blog-Beitrag vorgestellt. Einer davon wird zum „Film der Woche“ gekürt…

Vergessene Filme: The Search (dt.: Die Gezeichneten; USA 1948)

Klassiker: Wo hu cang long (dt.: Tiger & Dragon; Taiwan / China / USA 2000)

Zeitgenössisches Filmschaffen: Get Out (USA 2017)

The Retrieval

gabelingeber hat das überarbeitete Blogkonzept präzisiert; in den Gedankensplittern erklärt er, inwiefern.

FILM DER WOCHE

USA 2013
Mit Ashton Sanders, Tishuan Scott, Keston John, Bill Oberst Jr., u.a.
Drehbuch und Regie: Chris Eska

Der Film lief im deutschsprachigen Raum am internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg 2013; in die Kinos kam er bei uns nicht und auch eine deutsche DVD oder Blu-ray ist nicht greifbar. Die US-DVD kann allerdings über amazon.de zu einem guten Preis bestellt werden.

Das amerikanische Independent-Kino hat Erstaunliches zu bieten – das Meiste davon gelangt nie ins Blickfeld des durchschnittlichen deutschsprachigen Kinogängers. The Retrieval des jungen Filmemachers Chris Eska ist ein Paradebeispiel für die Unabhängigkeit, die auch im amerikanischen Film allen Unkenrufen zum Trotz noch immer existiert. Eska inszeniert mit kleinsten Mitteln ein Rassendrama aus der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, das ohne Action, Blut und Kampfgeschrei auskommt, zutiefst aufwühlt und im Gedächtnis haften bleibt.

Ein dunkelhäutiger junger Mann begehrt eines Nachts Einlass bei einer alten Frau, die in ihrem Schuppen drei entlaufene Sklaven versteckt hält. Der Neuankömmling legt sich dazu, erhebt sich aber nach einer weile wieder, nachdem er sich vergewissert hat, dass die anderen schlafen. Er geht ins Freie und leitet einen Trupp Weisse zum Schuppen. Kopfgeldjäger; der Junge ist deren Gehilfe. Zusammen mit Marcus, einem anderen „Nigger“ verrät er seine entflohenen Brüder an die Weissen. Des Geldes wegen – so zumindest macht es zunächst den Anschein.

Der nächste Auftrag für die beiden Judasse lautet: Einen weiteren flüchtigen Schwarzen einzufangen um ihn seiner Bestrafung zuzuführen, einen Flüchtigen, auf den ein hohes Kopfgeld ausgesetzt ist. Nate verdingt sich als Totengräber an die Nordstaatler; man findet ihn auf einem verlassenen Schlachtfeld und ködert ihn mit der Nachricht, sein im Sterben liegender Bruder wolle ihn nochmals sehen. In Wahrheit ist besagter Bruder bereits tot.
Zu dritt und zu Fuss ziehen die drei durch eine wilde, öde Landschaft aus skelettartigen Bäumen, durch Sümpfe und abgestorbene Wälder, direkt auf das Lager der Kopfgeldjäger zu.

Mit den ersten Bildern ist der Zuschauer mitendrin in einem Konflikt und einer Thematik, die Unglauben und Abscheu weckt: Schwarze verraten andere Schwarze an deren weisse Peiniger.
Der Konflikt erfährt im Verlauf der Handlung weitere Vertiefung. Die zunächst abstossend erscheinende Handlung der beiden Verräter entpuppt sich als reine Überlebensstrategie, die beiden werden je länger je deutlicher erkennbar als das, was sie im Grunde genommen sind: zwei bemitleidenswerte Kreaturen.

The Retrieval ist ein sehr langsamer, stiller, kontemplativer Film. Die Figuren bleiben stets ruhig, kontrolliert, wortkarg. Der grausame Kampf, der in ihrem Inneren tobt, spiegelt sich in der Zerrissenheit der Landschaft, durch die sie wandern, stolpern, humpeln wieder, und in der Zerfurchtheit ihrer Gesichter. Das verleiht Eskas Film trotz aller Ruhe eine unglaubliche Wucht – ein Widerspruch, der auch nach dem Filmende noch lange nachhallt. Eska gelingt hier etwas, was in der aktuellen Filmproduktion selten ist: Indem er mutig auf publikumswirksame Ingredienzien verzichtet, findet er einen ganz eigenen Erzähl-Stil.

Der zweite im Verräter-Bunde, Marcus, wird nach etwa einem Drittel des Films erschossen. Somit bleibt das Kind Wil allein mit Nate, dem Opfer zurück. Diese Fügung ermöglicht nun die leise Annäherung der beiden, ein Vorgang, den  der dominante Marcus sonst verhindert hätte. Der Junge Wil, ein Mitläufer des älteren Begleiters Marcus, legt ohne seinen zynischen Mentor dessen zynische Weltsicht ab und findet zu seiner eigenen Wahrnehmung zurück. Und diese zeigt ihm sein Opfer in anderem Licht.

Die Schauspieler transportieren die subtile Figurenpsychologie absolut glaubhaft und fast authentisch. Das verleiht dem Ganzen zusätzliches Dringlichkeit. The Retrieval ist nichts anderes als eine Absage an den Rassismus, und damit ist er wohl immer aktuell.

10 / 10

 

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Kurzkritiken

Der vergessene Film
DER GIFTZWERG

(OT: Dutch)
USA 1991
Mit Ed O’Neill, Ethan Embry, JoBeth Williams, Christopher McDonald u.a.
Drehbuch: John Hughes
Regie: Peter Faiman
Nachdem John Hughes mit „Kevin allein zu Haus“ einen Mega-Hit geschrieben hatte, kam in Jahr darauf von ihm der etwas leisere Giftzwerg in die Kinos. Wieder steht ein Junge im Mittelpunkt, doch diesmal sind die Sympathien des Publikums anders gelagert: „Giftzwerg“ Doyle ist ein grauenhaft überheblicher Snob. Er kommt ganz nach seinem schleimigen Upper-Class-Vater, der sich von Doyles Mutter hat scheiden lassen, ihr die Schuld dafür in die Schuhe schob und auch noch das Sorgerecht für das Kind übernehmen konnte.
Der Film dreht sich drum, dass Dutch (Ed O’Neill), der neue Freund der Mutter – einer aus der Arbeiterklasse – Söhnchen Doyle für Thanksgiving aus der Privatschule nach Hause chauffiert.
Diese Ausgangslage kommt einem doch bekannt vor? Schon im 1987 entstandenen Hughes-Film Planes, Trains and Automobiles („Ein Ticket für zwei“) – und natürlich in vielen anderen Filmen davor – waren zwei unterschiedliche Charaktere gemeinsam unterwegs und kamen sich während ihrem Reise näher. Hughes rezikliert sein Erfolgsrezept hier mit zwei Figuren aus extrem unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und verschärft den Konflikt damit um ein Vielfaches.
Die Episoden, die Dutch und Doyle gemeinsam durchleben, bis sie schließlich „ganz unten“ angekommen sind, sind nicht besonders originell, aber immer amüsant und witzig. Es gibt ein paar Längen, doch Hughes erzählt geschickt und hält das Interesse des Publikums bei der Stange. Ethan Embry, der Darsteller des Jungen sticht dabei schauspielerisch am meisten hervor; Ed O’Neill (Al Bundy aus „Eine schrecklich nette Familie“) schneidet neben ihm nicht besonders gut ab, hauptsächlich dank seinen Versuchen, seinen Part mit zusätzlichem unnötigem Grimassieren komischer zu gestalten, als er ist.
Insgesamt ein kurzweiliger, unterhaltsamer Film; ich habe das Anschauen jedenfalls nicht bereut.
PS: Regisseur Peter Faiman hat genau zwei Kinofilme inszeniert: Dutch und – Crocodile Dundee!
7 / 10

Der Filmklassiker
AUCH EIN SHERIFF BRAUCHT MAL HILFE

(OT: Support your local Sheriff!)
Mit James Garner, Joan Hackett, Jack Elam, Walter Brennan, Bruce Dern, Harry Morgan u.a.
Drehbuch: William Bowers
Regie: Burt Kennedy
Schon länger hatte ich ein Wiedersehen mit dieser Westernkomödie geplant, die ich in meinen Jugendjahren mal im Fernsehen entdeckt hatte und die mir in bester Erinnerung geblieben ist.
Nach der Zweitsichtung bin ich herb enttäuscht: Support your local Sheriff ist ein Filmchen. Beherrscht wird es von Mittelmass: Regie, Drehbuch und Schauspieler – alles ganz ordentlich und solide, doch zu begeistern wusste mich einzig der glotzäugige Jack Elam als Hilfssheriff. Er sticht mit seiner wunderbaren subtil-komischen Performance aus dem ganzen Durchschnitt heraus.
Ansonsten wurde die Geschichte um den coolen Westerner, der in einem moralisch heruntergekommenen Westernkaff für Ordnung sorgt, schon zu oft durchgekäut. Der Film des Westernspezialisten Burt Kennedy macht denn auch ironische Anleihen bei diversen Klassikern des Genres (so wurde der bösartige Danby-Clan samt Darsteller des Familienoberhauptes aus John Fords Faustrecht der Prärie importiert); aber auch die diversen Zitate zünden nicht wirklich.
Support your local Sheriff bietet nette Unterhaltung, die man schnell wieder vergisst. Weiss der Kuckuck, weshalb bei mir der Film nach der Erstsichtung so lange haften geblieben ist…!
6 / 10

Abgebrochen:
Far from the Madding Crowd
(dt.: Am grünen Rand der Welt; Thomas Vinterberg, USA 2015): Schöne Bilder, schlechte Regie, mittelmässiges Drehbuch.
Somewhere in Time (dt.: Ein tödlicher Traum / Eine Frau aus vergangenen Jahren; Jeannot Szwarc, USA 1980): Dick aufgetragene Zeitreise-Romanze mit Christopher Reeve; verstaubt!
Abgebrochen

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Gedankensplitter

Blog-Gestaltung

Ein Blog ist – im Gegensatz zu einer Zeitschrift – lebendig, zumindest was das Konzept angeht. Der Blog-Betreiber, die Betreiberin kann es nach Belieben und Lust verändern, anpassen, umbauen. Und zwar von einem Tag auf den anderen. Eine Zeitschrift dagegen sollte das einmal zugrunde gelegte Konzept über möglichst lange Zeit (sprich: über Jahre) beibehalten, schliesslich will man die Käufer nicht mit ständigen Umstrukturierungen in Design und Inhalt verwirren.
Ein Blog, der nicht kommerziell ausgerichtet ist, kann sich Veränderung leisten. Er muss sich nicht verkaufen. Zwar sollte die Leserschaft und deren Erwartung nicht völlig vernachlässigt werden, doch beim Blog stehen die Betreiber und deren Bedürfnisse viel stärker im Zentrum als bei einem Printmedium. Sie pflegen mit dem Blog ihr Hobby; somit steht ihnen ein grösserer Spielraum offen, was Veränderungen betrifft. Der Blog-Inhalt kann nach eigenem Gusto und Interessen immer wieder verändert werden. Das hat nicht nur Nachteile.
Mir gefällt dieser Freiraum, und ich hoffe, die Leserschaft mit meinen inzwischen doch recht häufig vorgenommenen Anpassungen nicht allzu sehr zu verprellen.
Im neu überdachten Konzept stehen drei „Filmsorten“ im Zentrum, die in jedem neuen Blog-Beitrag vorkommen sollen: Vergessene Filme, Klassiker und zeitgenössische Filme (2010 bis 2017). Ich nehme mir jeweils aus jeder „Sparte“ einen Film vor. Nach der Sichtung wird derjenige, der mir davon am besten gefallen hat, zum „Film der Woche“ und erhält im nächsten Blog-Beitrag am meisten Platz.
Ich hoffe, das Konzept kommt an. Ich bin gespannt… Rückmeldungen erlaubt!

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Vorschau

Fürs nächste Mal stehen folgende Filme zur Sichtung an:

Vergessene Filme: The Monolith Monsters (dt.: Das Geheimnis des steinernen Monsters; USA 1957)

Filmklassiker: Three Amigos (dt.: Drei Amigos; USA 1986)

Zeitgenössisches Filmschaffen: Certain Women (USA 2016)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin gespannt, welcher der drei im nächsten Blog-Beitrag das Rennen als Film der Woche machen wird…