Yul Brynner

Die glorreichen Sieben – 1960

DER FILMKLASSIKER AUF DEM PRÜFSTAND
THE MAGNIFICENT SEVEN
USA 1960
Mit Yul Brynner, Steve McQueen, Eli Wallach, Charles Bronson, Horst Buchholz, James Coburn, Robert Vaughn, Brad Dexter u.a.
Drehbuch: William Roberts
Regie: John Sturges
Studio: Mirish Company
Dauer 124 min
Im deutschsprachigen Raum erschien der Film erstmals 1961, unter dem Titel Die glorreichen sieben. In der DDR erfolgte die Kinoauswertung zwei Jahre später.

Vorspann:
Ein kleines mexikanisches Dörfchen nahe der US-amerikanischen Grenze. Jahr für Jahr fällt der Bandit Calvera (Wallach) mit seiner bewaffneten Horde dort ein und zwingt die Bauern, ihm ihre Erträge abzugeben. Während eines Ausflugs über die US-amerikanische Grenze heuern die drei Dorfältesten den Scharfschützen Chris (Brynner) an und bitten ihn, weitere Compañeros zu finden – für 20 Dollar pro Mann sollen sie das Dorf beschützen. Chris trommelt sieben „Kollegen“ zusammen und reitet mit ihnen zur Verteidigung der armen Bauern. Die „glorreichen Sieben“ rüsten sich zum Gefecht gegen Calvera und seine vierzig Räuber; dazu gehört auch, die Bauern im Gewehrkampf auszubilden…

Der Film:
The Magnificent Seven, einer der berühmtesten Western aller Zeiten, erhielt genau eine „Oscar“-Nomination: für die Filmmusik von Elmer Bernstein.
Mit der Auflistung von „Oscar“-Nominationen und -Gewinnen oder -Nichtgewinnen ist bekanntlich noch nichts über die Qualität eines Filmes gesagt. Es gibt zahlreiche Beispiele von genialen Kinowerken, die weder einen „Oscar“ erhielten, noch für einen vorgeschlagen worden sind.
Elmer Bernsteins Musik ist das Bekannteste an diesem an sich schon unglaublich bekannten Film – neben dem Werbeplakat, das inzwischen zur Western-Ikone geworden ist. Ein bekannter Zigarrettenhersteller kaufte Bernstein Komposition und eine geraume Zeit lang ritt der „Marlboro-Mann“ zu deren Klängen durch die Kinowerbung.

Löst der Film denn ein, was die Musik und das Plakat versprechen?
Zuerst möchte ich der Frage nachgehen, ob er wirklich ein Klassiker ist – auch ohne viele Oscar- und Golden Globe-Nomination?
Er ist! The Magnificent Seven hat einen grossen Traditionswert. Die Geschichte und einige der Figuren besitzen einen hohen Wiedererkennungsfaktor – bis zum Kultstatus. Und der Streifen hatte grossen Einfluss auf das Western-Genre – er machte Filme wie Peckinpahs Ride the High Country (dt.: Sacramento; USA 1962) und The Wild Bunch (dt.: The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz; USA 1969) oder die Western Sergio Leones erst möglich.
Mit seinem kritischen Blick auf den amerikanischen „Lonesome Hero“, den einsamen Helden des Westerns, läutete er eine Abkehr vom Superheldentum des Scharfschützen ein. Die Helden in diesem Film sind müde und verwundbar; ihr Geschäft  – das Töten – macht ihnen keine Freude, sie sind einsam und verlassen. Einer von ihnen leidet unter quälenden Todesängsten.

Lustigerweise ist The Magnificent Seven eine Transformation eines japanischen Films: Von Akira Kurosawas Klassiker Die sieben Samurai (Japan 1954), welcher seinerseits wiederum von den amerikanischen Western inspiriert war. Der Transfer gelang derart gut, dass er dem traditionellen Genre eine Erweiterung ermöglichte. Kurosawa selbst soll von Sturges‘ Film übrigens restlos begeistert gewesen sein. Im Gegensatz zur amerikanischen Filmkritik, die seinen neuen Western mit gemischen Reaktionen aufnahm.

Schaut man sich den Streifen heute an, kriegt man einen solides Stück Kino serviert, das glänzend unterhält und Spass macht; mich hat es allerdings etwas unbefriedigt zurückgelassen. Die Schuld daran schiebe ich Sturges‘ Regie und dem Umgang mit der Grundthematik zu.

The Magnificent Seven ist ziemlich konventionell inszeniert und geschnitten. Ich meine damit keineswegs schwach. Der Film ist absolut solide und routiniert gemacht, keine Frage. Von diesem berühmten Film hatte ich allerdings mehr erwartet als nur „routiniert“. John Sturges war ein sehr guter Geschichtenerzähler, einer erkennbare, eigene Handschrift hatte er nicht. Den Film könnte auch ein anderer gemacht haben.
Die mangelhafte thematische Vertiefung des Stoffes fällt für mich allerdings mehr ins Gewicht. Vor lauter „Coolness“ bleibt die Botschaft auf der Strecke. Da kommen sieben Vollprofis der Bevölkerung eines unbedeutenden mexikanischen Dörfchens zu Hilfe – für eine Handvoll Dollar. Die Motivationen der einzelnen Scharfschützen bleiben unklar. Erledigen sie den Job aus Nächstenliebe? Das will zur Mehrheit des zwieliechtigen Häufchens nicht wirklich passen. Aus Freundschaft? Irgendwie, vielleicht. Aus Sehnsucht nach einen anderen, sinnvollen Leben? Das wird zumindest angedeutet. Man kann sich einen eigenen Reim daraus machen, so richtig glaubwürdig und nachvollziehbar wird das Unternehmen nie.
Aus diesem Zusammenhang ergibt sich ein weiteres Problem: Der Fokus der Erzählung liegt bei den sieben „Helden“ und deren Befindlichkeiten; das wirkt angesichts der Not der Dorfbevölkerung etwas deplatziert. Die Mexikaner bleiben Staffage. Dabei hätten sie einen starken sozialen und damit narrativen Kontrast zu den „glorreichen Sieben“ abgeben können. Aber vielleicht sind daran die mexikanische Behörden schuld, die auf zahllosen Drehbuchänderungen bestanden, um ihr Land, in welchem der Film gedreht wurde und ihre Leute im „richtigen“ Licht dargestellt zu wissen. Wer weiss, was da alles der Schere zum Opfer fiel…

Yul Brynner, der Star des Film, soll den Transfer von Kurosawas Klassiker angeregt haben. Brynner war Bürger meines Wohnortes Möriken-Wildegg (Schweiz), sein Grossvater lebte hier, sein Vater hatte das Bürgerrecht. So stolz man in unserem Dorf auf The Magnificent Seven ist, unser Ehrenbürger hat in diesem Film schauspielerisch nicht viel mehr zu tun als gut auszusehen. Da gibt es andere Filme, in denen er zeigen konnte, was in ihm steckte.
Die unschönen Querelen mit dem angehenden Star Steve McQueen, der Brynner andauernd die Show stehlen wollte (welche Show?) passen auch nicht so recht ins hehre Bild unseres „Mannes aus Hollywood“. Die Streitereien vor und hinter der Kamera gingen so weit, dass Brynner Leute engagierte, welche zählen mussten, wie oft McQueen während gemeinsamer Szenen die Aufmerksamkeit auf sich zog. Schliesslich zogen auch die anderen Stars in dem Aufmerksamkeits-Wettstreit mit – Regisseur Sturges drohte zeitweise die Kontrolle über den Film zu verlieren.

Was Horst Buchholz in dem Film sucht, war mir von Beginn weg schleierhaft. Wie kam er zu dieser, seiner ersten Rolle in einem US-Film? Und weshalb ausgerechnet in einem Western? Er macht seine Sache gut, aber wieso gerade er, ein dem US-Publikum nicht bekannter deutscher Jungschauspieler? Eine mögliche Erklärung ist der Umstand, dass kurz bevor alles bereit für den Drehbeginn war, ein Schauspieler-Streik angekündigt wurde; die Besetzung musste möglichst schnell unter Dach und Fach gebracht werden, noch vor dem Streik, weil dies kostspielige Verzögerungen nach sich gezogen hätte. Es ging also holterdipolter, und Buchholz hatte vielleicht gerade Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Als er sich während der Dreharbeiten versehentlich ins Bein schoss, wurden Verzögerungen unausweichlich.

The Magnificent Seven wurde in den USA mit wenig Begeisterung aufgenommen, an der Kinokasse dümpelte er so dahin. Kurioserweise machten das die Einnahmen, die er ein Jahr später in Europa erzielte, wieder wett. Dort wurde der Film von Beginn weg ein grosser Erfolg. Was genau den Ausschlag zu dem Kultstatus gab, den der Streifen heute geniesst, kann ich nicht recht nachvollziehen. Er ist sehr gut, solide, erinnerungswürdig – doch gibt es meines Erachtens stärkere, stringentere, persönlichere Western.
Vielleicht haben Elmer Bernstein, Marlboro und der Plakatdesigner dem Status etwas nachgeholfen…

Abspann:
Es wurden drei Magnificent Seven-Sequels gedreht, unter anderen Regisseuren, mit anderen Schauspielern (Brynner war nur in einem davon noch mit von der Partie – als einziger der ursprünglichen Truppe). 1998 und 2000 entstand eine TV-Serie aus dem Stoff.
Eine Neuverfilmung von Regisseur Antoine Fuqua unter gleichen Titel gelangt demnächst in unsere Kinos.
John Landis‘ Komödie Three Amigos (USA, 1986) mit Steve Martin ist eine Parodie auf The Magnificent Seven.
Die glorreichen Sieben sind bei uns auf DVD und Blu-ray erhältlich.

 

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Film-Schnipsel

Kurzrezensionen – diese Woche gesehene ältere Filme:

The Producers (Susan Stroman; USA 2005) Mit Nathan Lane, Matthew Broderick, Uma Thurman, Will Ferrell u.a.
Mel Brooks‘ Erstlingsfilm The Producers (dt.:Frühling für Hitler, USA 1967) wurde vom Meister selbst zum Broadwaymusical umgearbeitet. Das erscheint logisch – als hätte Brooks das von Beginn weg so geplant! Auch bei der hier vorliegenden Verfilmung ebendieses Broadway-Stücks zog Brooks die Fäden im Hintergrund, das ist jeden Moment spürbar – schliesslich hat er den Film produziert.
Obwohl ich zunächst skeptisch war, gefällt mir die Besetzung der Neuverfilmung besser als jene des Originals. Nathan Lane und Matthew Broderick sind der absolute Hammer! Vor allem Lane zieht schauspielerisch und gesanglich sämtliche und vor allem ungeahnte Register! Der Mann ist schlichtweg spitze; gebt ihm ums Himmels Willen bessere Rollen! Matthew Broderick überrascht ebenfalls, schauspielerisch und vor allem tänzerisch! Und Uma Thurman als schweidsche Sexbombe… Oioioi! Brooks‘ Stoff funktioniert zudem als Musical besser; das permanente Gebrüll der Originalbesetzung im ersten Film kann ganz schön auf den Wecker gehen. Hier wird es immer wieder von Musikeinlagen unterbrochen. Die Musik stammt von Brooks selbst und kann sich hören lassen. Die Songtexte stammen ebenfalls vom Meister und sind – zumindest in der Originalversion – eine Klasse für sich. So erweitert die Neuverfilmung den schrillen Spass des Originals noch um ein Mehrfaches. Ein herrlich durchgeknalltes, bisweilen abgründiges Vergnügen!

Vorschau:
Howard Hawks furiose Komödie Twentieth Century mit John Barrymore und Carole Lombard (dt.: Napoleon vom Broadway; USA 1934) gehört hierzulande zu den vergessenen Filmen – obwohl er in den USA heute noch ein Begriff ist. Ich habe den Film gesehen und berichte, weshalb er wichtig war.

 

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Die Reise (1959)

THE JOURNEY
USA 1959
Mit Yul Brynner, Deborah Kerr, Jason Robards, Robert Morley, E.G. Marshall, Kurt Kasznar, Anouk Aimee, Gérard Oury, Siegfried Schürenberg, Maria Urban, Ron Howard, u.a.
Drehbuch: Georg Tabori
Regie: Anatole Litvak
Studio: Alby Pictures / MGM
Der Film kam im deutschsprachigen Raum 1959 unter dem Titel Die Reise in die Kinos.
Dauer: 126 min

Vorspann:
Eine Gruppe bunt durcheinandergewürfelter Individuen verschiedener Nationen reist aus Budapest aus und will die oesterreichische Grenze erreichen. Zunächst weiss niemand, dass unter ihnen ein lebensgefährlich verletzter ungarischer Aufständischer mitreist – ausser der englischen Lady Ashmore, die ihn – ihren Geliebten – aus dem sovjetischen Gebiet herausschmuggeln will. Nahe der ungarischen Grenze wird das Grüppchen durch den sovjetischen Grenzschutzmajor Surov angehalten – und festgehalten. In einem nervenaufreibenden, Tage dauernden Prozess kontrolliert der argwöhnische Major sämtliche Reisenden – er ahnt, dass sie etwas zu verbergen haben.

Der Film:
Ein Film, der fast bis zur letzten Nebenrolle mit klingende Namen besetzt ist. Yul Brynner in seiner wohl besten Rolle. Ein fürs damalige Hollywood ungewöhnlich direkt angesprochene, brisante Thematik. Eine Inszenierung, welche ihrer Zeit voraus war.
Und doch ist The Journey heute völlig vergessen. Woran das liegt, kann man nur vermuten. Vielleicht war der Ungarnaufstand, der dem Film seinen Rahmen gibt, zu fern von Hollywood. Vielleicht liegt es an den paar Unglaubwürdigkeiten im Handlungsverlauf. Oder an der bisweilen etwas holprigen Dramaturgie.
Die Stärken wiegen die wenigen „Aussetzer“ aber allemal auf, wie ich finde.

Wo beginnen?
Bei der Inszenierung. Anatole Litvak war selbst Ungar. In den Zwanzigerjahren floh er aus Russland nach Deutschland und kam von dort – erneut auf der Flucht, diesmal vor Hitler – nach Hollywood. Als er sich an The Journey machte, bestand er darauf, an authentischen Schauplätzen zu drehen – an der oesterreich-ungarischen Grenze – und die Rollen der Ungarn mit echten Landsleuten zu besetzen. Auch die Russen werden von Russen gespielt, und es gibt Sequenzen im Film, in denen nur russisch oder ungarisch gesprochen wird – kein pseudo-fremdländisches Kauderwelsch-Englisch wie es im damaligen US-Kino üblich war.
Der Film, der noch heute mit seinem authentischen Look verblüfft, entstand zu einer Zeit, in der Hollywood u.a. in Cinecittà exotische Schauplätze mit aufwändigen Studiokulissen künstlich herstellte. Litvaks Herangehensweise mit seinem Authentizitätsanspruch setzte sich im amerikanischen Film erst rund zehn Jahre später durch. Darüberhinaus ist die Regieführung stets effektiv, funktional, auf die Handlungsentwicklung und die Charaktere fokussiert. Die gesamte Schauspielercrew liefert unter Litvaks Anleitung Bestleistungen, allen voran Yul Brynner, dessen Major Surov unter die Haut geht. Von allen „Russkis“ des damaligen Hollywood ist Surov der wohl echteste weil vielschichtigste.

Viele Kritiker übersehen, dass im Zentrum des Geschehens nicht die Romanze mit Deborah Kerr steht – die im übrigen gar keine ist, da Kerrs Figur den ungarischen Widerstandskämpfer liebt – sondern das tragische Portrait eines Mannes, der im Sovjetregime Karriere gemacht hat und plötzlich feststellt, dass er in eine Sackgasse geraten ist – sowohl menschlich als auch moralisch – und dass er in einem goldenen Käfig sitzt. Die „Romanze“ mit der Kerr – eine Art Echo aus dem gemeinsamen Vorgängerfilm The King and I – ist vor diesem Hintergrund als verezweifelter Ausbruchsversuch des roten Majors zu verstehen. Brynner füllt die Rolle mit ungebremster, leinwandsprengender Energie – und lässt doch Raum für subtile, tragische Zwischentöne.

Auch das Drehbuch stammt von einem Ungarn: Von Georg Tabori (eigentlich Tabóri György), der nach einer Flucht vor den Nazis zwanzig Jahre lang in den USA lebte, bevor es ihn wieder in den Westen zog. Major Surovs Entwurzelung gleicht jener des Kosmopoliten Taboris. Der Russe Surov, so wird zumindest angedeutet, wurde gegen seinen Willen vom Sovjet-Regime ins besetzte Ungarn versetzt, wo er, als Fremder unter Fremden, als dessen Sprachrohr zu funktionieren hat. Damit bekommt der Kommunismus ein menschliches Gesicht – und das scheint mir für das Hollywood der späten Fünfzigerjahre einzigartig zu sein (Irrtum vorbehalten). Die UdSSR wurde damals vorzugsweise als Reich des Bösen dargestellt, seine Funktionäre als teuflische Intriganten.
Heute zeigen sich Rezensenten über den Ungarn-Fokus des Films erstaunt; dabei übersehen die meisten, dass das zentrale Anliegen von The Journey ist, dem Kommunismus ein Gesicht zu geben. Versteht man den Film so, dann funktioniert er hervorragend. Und Yul Brynner wird zum menschlichen Botschafter aus dem „Reich der roten Teufel“.

Das Drehbuch holpert an manchen Stellen ein wenig, nicht alles erscheint ganz logisch, doch aufgrund der überzeugenden Figurenzeichnung verzeiht man ihm das. Nicht nur Major Surov, auch der Rest des Personals ist interessant gezeichnet und lebendig geschrieben. Verkörpert werden sie allesamt von erstklassigen Darstellern, allen voran Robert Morley, Jason Robards (in seiner ersten Filmrolle, in den Credits als „Jason Robards, jr“ eingeführt), Deborah Kerr und Kurt Krasznar. Neben Jason Robards hat auch der heutige Regisseur und damalige Kinderdarsteller Ron Howard einen seiner ersten Filmauftritte (seinen zweiten, genau genommen).

Produziert wurde The Journey von Alby Pictures.  „Alby“ ist ein Kürzel für „Anatole Litvak“ und „Brynner Yul“. The Journey blieb ihr einziger Film.

Nachspann:
Yul Brynners nächster Film war das von Martin Ritt inszenierte und ebenfalls 1959 herausgebrachte Gesellschaftsdrama The Sound and the Fury. Unter dem Titel Fluch des Südens erschien er damals auch in westdeutschen Kinos. Vor The Journey war Brynner als Buccaneer in dem von Anthony Quinn inszenierten gleichnamigen „Swashbuckler“ zu sehen – bei uns als König der Freibeuter bekannt.
Deborah Kerr war nach dem hier besprochenen Film in Jean Negulescos lauen Komödie Count your Blessings (dt.: Französische Betten) von 1959 zu sehen, neben Maurice Chevallier und Rossano Brazzi. Vor The Journey trat sie neben Burt Lancaster, Rita Hayworth und David Niven in Delbert Manns grandiosem, 1958 fertiggestelltem Drama Seperate Tables (dt.: Getrennt von Tisch und Bett) auf.
Anatole Litvak nächste Regiearbeit kam 1961 heraus, hiess Goodbye Again (dt.: Lieben Sie Brahms?) und vereinigte Ingrid Bergman, Yves Montand und Anthony Perkins. Zuvor drehte er, ebenfalls mit Yul Brynner und Ingrid Bergman das Kostümdrama Anastasia (1956).
Georg Tabori schrieb vor The Journey zwei Drehbücher für zwei Episoden unterschiedlicher Fernsehserien. Für den Film schrieb er 1953 zusammen mit William Archibald Hitchcocks I Confess (dt.: Ich beichte), nach The Journey kam wieder eine Episode einer TV-Serie, und dann der Fernsehfilm The Emperors Clothes, inszeniert 1961 von Boris Sagal. Tabori inszenierte in den Achzigerjahren einige Theaterklassiker fürs deutsche Fernsehen, Warten auf Godot etwa, oder Shakespeares Othello.

The Journey ist ein nicht nur vom historischen Standpunkt höchst interessanter Film, der durchaus eine deutsche DVD- oder Blu-ray-Veröffentlichung verdient hätte. Hierzulande war er nicht mal auf VHS erhältlich, im TV wurde er ebenfalls ewig nicht mehr gezeigt.
In den USA erschien er als “DVD on demand” innerhalb der Reihe Warner Archive Collection.

 

Der klassische Film, anderswo gebloggt
Da ich mich ganz dem klassichen US-Kino (Stummfilmzeit bis ca. 1969) verschrieben habe – Ausflüge in europäische Filmländer nicht ausgeschlossen – und wegen Zeitmangels nie alles besprechen kann, was es auf diesem Gebiet an Interessantem zu besprechen gibt, starte ich hiermit eine Sparte, in der ich auf besonders gelungene Beiträge zum Thema aus anderen Blogs hinweise. Diese Woche auf
Michael (Carl Theodor Dreyer, 1924), einen Stummfilm des Dänen Carl Theodor Dreyer, dem Cameron von Drei Cinéasten eine ausführliche und erhellende Analyse widmet, die so richtig Lust auf das Werk macht.
The Jungle Book (Wolfang Reitherman / Walt Disney, 1967) lässt Marco von Duoscope aus aktuellem Anlass (die Neuverfilmung) mit reichhaltigem Hintergrundwissen und äusserst lesenswert wiederaufleben.