Über diesen Blog

Einmal mehr habe ich mein Blog-Konzept etwas geändert: Die Beiträge erscheinen in lockerer Folge. Zudem habe ich vor längerer Zeit das Konzept geöffnet: Es werden nicht mehr nur Stummfilme besprochen, wie dies der Blogtitel impliziert, sondern generell Filme von 1910 bis heute. Dabei liegt mein Interessenschwerpunkt auf dem englischsprachigen Filmschaffen, zuvorderst steht das vom Feuilleton ach so verpönte amerikanische Kino.
Die Idee des Blogs ist, (aus meiner Sicht) sehenswerte Filme vorzustellen und Links zu entsprechenden Streams zu publizieren, wo man sich die besprochenen Werke auch gleich ansehen kann. Wenn ich mal einen mittelmässigen oder schlechten Filme erwischt habe, erwähne ich den hier gar nicht. Das mag zum Eindruck führen, dass ich alles gut finde. Aber weshalb soll ich meine Zeit damit verschwenden, über schlechte Filme zu schreiben, wenn ich explizit auf die Guten hinweisen will?

Ich bemühe mich zudem, die hier besprochenen Filme fair zu bewerten. Das bedeutet, dass ich sie nicht einfach abschiesse, wenn sie mir aus inhaltlichen oder ideologischen Gründen nicht gefallen.
Zwei Beispiele: Der anerkannte Spencer Tracy-Klassiker Bad Day at Black Rock (USA 1955; dt.: Stadt in Angst) sagt mir wegen seines düster-fatalistischen Grundtones nicht wirklich zu. Trotzdem habe ich in meinem Text versucht, die dahinter stehenden künstlerischen Leistungen positiv zu würdigen und habe ihm die Note 8 (von 10) verliehen. Das zweite Beispiel betrifft den Film Nim’s Island (USA 2008, dt.: Insel der Abenteuer), der mir so gut gefällt, dass ich ihm mir immer wieder anschauen kann; trotzdem gebe ich ihm keine 10, sondern auch eine 8, weil er halt doch einige handwerkliche Mängel aufweist (hier geht’s zum Text).
Mit anderen Worten: Ich bemühe mich wirklich, das Handwerk hinter einem Film zu beurteilen und auch darauf hinzuweisen; eine Kritik soll m.E. in erster Linie eine Seh-Hilfe sein und nicht eine subjektive Bauch-Angelegenheit, wo der Rezensent das Werk einfach nach Gefühl beurteilt. Ein bischen mehr sollte in einer Kritik schon drin sein als nur gerade „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“.

Obwohl ich früher als Filmkritiker tätig war, schreibe ich meine Rezensionen nicht für ein Fachpublikum, wie viele Kollegen dies tun. Fast immer habe ich beim Lesen von Filmkritiken das Gefühl, diese seien für andere Filmkritiker geschrieben worden.
Ich möchte mit meinen Texten den „Otto Normalfilmegucker“ ansprechen, freilich nicht ohne auf filmhistorische und filmtechnische Aspekte aufmerksam zu machen.
Eine Filmkritik soll nach meiner Auffassung und wie oben bereits erwähnt, eine Seh-Hilfe sein und auf Aspekte eines Films aufmerksam machen, die besonders sind, besonders gelungen oder mislungen, besonders originell oder besonders innovativ – Aspekte, die vom Kinogänger in der Regel möglicherweise nicht beachtet werden.

Ach ja, die Bewertungen – auch sie sind bei mir ein bisschen anders. Ich bemühe mich, die Leistung von Regie und Drehbuch separat zu bewerten. Damit möchte ich auf den den Anteil des Drehbuchs am künstlerischen Erfolg (oder Misserfolg) eines Films hinweisen. Allzuoft schieben Kritiker einfach alles dem Regisseur „in die Schuhe“. Das ist nicht nur falsch, sonder auch in höchstem Mass ungerecht.

Gute Unterhaltung nun also beim Lesen und Stöbern.
Rückmeldungen sind natürlich sehr erwünscht…!

Michael Scheck

12 Comments

  1. Hi Michael, deine Einschätzung aktueller Kinofilme als „Gequassel“ kann ich gut nachvollziehen. Zum Glück gibts im japanischen Film eine große Zahl an Nicht-Stummfilmen, die trotzdem weniger mit Worten und mehr mit filmischen Mitteln ihre Ziele erreichen. Japanische Stummfilme gibts ja leider nicht mehr viele, aber vielleicht sollte ich mich denen auch mal wieder verstärkt zuwenden!

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    1. Danke für Deine verständnisvollen Worte.
      Ich kenne mich zwar kaum aus im asiatischen Kino, interessiere mich aber sehr dafür, weil ich eben aus den mir bekannten Beispielen schliesse, dass im asiatischen Film das Bild im Vordergrund steht (ein Grund, weshalb ich Deinen Blog regelmässig verfolge).
      Du hast mir schon einige sehr schöne Anregungen für Filme geliefert; die DVDs muss ich jetzt nur mal auftreiben…

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  2. Auch wenn ich durchaus mal in der Lage sein kann, besonders bei Filmen, die mir Gelegenheit dazu geben, irgendwelche trockenen Theorien zu spinnen, kann ich deine Haltung absolut nachvollziehen und finde diese an sich auch besser. Darüberhinaus: Cool, daß sich jemand so für Stummfilme stark macht. Ich hab mal einen Link gesetzt und werde gespannt folgen. Besonders im Bereich Dänemark/Skandinavien hätte ich noch Defizite, die darauf warten getilgt zu werden. Vielleicht hast du da ja demnächst ein paar Inspirationen im Ärmel. 😉

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  3. hallo michael, vielleicht kannst du mir helfen: in einem roman habe ich die folgende stelle gefunden: „Denn
    hier im Film wurde eine junge Dame von sechzehn Jahren gezeigt,
    die Sporthosen trug, ihre drei Wolfshunde mit Hetzschreien aufstachelte,
    in Begleitung dieser drei Hunde hin und wieder «für sich
    ausging» – kurzum, die sich in jeder Hinsicht als Mädchen ihrer Zeit
    gebärdete und die Männer am Knopf ihres Sattels in die Schlacht
    ihres keuschen Mädchen-Daseins schleifte.“
    Der Roman ist von 1930 und ich nehme an, dass hier auf einen film verwiesen wird, der tatsächlich zu dieser zeit lief. Bei meiner Recherche bin auf deinen blog gestoßen und bin enorm beeindruckt. Hast du vielleicht eine idee?
    Viele Grüße! Sophia

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  4. Lieber Michael,
    ich habe leider keine besseren Kontaktdaten gefunden, daher hier meine Nachricht: ich habe dich und deinen Blog für die Aktion „Liebster Award“ nominiert. Dort „nominieren“ Blogger andere Blogger für Fragen, die die „Nominierten“ dann beantworten – um dann eigene Fragen für weitere Blogger zu formulieren. Ziel ist es, unbekanntere Blogs etwas bekannter zu machen und sich stärker zu vernetzen (ist im Prinzip ein „Stöckchen“). Ich wurde kürzlich von Oliver von remember it for later nominiert, habe meine Antworten gepostet und unter anderem dich für die nächsten Fragen nominiert (http://whoknowspresents.blogspot.de/2015/01/liebster-award.html). Wenn du also Lust hättest, meine komischen und bizarren Fragen zu beantworten, würde ich mich sehr freuen – wenn solche Aktionen nicht so dein Ding sind oder du keine Zeit hast, ist es aber natürlich auch okay.
    Liebe Grüße
    David

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  5. Ich habe eigentlich ein Anliegen. Besitze eine Aufzeichnung des Filmes „Napoleon von Broadway“ u. a. mit Carole Lombard in deutscher Fassung. Leider fehlen mir am Schluss des Filmes ein paar Minuten der Aufzeichnung. Hat zufällig Jemand diese dt. Fassung und könnte mir helfen? Die Unkosten werden selbstverständlich ersetzt. Mit Gruß Reinhold Schoeler, D-28201 Bremen, Meine Mail: orbation@t-online.de , Handy: 0178 44 98 766

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  6. Hi. Nicht ganz zufällig bin ich auf deinem Blog geraten. Wie ich sehen konnte, geht es hier auch um ältere Filme. Finde ich gut. Weil über neue Filme wird ja schon reichlich geschrieben. Ich für meinen Teil möchte da eine gesunde Mischung finden. Weil ich liebe ebenfalls alte Filme. Vielleicht kann man sich in der Hinsicht sogar gegenseitig ergänzen. Beste Grüße…

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    1. Danke für Deinen Kommentar. Ein Blick in Deinen Blog zeigt mir, dass wir ähnliche Prioritäten haben (So dreht sich auch Dein Blog nicht ausschliesslich um Horrorfilme…).
      Habe Dich mal in meine Blogroll aufgenommen. Sieht interessant aus, Dein Blog!

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