Onward (dt.: Onward – Keine halben Sachen, USA 2020)

Mit den (Original-)Stimmen von Tom Holland, Chris Pratt, Octavia Spencer, Julia Louis-Dreyfuss u.a.
Drehbuch: Dan Scanlon, Jason Headley und Keith Bunin
Regie: Dan Scanlon
Genres: Animation, Fantasy, Abenteuer, Komödie
Dauer: 102 min
Farbe: Color

Onward, die neuste Disney-Pixar-Koproduktion, entgeht knapp der „Entsorgung“ in der Sparte „Meine Filmflops“. Er ist keineswegs schlecht, aber mit einer Gesamtwertung von 7 auch nicht herausragend – ein Grenzfall. Da aber der Durchschnitt der Wertung in Richtung 8 tendiert, kann ihn guten Gewissens empfehlen.

Das Gemäkel zuerst: Onward ist allzudeutlich nach einem Muster gestrickt, nach welchem die meisten der aktuellen CGI-Streifen ablaufen, mit einem gemächlichen Beginn, einem rasend hektischen, lauten Mittelteil, dem ein kurzer Spannungsabfall folgt, der sich im zweiten Teil bis zum irrwitzig-bombastischen Höhepunkt steigert. Begleitet wird das von zahlreichen Gefahrenmomenten, viele davon mit close-shave-Ausgang (der Held entkommt dem Tod um Millimeterbreite, resp. in allerletzter Zehntelssekunde).

Trotz all der Konvention staune ich immer wieder, wie variantenreich, mit wieviel Detailliebe und Erzähllust die Macher dieser Filme das abgenutzte Muster mit Leben und Abwechslung zu füllen vermögen. Das ist auch hier der Fall, wo eine warmherzige Familiengeschichte erzählt wird, die anzurühren vermag.
Onward
dreht sich um Ian Lightfoot, der in einer ehemals magischen Welt aufwächst, der jeglicher Zauber abhanden gekommen ist. Sie ist eine deutliche Reminisenz an die 1980er-Jahre. Ein Teil des Zaubers kommt zurück, als den gerade volljährig gewordenen Ian ein Geschenk seines verstorbenen Vaters erreicht: Ein Magierstab. Damit holt er vorerst mal die untere Hälfte seines Vaters zurück, worauf er sich mit seinem grossen Bruder Barley aufmacht, diese um die obere Hälfte zu ergänzen. Auf ihrer abenteuerlichen Reise müssen sie einiger Gefahren, Fabelwesen und Fallstricke überwinden, was Ian mit zunehmender magischer Fingerfertigkeit immer besser gelingt..

Das ist immer unterhaltsam und witzig. Doch nicht jede Sequenz ist gelungen. Für den Fortgang der Handlung als vollkommen unnötig erweist sich etwa die hektische Episode mit den Motorrad-Elfen, die zwar eine Menge Action in den Mittelteil hineinbringt, die aber viel zu lang geraten ist. Allzu durchschaubar wird hier die Absicht der Macher, die Publikumserwartung nach Krawall und Tempo zu befriedigen.

Andere Sequenzen sind erfeulich subtil geraten und bieten neben dem groben Geschütz überraschenden Tiefgang. Vor allem gegen Ende, als Ian erkennt, was ihm sein Bruder eigentlich bedeutet, wird es im Kinosaal überraschend still.

So ist Onward ein routiniert inszeniertes modernes Märchen, das mit Kalkül sämtliche Publikumserwartungen erfüllt, dabei aber auch warmherzige Töne anschlägt (auch dies routiniert) und mit spektakulär animierten Sequenzen aufwartet. Ein konventioneller Unterhaltungsfilm, der nichts falsch macht.

Das Drehbuch: 7 / 10
Die Regie: 8 / 10
Die Schauspieler: entfällt
Gesamtnote: 7 / 10

Verfügbarkeit:
Onward würde bei uns gerade in den Kinos laufen, wenn diese wegen der Corona-Krise nicht geschlossen worden wären. Nach der Krise kann man ihn dort dann wohl wieder ansehen. Im Juni dieses Jahres wird er dann auf DVD und Blu-ray veröffentlicht.

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