Meine Film-Flops im Januar

Der Februar ist bereits fünf Tage alt – etwas verspätet also hier die Zusammenfassung der weniger beglückenden Filmerlebnisse des Vormonats. Da ich in diesem Blog nur auf gute Filme näher eingehe, handle ich die anderen (erstaunlich wenige) in dieser Kolumne ab.

The Lighthouse (USA 2019) Ein stilistisch grandios durchkomponiertes, atmosphärisch unglaublich dichtes Werk um zwei knurrige Leuchtturmwärter, die auf einem einsamen Leuchtturm Dienst tun müssen, der am Rand der Hölle zu stehen scheint. Was zunächst dank grandioser Bilder und dichter Inszenierung fasziniert, wird zunehmend zermürbender und abstossender – eklige Details, eine permanent drückende Atmosphäre und die bis zuletzt nicht beantwortete Frage, was das Ganze eigentlich soll, vergällten mir das Vergnügen nach der ersten Hälfte gründlich.

Womit haben wir das verdient? (Eva Spreitzhofer, Oesterreich 2018) Die 16-jährige Tochter einer österreichischen Patchworkfamilie konvertiert zum Islam. Der Film beginnt als vielversprechende Gesellschafts- und Zeitgeist-Satire, flacht dann zunehmend ab und verschwindet vor lauter Niemandem-Wehtun-Wollen schliesslich im Nebel der Bedeutungs- und Belanglosigkeit. Trotz einiger durchaus guter komödiantischer Ansätze enttäuschend.

Two Rode Together (dt.: Zwei ritten zusammen; John Ford, USA 1961) James Stewart und Richard Widmark reiten ins gefährliche Comanche-Territorium mit dem Auftrag, Kinder, die von den Indianern vor Jahrzehnten verschleppt worden sind, zu ihren Familien zurückzuholen.
Ein interessantes Thema – doch was Meisterregisseur John Ford daraus macht, ist ein uneinheitlicher, wenig stringenter Genre-Mischmasch, der enttäuscht. Der Film beginnt als Komödie, wird dann zum kitischig über-inszenierten Drama, um zuletzt wieder zur Komödie zurückzukehren. Ford selbst nannte Two Rode Together, der für ihn ein lästiges Auftragswerk war, „the worst piece of crap I’ve made in twenty years.“ Da hat er wohl Recht gehabt.

Stage Struck (Allan Dwan, USA 1925) Eine Stummfilmkomödie mit der gloriosen Gloria Swanson (Sunset Blvd.); sie spielt eine Kellnerin, die in einer schäbigen Arbeiterkneipe vom Filmruhm als grosse Starschauspielerin träumt. Als am Hafen ein „Showboat“ anlegt, sieht sie ihre Chance kommen.
Ganz nett, aber mit 90 Minuten viel zu lang. Mit mehr inszenatorischem Tempo wäre dies ein lustiger kleiner Film geworden; leider ist er statt dessen langweilig und zähflüssig.

3 Comments

    1. Dass Du überall „nur Lob gelesen“ hast, weist darauf hin, dass Dir der Film nicht Bekannten oder Verwandten empfohlen wurde. Was die Kritiker meinen und was die ganz normalen Kinogänger (eigene Meinung vorausgesetzt) finden, das unterscheidet sich ja häufig. Für erstere scheint es wichtig zu sein, im „Wir-Gefühl“ zu baden, jedenfalls lese ich über bestimmte Filme in Zeitungen und Zeitschriften häufig ein und dieselbe Meinung – verfasst von verschiedenen Personen (und nicht nur über Filme!). Es wäre interessant, zu erfahren, was ein Nicht-Kritiker von diesem Film hält.
      Schau Dir den Film an – danach bin ich gespannt, was Du davon hältst…

      Liken

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