The Spider’s Web (dt.: Das Spinngewebe; England 1960)

England 1960
Mit Glynis Johns, Jack Hulbert, Peter Butterworth, Anton Rodgers, John Justin, Cicley Courtneidge, Wendy Turner, Ferdy Mayne u.a.
Drehbuch: Eldon Howard und Albert G. Miller nach dem Theaterstück von Agatha Christie
Regie: Godfrey Grayson
Dauer: 88 min.

Inhalt / Hintergrund:
The Spider’s Web ist ein britischer Spielfilm, der auf einem wenig bekannten Bühnenstück von Agatha Christie basiert, welches 1954 uraufgeführt wurde.
Im Zentrum steht die Dipolmatengattin Clarissa Halisham-Brown (Glynis Johns), deren Gatte Henry (John Justin) ankündigt, am Abend einen äusserst wichtigen dipolmatischen Besuch mitzubringen. Leider liegt am Nachmittag plötzlich eine Leiche hinter dem halisham-brown’schen Sofa: Es ist jene von Oliver, dem etwas zwielichtigen zweiten Ehemann von Henrys erster Frau.
Ohne Eile schmieden nun Clarissa und drei soeben eingetroffene Freunde des Hauses einen Plan, wo der Tote am unauffälligsten entsorgt werden könnte, bevor die Gäste eintreffen. Doch bevor dieser in Tat umgesetzt werden kann, begehrt die Polizei Einlass: Ein Unbekannter hätte auf dem Präsidium angerufen und von einem Mord im Wohnzimmer gesprochen.
In letzter Minute wird die Leiche im Haus versteckt, bevor unsere vier „Helden“ ins Kreuzverhör des freundlichen Inspektors Lord (Peter Butterworth) geraten, wobei sie sich, obwohl sie unschuldig sind, immer weiter in Widersprüche verheddern…

Der Film feierte 1961 auch im deutschsprachigen Raum seine Kinopremiere.

Mein Senf:
The Spider’s Web ist kein bedeutender Film; aber er ist so unterhaltsam, witzig und spannend, dass ich ihn hier gerne empfehle.
Obwohl Agatha Christie die Vorlage lieferte, geht es nicht in erster Linie drum, wer Oliver ermordet hat – obwohl auf dem Plakat marktschreierisch steht, man dürfe das Ende auf keinen Fall verraten. Das Hauptfragestellung des Films ist, ob und wie die vier Hauptverdächtigen aus der Sache, in die sie sich mit ihren widersprüchlichen Aussagen immer tiefer hineinreiten, wieder herauskommen. Sie mühen sie sich ab und machen sich immer verdächtiger, während sich der arme Chefinspektor mit erschütternden Tatsachen konfrontiert sieht – etwa jener, von einem allseits geachteten Friedensrichter (einer der vier Verdächtigen), nach Strich und Faden angelogen zu werden. Inspektor Lord lässt aber nicht locker, und so zieht sich das Netz immer enger über den vier Freunden zusammen.
Der Mörder wird am Schluss sozusagen nebenbei entlarvt.

Von Regisseur Godfrey Grayson ist heute wohl nur gerade dieser Film noch einigermassen bekannt. Seine anderen Regiearbeiten sind im Nebel der Vergessenheit versunken. Dabei geht er hier ziemlich geschickt zu Werke, der Film ist solide und wirkungsvoll inszeniert, das Timing passt hervorragend und die Schauspieler treffen den richtigen Ton in ihrem komischen Understatement.
Auch das Drehbuch/Theaterstück baut sehr schön auf den leicht exzentrischen Charakteren auf, welche das halisham-brown’sche Haus bevölkern. So ist beim Zuschauer von Beginn weg, als noch gar nichts passiert ist, nur aufgrund der Figurenkonstellation das Interesse geweckt.

Sowieso ist The Spider’s Web mehr Komödie als Krimi, was wahrscheinlich direkt auf die berühmte Verfasserin der Vorlage zurückzuführen ist. Und als solche kann sich der Film sehen lassen.

Veröffentlichung / Verfügbarkeit:
Trotz seines geringen Bekanntheitsgrades ist The Spider’s Web hierzulande auf Blu-ray und auf DVD erschienen. Auch zwei Streaming-Dienste haben ihn in ihr Programm aufgenommen.

Das Drehbuch: 8 / 10
Die Regie: 8 / 10
Die Schauspieler: 9 / 10
Gesamtnote: 8 / 10

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s