In eigener Sache

Blogtitel-Dilemma

Als ich diesen Blog vor vier Jahren ins Leben rief, standen die Stummfilme im Zentrum meines Interesses. Hauptsache Stummfilm eben. Den Tonfilm wollte ich nicht ganz aus dem Blickfeld des Blogs verbannen, deshalb gab es immer mal wieder Tonfilm-Seitensprünge.
Inzwischen sind die die „Seitensprünge“ zur Regel geworden – ja sogar zur Hauptsache! Der Stummfilm ist hier längst untervertreten, da sich mein Horizont geweitet, das Interesse verschoben hat – was auch immer. Im Grund ist das „Warum“ zweitrangig: Ein Blog soll seinem Betreiber Spass machen – im Idealfall macht er auch allfälligen Lesern Spass. Und so deklariere ich hiermit öffentlich mein Bekenntnis zum Tonfilm – zum Film an sich (was den Stummfilm ja mit einschliesst). Es gibt so viel Neues zu entdecken (für mich), dass ich mich gar nicht mehr ausschliesslich auf den Stummfilm kaprizieren mag.

Aber! Der Titel!
Meine Einäugigkeit hat mir einen Blog-Titel eingebrockt, der nun nicht mehr passt, der irreführend ist.
Was tun? Sein lassen? Blog umbenennen?
Bislang entschied ich mich für Ersteres. Schliesslich hat mir der Titel einige treue Leser und Leserinnen gebracht. Und ich fürchte, bei einer Umbenennung wird er im www nicht mehr gefunden.
Deshalb bitte ich Euch, liebe Leserin, lieber Leser, um Rat und Tips und Hilfe. Ich würde mich sehr über Eure Kommentare zum Thema freuen – vielleicht werde ich ja zur Beendung des Dilemmas inspiriert.
Also: Blogtitel ändern oder nicht – das ist hier die Frage. Der beste Vorschlag gewinnt eine DVD…

Blog-Krise

Immer deutlicher schiebt sich die Idee in den Vordergrund, diesen Blog zur Veröffentlichung von Super- resp. 16mm-Filmrezensionen zu missbrauchen. Diese Rezensionen sollen Filmsammler, die auf der Suche nach brauchbarem Heimkino-Futter sind, auf die Sprünge helfen, ihnen gewisse Kopien ans Herz legen, von anderen abraten, Entdeckungen verraten.

Und die bisherige Stamm-Leserschaft? Sollen die drei etwa auf Schmalfilm umsatteln?
Nein, die bisherigen DVD-Rezensionen sollen beibehalten werden. Der Schmalfilm soll nur eine weitere Unterabteilung dieses Blogs werden; „Schmalfilm-Seitensprünge“ vielleicht…

Im Moment muss gabelingeber allerdings um Geduld bitten. Ich habe seit Wochen keinen Spielfilm mehr auf DVD gesehen – weder einen stummen noch einen klingenden. Die Krise ist wohl eher eine DVD-Krise als eine Blog-Krise.
Aber das wird schon wieder. Bald. Versprochen.

 

Neues von der Ratterkiste

Wie man sich vielleicht erinnert, hat gabelingeber einen 16mm-Filmprojektor erworben.
Inzwischen ist das Gerät eingeweiht, die Familie musst schon mehrmals als Publikum herhalten und u.a. das Fred Astaire-Vehikel A Damsel in Distress über sich ergehen lassen.

gabelingeber ist zufrieden. Die Bild- und Tonqualität ist Super8 zumindest was ältere Filmveröffentlichungen angeht, deutlich überlegen. Das Bild ist scharf und der Ton klar und deutlich. Da kommt im Wohnzimmer echtes Kino-Gefühl auf, zumal „es“ im Hintergrund stets leise rattert.

Im deutschsprachigen Raum ist auf 16mm nicht mehr allzuviel zu finden, resp. zu ergattern. Im Zuge der Umstellung auf Video/DVD haben die meisten Filmverleiher ihre 16mm-Spielfilmkopien vernichtet, aus rechtlichen Gründen. Man war offenbar ängstlich darauf bedacht, dass niemand Unberechtigter an das Filmmaterial ‚rankommt. Nicht erst im Zeitalter von youtube erweist sich diese Politik der Zerstörung als grober Unfug.

Wenn man den virtuellen Blick allerdings über das grosse Wasser schweifen lässt, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus: Da bietet der Handel nicht nur „vergessene“ Filme, grossartige Werke genauso wie obskure Filmchen, da entdeckt man immer wieder auch europäische Klassiker, in Originalfassungen mit deutschen Untertiteln. Gerade heute im 16mm-Format entdeckt: Tirez sur le pianiste von François Truffaut.
In den USA wurden die Fernsehprogramme ab 16mm-Film gesendet – auch die Spielfilme. So bestehen wohl von sämtlichen jemals von einem der zahllosen Sendern übertragenen Spielfilmen mehrere 16mm-Abzüge.
Und nicht nur das: Auch legendäre TV-Serien wie Alfred Hitchcock presents, The Twilight Zone, Star Trek oder Bonanza sind auf 16mm erhältlich.

Im Zelluloidrausch hat gabelingeber nun allerdings fast keine Zeit mehr zur Blogpflege. Der DVD-Stapel nimmt nicht ab und schwankt leise und vorwurfsvoll vor sich hin.
Es ist unglaublich viel befriedigender erfüllender und sinnlicher (und natürlich zeitaufwändiger), einen echten Film durch die Finger laufen zu lassen als eine metallische Scheibe, die ihre Gesichtslosigkeit nur dann verliert, wenn man sein eigenes Antlitz darin spiegelt.
Den Zelluloid-Film kann man umrollen, ihn auf der Suche nach Perforationsschäden und schlechten Klebestellen durch die behandschuhten Fingern gleiten lassen. Alsdann kann man ihn zum Reinigen beim Rückspulen erneut durch die Finger gleiten lassen, die diesmal einen Lappen mit Filmreiniger leicht an das Filmband andrücken. Beschädigte Stellen werden abgeschnitten, der Film sodann mit einem mechanischen Wunderapparat neu geklebt. Und immer wieder kann man auf dem Filmband die verheissungsvollen Einzelbilder betrachten, die der Projektor bei der Vorführung zu Bewegungen, zu Szenen, zu einer Geschichte, zu einem Film aneinanderreiht.

Die werte Leserschaft spürt es schon: Die DVD ist bei gabelingeber nicht mehr besonders hoch im Kurs. Deshalb kommt es in diesem Blog momentan zu ausgewachsenen Rezensionsblockaden.

Aber vielleicht hat gebelingeber nun endlich die Blog-Erweiterung gefunden, an der er schon so lange herumlaboriert: Hauptsache Stummfilm könnte doch um die Sparte 16mm/Super8 erweitert werden. Es könnten künftig Rezensionen von gabelingebers neusten Zelluloid-Erwerbungen publiziert werden – für Filminteressierte, aber auch für Zelluloid-Spielfilm-Sammler…

Ein Gedanke nur, der zudem erst reifen muss.
Ich werde berichten…