Errol Flynn

The Circle (2017)

FILM DER WOCHE:

USA 2017
Mit Emma Watson, Tom Hanks, Karen Gillan, Patton Oswalt, John Boyega, Ellar Coltrane, Bill Paxton, Glenne Headly u.a.
Drehbuch: James Ponsoldt und Dave Eggers nach dem Roman von Dave Eggers
Regie: James Ponsoldt
Musik: Danny Elfman
Der Kinostart des Films im deutschsprachigen Raum ist für September geplant.

„Beauty and the Beast“ zum zweiten. Diesmal bekommt es Emma Watson mit einem „Beast“ ganz anderer Art zu tun: Mit dem „Circle“, einem Google nachempfundenen Internet-Konzern, der sich mit rasender Geschwindigkeit weltweit ausbreitet und sich in den Privatleben der Menschen einnistet. Dave Eggers („Ein Hologramm für den König“) schrieb den gleichnamigen Roman, eine erschreckende Science-Fiction-Vision unserer nahen Zukunft, nun wurde er verfilmt.

Mae (Watson) wird von ihrer Freundin Annie (Gillan) in den Konzern eingeführt und kann bald ihren langweiligen Job in einer Versicherung gegen die aufregende Vorstellung eintauschen, Teil des „Circle“ zu sein. Mae arbeitet im dortigen Call-Center, wo sie im Akkord Kundenanfragen beantworten muss und dafür bewertet wird. Mit sanftem Druck wird sie dazu gepusht, ein möglichst hohes Ranking zu erzielen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt es ihr. Sie steigt auf.

Die Durchschnittsbewertung bei Filmseiten wie imdb.com erstaunt: The Circle ist um einiges besser, als die tiefe Punktezahl erwarten lässt. Es handelt sich hier um Science-Fiction, wie man sie heute kaum mehr kennt: Angesiedelt in einer unserer Zeit derart nahen Zukunft, dass äusserlich keinerlei Veränderungen sicht bar sind. Die Welt sieht aus, wie die unsere. Was da gezeigt wird, passiert jetzt. Die Auswirkungen könnte man morgen spüren. Oder übermorgen. Das ist die Botschaft von Ponsoldts Film.
Vielleicht kommt er so schlecht an, weil das Kinopublikum heute Science-Fiction mit Action, krachendem Soundtrack und geifernden Aliens assoziiert? Dabei impliziert der Begriff „Science“ eigentlich eher Besonnenheit, Ernsthaftigkeit. The Circle gibt dem Genrebegriff seine ursprüngliche Ernsthaftigkeit zurück, ohne freilich allzu wissenschaftlich zu werden.

Wissenschaftlich, oder zumindest fast wissenschaftlich mutet höchstens die Genauigkeit an, mit der Eggers und Ponsoldt die Mechanismen aufzeigen, die Konzerne wie Google immer mächtiger werden lassen. Einerseits ist da die Dummheit / Gedankenlosigkeit / der Herdentrieb der User – und da haben wir einen weiteren möglichen Grund für die Ablehnung des Films: Er hält uns den Spiegel vor – andereseits sind es subtile, perfide psychologische Personalführungs- und Verkaufs-Tricks, welche die Leute dahin bringen, wo sie sie hinhaben wollen. Beides geht eine Symbiose ein, beides bedingt sich gegenseitig, und das bringt der Film meisterhaft auf den Punkt. Jemand hat geschrieben, The Circle sei eigentlich ein Horrorfilm. Das hat was! Der Horror ist diese Symbiose – und die Tatsache, dass sie bereits geschehen ist: Die Konzerne haben sich in unseren Gehirnen eingenistet.

Sehr schön wird das ersichtlich in der Figur der Mae, eine nette, ambitionierte junge Frau mit leicht angeschlagenem Selbstbewusstsein. Sie beginnt ganz unten und ist stolz, Teil der Gemeinschaft sein zu dürfen, die sich in einem ringförmigen, campusartigen Firmensitz permanent selbst feiert, in zahlrreichen kostenlosen Aktivitäten endloses Vergnügen findet und darob die Aussenwelt kaum mehr wahrnimmt. Dieser Stolz treibt Mae dazu, immer besser werden zu wollen, sie nimmt die Firmenphilosophie in sich auf und am Ende ist sie es, die ohne jede böse Absicht, den Circle um ein weiteres „tool“ bereichert, jenes, das ihren Ex-Freund das Leben kosten wird. Mae denkt je länger je mehr genauso, wie die Firma dies möchte, nämlich in deren Gedankenmustern.

Es gibt in diesem Film keinen Bösewicht; oder, anders ausgedrückt: Niemand in diesem Film ist explizit böse. Es gibt zwei „Bösewichte“, beide sind aber eigentlich unglaublich nett und grosszügig. Tom Hanks und Patton Oswalt spielen sie hervorragend. Firmenboss Eamon Bailey (Hanks), ein hemdsärmlicher, kumpelhafter Typ, nimmt Mae unter seine Fittiche und formt sie nach seinem Gusto. Und sein Kompagnon Stenton (Oswalt) unterstützt ihn aus dem Hintergrund. Bailey und Stenton sind zudem die einzigen älteren Leute im „Circle“. Alle anderen, die Mitarbeiter sind jung. Bailey und Stenton sind die gerissenen Manipulatoren im Hintergrund. Dabei sind sie so nett, dass sich alle mit ihnen verbünden. Es ist nicht mal sicher, ob sie selber wissen, was sie mit ihrer Firma eigentlich anrichten.
Und da sind wir bei einem weiteren möglichen Rezeptions-Problem: In The Circle verschwimmen die Fronten. Das einfache Gut-Böse-Schema ist aufgehoben. Deshalb ist er nicht einfach zu konsumieren und erfordert einiges an gedanklicher Arbeit.

Romanautor Dave Eggers hat selbst am Drehbuch mitgewirkt – zum Glück. Als Film ist The Circle schlüssiger als das Buch. Episoden, die im Buch viel (auch überflüssigen) Raum einnehmen, sind hier aufs Wesentliche verknappt. Dass dabei nichts fehlt, ist das grosse Verdienst des Drehbuches. Als Film fährt das Gezeigte noch stärker ein als beim Lesen. Die gestylte, oberflächliche Party-Umgebung des „Circle“ gibt einiges an visuellem Schauwert her, und ich ertappte mich mehrmals dabei, dass ich dachte: „Genauso hatte ich mir das beim Lesen vorgestellt!“

Doch dann: Der Schluss!
Da weicht der Film plötzlich stark vom Buch ab; im Roman wird Mae selbst zum „Biest“, zum Monster. Für mich verliert der Roman dort stark an Glaubwürdigkeit. Es gelingt Eggers nicht, seine Identifikationsfigur glaubhaft in ihren eigenen „bösen Zwilling“ umzubiegen.
Der Film lässt den Figuren ihre Persönlichkeiten. Das ist stimmiger, doch es schwächt das Ende ab. Die Sequenz, in der Mae am Ende vor den versammelten „Circlern“ das Steuer herumreisst, ist zwar absolut schlüssig und gelungen; was dem aber folgt, die nimmt der Hauptkritik des Films – Totalverlust der Privatsphäre – ihren Schwung, weil Ponsoldt nun plötzlich die Vorteile der „neuen Öffentlichkeit“ fokussiert (jedenfalls bekommt man diesen Eindruck): Dubiose Firmen können so nicht mehr betrügen.

Am Ende sieht man eine mosaikartig sich auflösende „schöne neue Welt“, die sich aus tausenden von beobachteten Individuen zusammensetzt. Dieser Schluss bleibt auf den ersten Blick rätselhaft. Allerdings sollte man genau überlegen, was Ponsoldt da sagen will. Das Bild von einer glücklichen, im Meer dümpelnden und von drei um sie herumschwirrenden Drohnen beobachteten Mae entpuppt sich als „Fernsehbild“, es wird immer kleiner, daneben und darüber reihen sich weitere Fernsehbilder von Menschen, Plätzen und Räumen, die immer kleiner und immer mehr werden, bis Mae nicht mehr zu erkennen ist. Das Individuum verschwindet, löst sich quasi auf im Meer der Informationen.
The Circle macht trotz einiger Abstriche deutlich – und lässt keinen Zweifel darüber – wo die Gefahren der Zukunft liegen. Der nächsten Zukunft.

Die Regie: 8 / 10
Das Drehbuch: 10 / 10
Die Schauspieler: 10 / 10
Die Filmmusik: 8 / 10
Gesamtnote: 9 / 10

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Kurzkritiken

LOST HIGHWAY
USA 1997
Mit Bill Pullman, Patricia Arquette, Balthazar Getty, Robert Loggia, Gary Busey u.a.
Drehbuch: David Lynch und Barry Gifford
Regie: David Lynch
Musik: Angelo Badalamenti
Inszenatorisch ist dies ganz klar der stärkste Film der drei diese Woche besprochenen – ein unverwechselbarer „Lynch“. Leider fällt der Inhalt dagegen derart ab, dass ein krasses Gefälle entsteht. Was Lynch uns da auftischt, ist zwar vom ersten Moment an packend, doch leider auch komplett selbstzweckhaft. Ich kann in Lost Highway inhaltlich nichts entdecken, womit ich etwas anfangen könnte. Die Zeitebenen sind derart verschachtelt, dass eine schlüssige „Entschachtelung“ gar nicht möglich ist. Die Figuren machen Wandlungen durch – auch äusserliche – die nicht nachzuvollziehen sind. Und die Handlung irrlichtert auf etwas zu, von dem man ein schlüssiges Ende erhofft, das aber nie eintritt. Am Ende beisst sich die Katze in den Schwanz – nur: welche Katze? Und welcher Schwanz?
Lost Highway war Lynchs nächster Langfilm nach Fire Walk With Me, der den vorläufigen Abschluss (eigentlich Vorlauf) der Twin Peaks-Serie bildete. Auch hier geht es wieder um „das Böse“, das auf unheimliche Art und Weise Gestalt annimmt und die Gesetze der Logik und der Natur ausser Kraft setzt. Allerdings führt das alles zu nichts. Der Film ist künstlerisch zwar höchst eigenwillig, originell und anspruchsvoll, doch er ist auch kryptisch und letztlich leer.
Fred, ein Saxophonspieler (Pullman) bekommt Videotapes zugespielt, die nachts in seiner Wohnung aufgenommen worden sind – während er und seine Freundin (Arquette) schliefen. Die Polizei wird eingeschaltet, die Lage spitzt sich zu, der Saxophonist scheint verrückt zu sein, und schliesslich wird er verhaftet, weil er seine Freundin umgebracht hat. Im Gefängnis mutiert er plötzlich zu einer anderen Person, dem Mechaniker Pete (Getty), eine ganz andere Geschichte beginnt. Doch immer wieder scheinen Echos der ursprünglichen Handlung auf, bis die beiden Stränge zusammenkommen. Das managt Lynch meisterhaft und spannend – doch er dreht sich mit seinen immer gleichen Obsessionen im Kreis.
Die Regie: 10 / 10
Das Drehbuch: 5 / 10
Die Schauspieler: 8 / 10
Die Filmmusik: 10 / 10
Gesamtnote: 8,5 / 10

SILVER RIVER
(dt.: Der Herr der Silberminen)
USA 1948
Mit Errol Flynn, Ann Sheridan, Thomas Mitchell,
Drehbuch: Stephen Longstreet und Harriet Frank Jr. nach einem Roman von Stephen Longstreet
Regie: Raoul Walsh
Musik: Max Steiner
Der vergessene Film der Woche
1951 kam dieses heute vergessene Western-Drama auch im deutschsprachigen Raum in die Kinos. Errol Flynn war halt ein Kassenmagnet. Möglicherweise fiel der Film dann gerade wegen ihm durch, respektive wegen der Rolle, die er darin verkörpert. Diese unterscheidet sich erheblich von jener des strahlenden Helden, auf die Flynn bis dahin abonniert war und in der das Publikum ihn sehen wollte. In Silver River tritt er als selbstherrlicher Spieler auf, der ins Minen-Geschäft einsteigt und damit ein Vermögen macht – nicht zuletzt, indem er seinen Compagnon mit einer Finte in den Tod schickt. Als er dessen Witwe heiratet (sein heimliches Ziel), hat er den Tiefpunkt in der Publikumsgunst erreicht. Trotzdem wird ihm am Ende – praktisch in letzter Minute – eine Läuterung auf den Leib geschrieben, welche die Zuschauer in ein Happyend entlässt, die aber komplett unglaubwürdig wirkt.
Silver River ist das Psychogramm eines Egomanen, und als solches funktioniert er die meiste Zeit hervorragend. Und: Flynn überzeugt als zwieliechtiger Charakter schauspielerisch auf ganzer Länge! Trotz erheblicher Probleme am Set (Flynn und sein Co-Star Ann Sheridan guckten zum Leidwesen des Regisseurs regelmässig zu tief in die Flasche) ist Silver River schauspielerisch überraschend packend. Auch Drehbuch und Regie tragen einiges dazu bei, dass der Film packt und überzeugt. Leider erlaubt sich das Drehbuch einige grobe Schnitzer – das Filmende ist einer davon. Es wirkt wie ein erzwungener Alternativschluss. Ob der von Beginn weg so vorgesehen war und wie das eventuelle ursprüngliche Filmende ausgesehen hat, bleibt ein Rätsel.
Die Regie: 8 / 10
Das Drehbuch: 7 / 10
Die Schauspieler: 10 / 10
Die Filmmusik: 7 / 10
Gesamtnote: 8 / 10

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Vorschau

Die folgenden drei Filme werden im nächsten Blog-Beitrag vorgestellt. Einer davon wird zum „Film der Woche“ gekürt…

The Wild Bunch (dt.: The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz; USA 1969)

Whip It (dt.: Roller Girl – Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg; USA 2009)

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Der Herr der sieben Meere – 1940

Ein Filmklassiker auf dem Prüfstand
THE SEA HAWK
USA 1940
Mit Errol Flynn, Brenda Marshall, Flora Robson, Claude Rains, Henry Daniell, Alan Hale u.a.
Drehbuch: Howard Koch und Seton I. Miller
Regie: Michael Curtiz
Studio: Warner Bros.
Dauer 122 min
Der Film gelangte erst nach dem 2. Weltkrieg in die deutschen Kinos: 1948 hatte er seine deutschsprachige Premiere, unter dem Titel Der Herr der sieben Meere.

Vorspann:
Die titelgebenden „Sea Hawks“ sind Piratenschiffe, die inofiziell im Dienst der Königin von England stehen und die Expansionpläne des spanischen Königs durch Schwächung seiner Seemacht stören sollen. Der Film zeigt die Abenteuer des „Sea Hawks“ Thorpe (Flynn), der im Auftrag der Königin in Panama einen spanischen Goldtransport überfallen soll, dort aber dank einer Intrige am englischen Hof mit seiner Besatzung  in spanische Gefangenschaft gerät…

Der Film:
Errol Flynn und Michael Curtiz hatten elf erfolgreiche Filme zusammen gedreht, u.a. Captain Blood (dt.: Unter Piratenflagge, USA 1235), The Adventures of Robin Hood (dt.: Robin Hood, König der Vagabunden; USA 1938) – ein Dream-Team, müsste man meinen. Doch weit gefehlt, die beiden kamen nicht aus miteinander (es gibt böse Zungen, die behaupten, mit Michael Curtiz sei niemand ausgekommen).
Curtiz war ein detailbesessener Pedant, der zudem als arrogant verschrien war, Flynn dagegen ein Luftibus, der sich nicht gross um Drehpläne und Dialogzeilen kümmerte. Wo denn genau der Erfolg der Flynn-Curtiz-Filme liegt, ist schwer zu eruieren. Im Falle von The Sea Hawk trägt Flynn meines Erachtens nicht viel zum Gelingen bei; es ist Curtiz Regieleistung, für die ich mich begeistern kann.

Und das war’s auch schon. Die anderen Komponenten lassen mich eher kalt. Der Film hat einen grandiosen Look, es wurden keine Kosten gescheut, ausstattungstechnisch so richtig zu klotzen (u.a. wurden zwei historische Schiffe in Originalgrösse nachgebaut), und Curtiz setzt das alles so pittoresk und wirkungsvoll wie möglich in Szene – der Schauwert ist enorm. Wenn hunderte von Piraten sich an einem wahren Gewirr von Seilen zur spanischen Fregatte hinüberschwingen, dann ergibt das ein unvergessliches Bild.
Doch der Schauwert erschöpft sich, wenn die Figuren eindimensional bleiben, die Story nicht mehr als eine Aneinanderreihung von Clichées ist und die Handlung Meilen im Voraus vorhersehbar ist. Und das ist in The Sea Hawk leider der Fall. Kein Mensch versteht, weshalb eine ganze Schiffsladung voll Seebären diesem Captain Thorpe, der übrigens stets bestens rasiert ist und von dessen tadelloser Frisur nie auch nur ein Häärchen absteht, weshalb sie diesem Jungchen vor Loyalität blind in all seinen Unternehmungen folgen. Hier wird deutlich, dass heutige Kinogänger ganz andere Ansprüche an eine filmische Erzählung stellen als damals; die Psychologie muss stimmen. Das tut sie hier hinten und vorne nicht,weshalb The Sea Hawk bei allem Unterhaltungs- und Schauwert gehörig verstaubt wirkt.

Es gibt einiges zu bemängeln an diesem Film: Brenda Marshalls Rolle etwa (sie ist komplett überflüssig, man spürt, dass fürs Publikum noch eine Frau und eine Liebesgeschichte ‚reingepackt werden musste); oder Brenda Marshalls mangelnde Schauspielkunst. Auch Claude Rains‘ Rolle ist nicht klar: Weshalb wird eine relativ unwichtige Figur, die im letzten Drittel plötzlich aus dem Film verschwindet mit einem derart hochkarätigen Schauspieler besetzt und weshalb wird dieser mit einer lächerlichen Maske auch noch fast unkenntlich gemacht? Erich Wolfgang Korngolds Musik zählt zwar zu seinen besten „scores“ und wurde auch für einen Oscar nominiert, nervt aber mit repetitivem Hurra-Gedönse.
Es gibt aber auch Einiges positiv hervorzuheben: Flora Robson als Queen Elizabeth brilliert und dominiert den Film schauspielerisch, ebenso Henry Daniell als ränkeschmiedender, dandyhafter Lord Wolfingham. Zudem ist der Film historisch gesehen von Interesse, weil er zu den ersten US-Kriegspropagandafilmen gehörte (das expansive Spanien ist unschwer als „Synonym“ für Nazi-Deutschland zu erkennen).
Für mich vermögen die Vorzüge die Schwächen des Films allerdings nicht aufzuwiegen. Ich ordne The Sea Hawk deshalb der Kategorie „verstaubter Klassiker“ zu. In seiner Zeit war er unglaublich erfolgreich und beliebt, doch der Lauf der Jahrzehnte hat es nicht gut mit ihm gemeint.

Nachspann:
-Der Film, der von Warner Home Video auch im deutschsprachigen Raum auf DVD veröffentlicht wurde, ist inzwischen vergriffen, ist aber gebraucht noch immer erhältlich, u.a. hier.

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Film-Schnipsel

Kurzrezensionen:

Ein vergessener Film:

Paradise for Three (dt.: Drei Männer im Paradies; Edward Buzzell, USA 1938) Mit Robert Young, Frank Morgan, Reginald Owen, Mary Astor, Florence Rice, Edna May Oliver, Herman Bing, Sig Ruman u.a.
1934 veröffentlichte Erich Kästner seinen Roman Drei Männer im Schnee. Dann kamen die Nazis und Kästner fiel in Ungnade. Es dauerte 21 Jahre, bis der Roman in Deutschland verfilmt wurde. Wohl die Wenigsten wissen, dass bereits 1936 zwei Verfilmungen entstanden – eine in der Tschechoslovakei und eine in Schweden! Zwei Jahre darauf zog auch Hollywood nach: Mit Robert Young, Frank Morgan und Reginald Owen als die „drei Männer“ und einigen Änderungen kam Kästners Roman 1938 unter dem Titel Paradise for Three in die US-Kinos. Der Autor hatte mit dem Drehbuch offenbar nichts zu tun, das übernahmen die Herren Dalton Trumbo (der die ursprüngliche Fassung schrieb, aber nicht in den Credits erwähnt wurde), Harry Ruskin und George Oppenheimer (die Trumbos ursprüngliches Drehbuch „verbesserten“).
Im Grossen und Ganzen blieb Kästners nette Geschichte erhalten, samt der Original-Namen der Hauptfiguren (der Film spielt in Oesterreich). Das Ganze ist leicht in Richtung Slapstick hin verschoben, zudem ist der Fokus viel weniger scharf als im Roman: Wo es Kästner um die Absurdität der Standesunterschiede geht, verbleibt der US-Film im Unverbindlich-Amüsanten stecken (welches ja im Buch auch vorhanden ist). Wunderbar gespielt und mit witzigen Dialogspitzen garniert, ist Paradise for Three eine durchwegs angenehme Film-Unterhaltung.