Kurzkritik: A Long Way Down

A LONG WAY DOWN
England / Deutschland 2014
Mit Pierce Brosnan, Tony Colette, Imogen Poots, Aaron Paul, Sam Neill, Rosamund Pike,  u.a.
Drehbuch: Jack Thorne, nach dem gleichnamigen Roman von Nick Hornby
Regie: Pascal Chaumeil

Das Fähnlein der vier Lebensmüden: Aaron Paul, Tony Colette, Imogen Poots & Pierce Brosnan

Die Ausgangslage schaut im Trailer ziemlich vielversprechend aus: Ein Selbstmörder will am Silvesterabend vom Dach eines Hochhauses springen, zögert aber an der Kante so lange, dass sich hinter ihm eine „Schlange“ aus weiteren Lebensmüden bildet. Die vier völlig unterschiedlichen Typen tun sich schliesslich zusammen und werden durch einen „Stay-Alive-Pakt“ zu einer „Gang“: Bis zum Valentinstag wollen sie am Leben bleiben und aufeinander Acht geben.
Kingt gut – doch der Film enttäuscht. Die schauspielerischen Leistung aller Beteiligten sind zwar toll, trotzdem springt der Funke nicht aufs Publikum über. Weder das Drehbuch noch die Regie können mit der Klasse der Schauspieler mithalten. Letztere ist dafür zu konventionell und uninspiriert, ersteres zu oberflächlich und zu einfallslos. Die Beweggründe einiger der Möchtegern-Selbstmörder bleiben nebulös, ihre Handlungen sind nicht immer nachvollziehbar.
Und auch die Balance zwischen Tragik und Komik gelingt nicht wirklich, weil die Charakere und ihre Geschichten viel zu oberflächlich abgehandelt werden.
„Nick Hornby ist gerade „in“, also verbraten wir seine Bücher gewinnbringend im Kino“ – das scheint die eigentliche Botschaft des Films zu sein. Sie ist umso ärgerlicher, als kein weiterer Ehrgeiz hinter A Long Way Down auszumachen ist: Weder in künstlerischer Hinsicht noch in jener, eine gelungene, erinnerungswürdige Literaturverfilmung abzuliefern.
Zwei Dinge verdienen allerdings eine spezielle Erwähnung: Die junge Aktrice Imogen Poots stiehlt praktisch allen anderen die Schau (gut, sie hat auch die exzentrischste Rolle von allen); sie ist die eigentliche Entdeckung dieses Films, vermutlich wird man in nächster Zukunft von ihr hören. Und Pierce Brosnan gebührt die Ehre, den Mut aufgebracht und eine Rolle angenommen zu haben, die gänzlich gegen sein Superstar-Image gebürstet ist: die eines pädophil veranlagten Fernsehstars.

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