Bücher

Lese-Stöckchen

Das sog. „Stöckchen“ habe ich bei Wortmann aufgelesen; da bekam ich Lust, es hier zu bearbeiten – da ich ja auch ab und zu was lese.

1. Was liest Du gerade?
„Inspektor Jury spielt Domino“ von Martha Grimes.

2. Welches Buch hat Dich zuletzt stark beeindruckt?
„Das Lied von Bernadette“ von Franz Werfel

3.  Sammelst Du irgendetwas?
Erfahrungen…

4.  Schreibst Du Widmungen in Bücher?
Wenn ich eins verschenke, sonst nicht.

5.  Schreibst Du Deinen Namen in Deine Bücher?
Nein.

6.  Welches Buch hast Du doppelt?
Das Mathematikbuch für die 4.Klasse (muss man fast, als Lehrer!)

7.  Von wem würdest Du Dir gern was vorlesen lassen
Von Maggie Smith.

8.  Sitzt Du im Kino lieber am Rand oder in der Mitte?
Am Rand. Da kann ich jederzeit bequem flüchten (was ich oft tue!).

9.  Welche ist Deine liebste Romanfigur?
Immer eine aus einem gerade aktuellen Roman.

10.  Nach welchem System ordnest Du Deine Bücher daheim?
System? Was ist das?

11.  Lesen: vor dem ins Bett gehen oder nach dem Aufstehen?
Wann immer ich Zeit und Gelegenheit habe.

12.  Welches Buch würdest Du Deinem größten Feind schenken?
„Mein Kampf“?

13. Hardcover oder Paperback?
Paperback! Geht so schön für unterwegs (ich lese liebend gern im Zug!).

14.  Zeitung aus Papier oder im Netz?
Wenn’s denn sein muss: Papier.

15. Von welchem Buch bist Du zum ersten Mal so richtig gefesselt worden?
„Das Haus der Krokodile“.

16. Deine liebste Literaturverfilmung?
„Stolz und Vorurteil“ (2005). Ein wahrhaft grosser Film!

17. Tägliche oder wöchentliche Pflichtlektüre?
Das Mathematikbuch der 4.Klasse…

18. Bevorzugte Urlaubslektüre?
Krimis. Comics. Das Mathematikbuch der 4.Klasse.

19. Bester Romantitel ever?
„Die Nase“ (ok, ist kein Roman, sondern eine Erzählung. Aber trotzdem!).

20. Welches Buch sollte jeder Mensch gelesen haben?
„Die drei ??? und der Automarder“ 😉

Somit werfe ich das Stöckchen weiter. Wer apportiert?

Buchempfehlung zum Thema

DER STUMME TOD
von Volker Kutscher
Kiepenheuer & Witsch 2009
Seitenzahl: 541

Zum Thema Stummfilm gibt es zahlreiche Sekundärliteatur.
Die lassen wir mal hübsch beiseite.
Was ich heute empfehlen möchte, ist schlicht ein Krimi. Einer, der im Filmmillieu und im Berlin des Jahres 1929  spielt.

Es war das Jahr, in dem der Tonfilm dem Stummfilm das Wasser abgrub. Diese Thematik wird im Buch zwar eher oberflächlich abgehandelt, die Atmosphäre jener Zeit ist aber hervorragend herausgearbeitet.
Im März des Jahres 1929 sterben nacheinander drei Stummfilmschauspielerinnen. Eine wird von einem Scheinwerfer erschlagen, die anderen beiden findet man tot und ohne Stimmbänder in stillgelegten Lichtspielhäusern.

Kommissar Gereon Rath macht sich auf die Suche nach dem/den Mördern; dabei erhält der Leser Einblick in die Arbeit der damaligen preussischen Polizei und ins Leben der von politischen Umwälzungen gebeutelten Grossstadt. Das allein würde die Lektüre von Kutschers Roman schon rechtfertigten, zumal es hervorragend recherchiert und lebendig beschrieben ist. Doch auch die Ränkespiele der Filmproduzenten sind plausibel dargestellt – und die Figurenzeichnung ist wirklich bemerkenswert.

Gereon Rath und seine Vorgesetzten sind nicht nur facettenreich und äusserst plastisch gezeichnet, sie wachsen einem mit ihren Macken und Unzulänglichkeiten regelrecht ans Herz.

Der stumme Tod ist kein schneller Krimi, es geht da eher gemächlich zu und her. Doch genau darin liegt für mich den Reiz des Buches (und seines Vorgängers Der nasse Fisch): Da nimmt sich einer Zeit für genaue Millieuschilderung und stimmige Charakterzeichnung.
Ein toller Fund, den ich nicht nur Stummfilmfeunden empfehlen kann!

Erhältlich bei amazon.de; in der Schweiz etwas günstiger bei ex libris.