Über diesen Blog

Einmal mehr habe ich mein Blog-Konzept etwas geändert: Die Beiträge erscheinen nun als (vorerst wöchentlich erscheinendes) „Movie-Magazin“.

Dieses beinhaltet jeweils einen Hauptartikel, in welchem stets ein klassischer, meist englischsprachiger Film aus den Jahren 1910 bis 1969 vorgestellt wird – dazu möglichst einer, der wenig bekannt ist. Mich interessieren die vergessenen Filme derzeit brennend, es gibt da wirklich erstaunliche Entdeckungen zu machen! Und über die bekannten Klassiker (Casablanca & Co.) ist ja schon genug geschrieben worden. (Was allerdings nicht heisst, dass ich nicht trotzdem mal einen vorstellen werde!)

Auf den Hauptartikel folgen dann die „Film-Schnipsel“; in loser Folge gibt es hier Kurzkritiken über Filme neueren oder auch wieder älteren Datums, die Rubrik „Filmklassiker auf dem Prüfstand“, ab und zu ein „Augenfutter“, wo Filme, die ich in den vergangenen hier Jahre besprochen hatte, angeschaut werden können. Zuletzt erfolgt eine kurze Vorschau auf die nächste Ausgabe…
Zur Einführung in die Rubrik „Filmklassiker auf dem Prüfstand“ hatte ich Folgendes geschrieben:
Wenn ich in diesem Blog schon vornehmlich Filme vorstelle, die im Strom der Zeit „untergegangen“ und heute kaum mehr bekannt sind, was ist dann mit den bekannten? Kommen die auch mal zur Sprache?
Ich weise ja immer wieder darauf hin, dass es unter den vergessenen Werken auch Entdeckung zu machen gilt, sogar kleinere und grössere Meisterwerke. Da kommen schon Gedanken darüber auf, weshalb die eigentlich vergessen sind. Und weshalb andere Filme demgegenüber eine so grosse Reputation geniessen.
Es gibt wohl zwei Hauptgründe, weshalb ein gutes Kinowerk in der Versenkung verschwindet: Fehleinschätzung von Seiten der Kritik zur Zeit der Erstaufführung und/oder mangelndes Publikumsinteresse zum selben Zeitpunkt. Beides kann einem Film den Todesstoss versetzen. Beides kann passieren, wenn ein Film „quer in der Landschaft“ steht, seine Qualitäten nicht wahrgenommen werden können weil er einerseits am gerade herrschenden Zeitgeist vorbeirasselt oder nicht in die gerade herrschende Ideologie der kulturellen Eliten passt. Die Idee, dass die Filmkritik und die Rezeption ein Werk neutral und „unbefleckt“ bewertet, ist eine Illusion.
Umgekehrt führen obige Ausführungen zum Schluss, dass auch öffentlich gefeierte und bis heute anerkannte Meisterwerke (Zufalls-)Produkte des Zeitgeistes/der Ideologie sein müssen. Und aus diesem Grund sollten sie, nach meiner Auffassung, immer mal wieder einer kritischen Betrachtung unterzogen werden.
Aber genau dies findet nicht statt. Lieber betet man die Litanei früherer Gralshüter der Kritik und der Kulturszene nach, als selber zu denken; man könnte sich ja blamieren.
Ich habe mich fürs Blamieren entschieden. In dieser neuen Kolumne werde ich mir sporadisch gefeierte Kinowerke vorknöpfen und fragen: Ist das wirklich ein Meisterwerk? Ist die Reputation dieses Films gerechtfertigt? Hat er im Heute überhaupt noch Bestand?
Und da Film ein Zwitterding zwischen Kunst und Kommerz darstellt, darf man – so bin ich überzeugt – diese „heiligen Werke“ durchaus aus dem Elfenbeinturm der Filmwissenschaft herausholen, sie in die Realität des interessierten Filmkonsumenten stellen und sie aus dessen Sicht prüfen. Denn Filme wollen ja gesehen werden. Sie wurden vornehmlich für ein Publikum gedreht (jedenfalls die meisten), nicht für die wissenschaftliche Analyse im akademischen Olymp.
Sollte ich mit dieser Auffassung jemandem auf den Schlips getreten sein, so ist dies mit voller Absicht geschehen…

Gute Unterhaltung nun also beim „Movie-Magazin“.
Rückmeldungen sind natürlich sehr erwünscht…!

Michael Scheck

9 Kommentare

  1. Hi Michael, deine Einschätzung aktueller Kinofilme als „Gequassel“ kann ich gut nachvollziehen. Zum Glück gibts im japanischen Film eine große Zahl an Nicht-Stummfilmen, die trotzdem weniger mit Worten und mehr mit filmischen Mitteln ihre Ziele erreichen. Japanische Stummfilme gibts ja leider nicht mehr viele, aber vielleicht sollte ich mich denen auch mal wieder verstärkt zuwenden!

    1. Danke für Deine verständnisvollen Worte.
      Ich kenne mich zwar kaum aus im asiatischen Kino, interessiere mich aber sehr dafür, weil ich eben aus den mir bekannten Beispielen schliesse, dass im asiatischen Film das Bild im Vordergrund steht (ein Grund, weshalb ich Deinen Blog regelmässig verfolge).
      Du hast mir schon einige sehr schöne Anregungen für Filme geliefert; die DVDs muss ich jetzt nur mal auftreiben…

  2. Auch wenn ich durchaus mal in der Lage sein kann, besonders bei Filmen, die mir Gelegenheit dazu geben, irgendwelche trockenen Theorien zu spinnen, kann ich deine Haltung absolut nachvollziehen und finde diese an sich auch besser. Darüberhinaus: Cool, daß sich jemand so für Stummfilme stark macht. Ich hab mal einen Link gesetzt und werde gespannt folgen. Besonders im Bereich Dänemark/Skandinavien hätte ich noch Defizite, die darauf warten getilgt zu werden. Vielleicht hast du da ja demnächst ein paar Inspirationen im Ärmel. 😉

  3. hallo michael, vielleicht kannst du mir helfen: in einem roman habe ich die folgende stelle gefunden: „Denn
    hier im Film wurde eine junge Dame von sechzehn Jahren gezeigt,
    die Sporthosen trug, ihre drei Wolfshunde mit Hetzschreien aufstachelte,
    in Begleitung dieser drei Hunde hin und wieder «für sich
    ausging» – kurzum, die sich in jeder Hinsicht als Mädchen ihrer Zeit
    gebärdete und die Männer am Knopf ihres Sattels in die Schlacht
    ihres keuschen Mädchen-Daseins schleifte.“
    Der Roman ist von 1930 und ich nehme an, dass hier auf einen film verwiesen wird, der tatsächlich zu dieser zeit lief. Bei meiner Recherche bin auf deinen blog gestoßen und bin enorm beeindruckt. Hast du vielleicht eine idee?
    Viele Grüße! Sophia

  4. Lieber Michael,
    ich habe leider keine besseren Kontaktdaten gefunden, daher hier meine Nachricht: ich habe dich und deinen Blog für die Aktion „Liebster Award“ nominiert. Dort „nominieren“ Blogger andere Blogger für Fragen, die die „Nominierten“ dann beantworten – um dann eigene Fragen für weitere Blogger zu formulieren. Ziel ist es, unbekanntere Blogs etwas bekannter zu machen und sich stärker zu vernetzen (ist im Prinzip ein „Stöckchen“). Ich wurde kürzlich von Oliver von remember it for later nominiert, habe meine Antworten gepostet und unter anderem dich für die nächsten Fragen nominiert (http://whoknowspresents.blogspot.de/2015/01/liebster-award.html). Wenn du also Lust hättest, meine komischen und bizarren Fragen zu beantworten, würde ich mich sehr freuen – wenn solche Aktionen nicht so dein Ding sind oder du keine Zeit hast, ist es aber natürlich auch okay.
    Liebe Grüße
    David

  5. Ich habe eigentlich ein Anliegen. Besitze eine Aufzeichnung des Filmes „Napoleon von Broadway“ u. a. mit Carole Lombard in deutscher Fassung. Leider fehlen mir am Schluss des Filmes ein paar Minuten der Aufzeichnung. Hat zufällig Jemand diese dt. Fassung und könnte mir helfen? Die Unkosten werden selbstverständlich ersetzt. Mit Gruß Reinhold Schoeler, D-28201 Bremen, Meine Mail: orbation@t-online.de , Handy: 0178 44 98 766

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