Für Stummfilmeinsteiger besonders geeignet

Ein amerikanischer Stummfilmklassiker

TOL’ABLE DAVID
(dt.: Der Überfall auf die Virginiapost)
USA 1921
Mit Richard Barthelmess, Gladys Hulette, Ernest Torrence,
Regie: Henry King
Dauer: 90 min

In den USA zählt dieser Stoff fast zum Allgemeingut: Ein Jüngling, der sich gerne als Mann sieht, von allen anderen aber herablassend als „passabel“ („tol'(er)able“) bezeichnet wird, bekommt die Chance, sich zu bewähren. Unzählige Stummfilme funktionierten nach diesem Muster, allen voran mehrere Werke Buster Keatons und Harold Lloyds. So zählte bezeichnenderweise Harold Lloyd Tol’able David zu seinen Lieblingsfilmen, er benutzte für seinen zweitletzten Stummfilm, The Kid Brother, sogar Motive daraus. In den USA zählt Tol’able David noch heute zum (stumm-)filmischen Allgemeingut – mehr noch als das Tonfilm-Remake von 1930.

Das will noch nichts heissen, ich weiss. Aber Tol’able David ist tatsächlich hervorragend. Er wurde von Henry King (The Song of Bernadette) inszeniert, der damit seinen ersten Regie-Erfolg feierte (es gibt Stummfilmfreunde, die behaupten es sei sein bester Film). Das Drehbuch stammt von King selbst, sein Co-Writer war Edmund Goulding, der später auch ins Regiefach wechselte (u.a. Grand Hotel).

Tol’able David überzeugt durch die realistische Darstellung des Lebens im amerikanischen Hinterland – viele Nebendarsteller waren Laien, Einwohner der Orte, an welchen gedreht wurde. Henry King stammte selber aus den Bergen Virginias, wo der Autor der Romanvorlage, Joseph Hergesheimer die Geschichte angesiedelt hatte. Vielleicht wirkt der Film deshalb so authentisch. Andererseits wirkt auch der 22 Jahre später entstandene, von mir ebenfalls hoch geschätzte Song of Bernadette  so, als wäre er in on location in Frankreich gedreht worden. Die Authentizität scheint eines von Kings Markenzeichen gewesen zu sein.

David Kinemon, ein Jüngling an der Schwelle zum Erwachsenwerden, träumt davon, wie sein älterer Bruder den Postkarren zu fahren, der mehrere kleine Orte verbindet und neben der Post auch Fahrgäste transportiert. Alle blicken auf ihn herab, auch die niedliche Esther Hatburn, die Tochter eines benachbarten Bauern.
Bei ebendiesem Hatburn ziehen eines düsteren Tages drei rohe Gesellen ein, ein Cousin und dessen zwei Söhne. Sie wollen sich vor dem Arm des Gesetzes verstecken. Als Dank für die gewährte Gastfreundschaft terrorisieren die drei Bauer Hatburn und seine Tochter. Aber auch die Nachbarschaft kriegt ihren Teil ab. Als Davids Bruder sich wehrt, rastet der älteste der Söhne aus und verletzt ihn derart, dass er zum Krüppel wird.

Und von da an wendet sich der bis dahin leicht komödiantische Film, der das Leben der „Hinterwäldler“ nachsichtig-liebevoll aufs Korn nimmt, zum veritablen Drama. Vater Kinemon erleidet dank der schrecklichen Nachricht eine Herzattacke und stirbt. Nun fehlt der Familie das Einkommen und sie muss den Hof verlassen. David kommt im Laden des lokalen Gemischtwarenhändlers als Hilfskraft unter. Als der Postkarrenfahrer wegen Trunksucht kurzfristig ausfällt, kommt Davids grosse Stunde: Weil Not am Mann ist und die Zeit drängt, darf er den Karren steuern. Er fährtin Richtung Hatburns Haus – und da endlich kommt sein Moment der Bewährung: in einem erbitterten Kampf überwältigt David den übermächtigen „Goliath“ Hatburn.

Tol’able David ist nicht mehr und nicht weniger als ein sehr solider, gut gemachter, höchst unterhaltsamer Film. Er macht sehr geschickt Gebrauch von dem relativ neuen Medium Film – es haftet ihm nichts von der schwerfälligen Einfachheit an, die uns heute in vielen anderen Werklein aus jener Zeit ins Auge stechen. Henry King hat die Lektionen gut gelernt, welche D.W. Griffith und andere in jenen Pionier-Jahren des Kinos gegeben haben.

Á propos: Griffith wollten den Stoff ursprünglich selbst verfilmen, doch Richard Barthelmess, der hier als Mitproduzent fungierte, schnappte ihm die Rechte vor der Nase weg. Griffith soll immerhin angetan gewesen sein vom Ergebnis.
Kings Film wirkt heute noch – er liesse sich gut verwenden, um „Uneingeweihte“ mit dem Stummfilm bekannt zu machen. Und das ist wohl das grösste Kompliment, das man einem derart alten Film machen kann.
8/10

Ich habe mir den Film auf Schmalfilm (Super8) angeschaut. Die Firma Blackhawk veröffentlichte ihn in den Sechzigerjahren für den amerikanischen Heimkinomarkt integral auf vier vollen 120m-Spulen. Die Bildqualität auf diesem alten Streifen ist hervorragend; für das Kinoerlebnis habe ich mittels (halbwegs) passender Musik ab CD gesorgt.
Natürlich ist der Film auch auf DVD erhältlich – allerdings nur in den USA.
Untenstehende Bilder stammen weder von der Super8-Fassung noch von der DVD, sondern aus dem www!

Auf dem Weg zum Superstar

GRANDMA’S BOY
(dt.: Grossmutters Liebling)
USA 1922
Regie: Fred C. Newmeyer
Mit Harold Lloyd, Anna Townsend, Mildred Davis, Charles Stevenson, Noah Young u.a.
Dauer: 56 min

Holterdipolter stolpere ich durch Harold Lloyds Filmografie – nun kommt nach der sechsten Film-Besprechung auch endlich sein erster Langfilm an die Reihe.

Nachdem er in einer ganzen Reihe von Drei- und Vieraktern erfolgreich war – üblich waren zu dieser Zeit Kuzfilmkomödien mit ein bis zwei Akten – brachte Produzent Hal Roach seinen Star 1922 erstmals in einem Fünfakter heraus, die damals als „Abendfüller“ galten. Das war die vorletzte Stufe von Harold Lloyds Weg zum Superstar (die letzte war sein übernächster Film: Safety Last).

Bereits in Grandma’s Boy zeichnet sich überdeutlich ab, weshalb Lloyd derart grossen Erfolg hatte. Der Film ist einfach gut! Sehr, sehr gut.
Es ist erstaunlich, wie harmonisch die Handlung entwickelt ist. Jeder Gag wird minutiös vorbereitet, aus den meisten Gags entwickeln sich neue Handlungsoptionen, überraschende Wendungen oder Auswege aus aussichtslos erscheinenden Situationen. Das ist Lloyds Markenzeichen, man kann es in praktisch allen seinen Stummfilmen (mit Ausnahme vielleicht von Dr. Jack) beobachten: Die unendliche Sorgfalt, mit welcher die Handlung entwickelt wird. Mit welcher er die Handlung entwickelt, müsste man eigentlich sagen. Denn obwohl Lloyd nie als Regisseur seiner Filme fungierte, hatte er doch sämtliche Fäden seiner Produktionen in der Hand.

Was Chaplin manchmal Monate kostete, nämlich den richtigen Dreh bei einer schwierigen Handlungs – oder Figurenkonstellation zu finden, wirkt bei Lloyd wie aus dem Ärmel geschüttelt und doch absolut natürlich und organisch. In dieser Kunst wird er heute leider unterschätzt. Lloyd zählt zwar zu den „grossen Drei“ (Chaplin, Keaton, Lloyd) der amerikanischen Stummfilmkomödie, wird aber immer nur an dritter Stelle erwähnt. Dabei steht er – jedenfalls in meinen Augen – seinen berühmteren Kollegen in nichts nach. Von den anderen beiden unterscheidet er sich in gleichem Masse, wie sich Keaton von Chaplin und Chaplin von Keaton unterscheidet.

Obwohl Grandma’s Boy noch nicht mit so waghalsigen und haarsträubenden Stunts wie etwa Safety Last oder Girl Shy aufwartet, vermag er auch ein heutiges Publikum noch vollständig zu fesseln (eine Behauptung, die ich an einer Schulklasse voller actiongewohnter Elfjähriger verifizieren konnte). Die Spannung wird perfekt aufgebaut, unterschwellig ist sie stets präsent, während die leichteren Sequenzen von zum Teil umwerfenden Gags getragen werden.

Lloyd spielt hier ein Muttersöhnchen, das bei seiner Oma auf dem Land aufwächst und vor allem und jedem Angst hat. Er ist in die hübsche Mildred verliebt, doch sein Nebenbuhler lässt ihn bei dieser kaum zum Zuge kommen.
Als ein streunender Gauner im Kaff während eines Raubs einen Mann erschiesst, formiert sich unter er Leitung des Sheriffs ein Trupp Männer, die den bösen Buben einzufangen versuchen. Auch Harold wird eingezogen – und muss einsehen, dass er ein heilloser Feigling ist. Da greift seine Oma zu einer List…

Das Thema Schwächling durchlebt eine Wandlung und wächst über sich hinaus wurde in der Stummfilmzeit immer wieder gern durchexerziert (von Lloyd selbst, mit Vorliebe aber auch von Buster Keaton), doch selten so exemplarisch und gekonnt wie hier. Punkto Einfallsreichtum und Originalität reicht Lloyd hier noch nicht ganz, aber doch schon sehr nahe an vergleichbare Werke Keatons heran. Die Einladung bei seiner Geliebten, zu welcher Harold in einem total altmodischen Anzug erscheint, und zu dem auch sein Rivale eingeladen ist, gehört dabei mit zu Lloyds schönsten Momenten.
Der Film ist auf der auch hierzulande erhältlichen DVD mit einer hervorragenden Begleitmusik von Robert Israel unterlegt, der einmal mehr das Kunststück fertigbringt, zum Wesen des Filmes vorzudringen und ihn so richtig funkeln zu lassen.
Grandma’s Boy findet sich als Bonus auf der im deutschsprachigen Raum erschienen DVD Safety Last oder im Box Set Harold Lloyd Edition, die sämtliche Stummfilme Lloyds enthält.
9/10

http://www.amazon.de/Safety-Last-OmU-Harold-Lloyd/dp/B004KCG24M/ref=sr_1_4?s=dvd&ie=UTF8&qid=1321272921&sr=1-4

http://www.amazon.de/Harold-Lloyd-Kurzfilme-Langfilme-DVDs/dp/B0032DB1UA/ref=sr_1_2?s=dvd&ie=UTF8&qid=1321472741&sr=1-2

Der Mann an der Hochhausfassade

SAFETY LAST
USA 1923
(dt.: Ausgerechnet Wolkenkratzer)
Mit Harold Lloyd, Mildred Davis, Noah Young,
Regie: Fred Newmeyer und Sam Taylor
Dauer: 73 min


Das Bild gehört zu den berühmtesten der Filmgeschichte: Ein blasser Mann mit dicker Hornbrille und Strohhut hängt am Zifferblatt einer Uhr, das sich unter seinem Gewicht gefährlich durchbiegt. Wir sehen, dass diese Uhr am oberen Stockwerk eines Hochhauses befestigt ist. Wenn sie nachgibt, bedeutet dies für unseren Hornbrillenträger den sicheren Tod.

Dieses Bild kennen alle, doch Hand aufs Herz: Wer hat je den dazugehörigen Film gesehen?

Safety Last war zu seiner Zeit ein riesiger Box-Office-Hit. Harold Lloyd, der Mann mit der Hornbrille stach seine Kollegen Charlie Chaplin und Buster Keaton an der Kinokasse aus. (Und mit fast jedem seiner nachfolgenden Filme gelang ihm dasselbe.)
Lloyds Name wurde seit Safety Last im selben Atemzug mit Chaplin und Keaton genannt. Nach diesem seinem letzten Film füt Hal Roach macht er sich selbständig und drehte einen Hit nach dem anderen – sowohl in künstlerischer Hinsicht als auch hinsichtlich des Publikumserfolgs. Erst mit dem Fortschreiten der Tonfilmzeit wurde es dann immer stiller um ihn, und schliesslich geriet er, wie damals auch Keaton, in Vergessenheit. Seine Wiederentdeckung ist noch im Gange.

Es waren vor allem die Kompilationsfilme von Robert Youngson, der in den späten Fünfziger- und frühen Sechzigerjahren mit Days of Thrills and Laughter oder The Golden Age of Comedy ein Revival der Stummfilmkomödien einleitete. Mit Ausschnitten aus Safety Last rückter Youngson diesen Höhepunkt der Stummfilmgroteske und damit auch Harold Lloyd wieder ins öffentliche Bewusstsein. Die Fassadenkletter-Sequenz machte einen derartigen Eindruck auf das moderne Publikum, dass man Lloyd bis heute mit dem Besteigen von Hochhäusern assoziiert. Dabei hatte er noch andere denkwürdige Filme gedreht.

Safety Last handelt von der gefährlichen Nähe der beiden Gegenpole Erfolg und tödlicher Absturz. In der allerersten Szene – auch sie ist bereits denkwürdig – sehen wir Harold hinter Gittern von seinen Lieben Abschied nehmen. Hinter ihm dräut der Galgen. Der Pfarrer tritt herbei und klopft ihm betroffen auf die Schulter. Doch dann fährt die Kamera zurück und wir sehen, dass wir getäuscht wurden: Das „Gefängnis“ war das Gitter vor dem Bahnsteig, der „Galgen“ ein Postsackhalter. Der Gang in den Tod entpuppt sich als Gang in den Erfolg, denn der junge Mann reist in die grosse Stadt, um dort sein Glück zu machen. Seine Verlobte setzt ihn unter Druck – er muss einfach etwas Grosses werden. So gesehen hat er den Kopf durchaus in der Schlinge.

Die Arbeitssuche in der Stadt entpuppt sich als furchtbar schwierig. Er und sein Zimmergenosse „Limpy Jim“ können kaum die Miete berappen. Nur mit unsäglichen Tricks halten sie sich über Wasser und nur mit unsäglichen Tricks kann Harold etwas Geld für eine Brosche abzweigen, die er seiner Liebsten nach Hause schickt – begleitet von einem Brief, der ihr vorgaukelt, er habe eine leitende Position in einem der führenden Warenhäuser New Yorks inne.

Lloyds Filme funktionieren, mehr als Chaplins oder Keatons Werke, immer auch als historische Dokumente des damaligen Amerika. In Safety Last etwa wird das New York der Zwanzigerjahre so ganz nebenbei portraitiert, weil Lloyd an Originalschauplätzen drehte, auf Strassen und Plätzen, während seine Kollegen Kulissen errichten liessen. Die Kaufhaus-Sequenz aus Safety Last etwa entstand in einem echten Kaufhaus, das einem Verwandten des Produzenten Hal Roach gehörte, der es der Filmcrew in den Nachtstunden zum Dreh überliess.

Eine der schönsten Sequenzen dieses an schönen Sequenzen überreichen Films spielt in eben diesem Warenhaus. Der Ausverkauf tobt und der kleine Angestellte Harold begegnet der rasenden Käuferinnenmasse wie ein Ritter dem Drachen, indem er diese mit einem Schirm, den er wie ein Schwert benutzt, in Schach hält. Ausgerechnet jetzt taucht Harolds Verlobte auf, und er muss für sie so tun, als würde ihm der Laden gehören. Das ist angesichts der tobenden Masse gar nicht so einfach. Erschwerend kommt hinzu, dass der Abteilungsleiter ihn beim Chef verpfiffen hat und Harold genau in dem Moment zitiert wird, wo er für seine Freundin den Chef spielt. Zuzuschauen, wie Harold alles so dreht, dass die Illusion für seine Herzdame bestehen bleibt, ist reinstes Vergnügen.!

Und dann die Klettersequenz. Harold hat im richtigen Moment den richtigen Einfall und verdient sich damit 1000 Dollar – weil der Warenhaus-Chef eine gute Werbeidee sucht. Harold erinnert sich einer waghalsigen Flucht seines Zimmergenossen „Limpy Jim“ vor der Polizei, die geschickt früher im Film platziert wurde. „Limpy Jim“ entkam dem Polizisten damals, indem er die Fassade eines Hochhauses als Fluchtweg benutzte. So schlägt Harold seinem Chef nun vor, seinen Freund, den Fassadenkletterer vor dem Kaufhaus die Wand hoch kraxeln zu lassen und verspricht eine grosse Ansammlung Schaulustiger, denen der Name des Kaufhauses danach ein Begriff sein werde.

Die 1000 Dollar sind ihm sicher, sein Freund sagt zu, der grosse Tag kommt, und weil der „Stunt“ in der Zeitung angekündigt wird, ist auch jener Polizist zur Stelle, der mit „Limpy Jim“ noch eine Rechnung offen hat. Wegen dessen Anwesenheit wagt Jim nicht, in Erscheinung zu treten und schlägt Harold vor, er solle doch schon mal bis zum ersten Stockwerk hochklettern. Danach werde er, Jim, ihn ablösen, seine Kleider anziehen und den Rest übernehmen. „Lass mich zuerst den Cop abschütteln“, sagt er und rauscht ab. Harold bleibt nichts anderes übrig, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Ungeschickt krabbelt er hoch und es gelingt ihm unter grosser Anstrengung, bis zum ersten Stock zu gelangen.

Und nun? Man ahnt es schon!

Der Polizist ist zu gewitzt und lässt sich nicht abschütteln. Harold muss immer noch mal ein Stockwerk weiter. Bis ganz oben. Und so gipfelt dieser Film in eine der atemberaubendsten Sequenzen der ganzen Slapstick-Geschichte, eine Sequenz, die absolut nicht komisch ist, die einem mit immer neuen Un- und Zufällen die Haare zu Berge stehen lässt.

Das Eindrücklichste daran ist, dass alles so echt wirkt. Es gibt keine Rückprojektion. Kein Trick ist bemerkbar. Die Sequenz wirkt von Anfang bis Ende so, als sei der Schauspieler Harold Lloyd tatsächlich eine Hochhaus hochgeklettert.

Erstens ist es tatsächlich und stets deutlich sichtbar Lloyd, der da klettert – kein Double. Zweitens: Gemäss Filmexperten wurde auf einer Hochhauskulisse auf einem Hügel gedreht, von dem man in die Stadt hinunter blicken konnte. Die Kamera wurde so positioniert, dass in jeder Einstellung die Stadt in der Tiefe zu sehen war, der Hügel aber nicht ins Bild kam. Nach Lloyds eigenen Aussagen wurde sein Stunt mit Matratzen und Sprungtüchern gesichert.

Noch heute wirkt diese Sequenz derart erstaunlich, dass sie sogar Special-Effects-gewöhnte Kinder in gespanntes Schweigen versetzt. Ich habe den Film meiner Schulklasse (alles elfjährige „Kids“) vorgeführt; als sie im Vorfeld hörten, dass es sich dabei um einen Schwarzweissfilm handle, begannen die meisten zu maulen.
Während der Vorführung war die Klasse mückschenstill – auch bei den weniger spektakulären Anfangs-Sequenzen. Keiner dachte mehr daran, dass der Film ja schwarzweiss und auch noch stumm ist.

Hinterher kam einer der „hard boiled boys“ zu mir und sagte allen ernstes: „Wenn sie uns wieder einen Film zeigen, muss es aber wieder so ein ein Stummfilm sein!“
10/10

Der Film ist in der 10-DVD-Box Harold Lloyd – The Collection mit der Begleitmusik von Carl Davis erschienen (Regionalcode 2). Man bekommt sie bei amazon.de. Inzwischen ist der Film auch als Einzel-DVD erhältlich.