Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen (2018)

USA 2018
Mit Eddie Redmayne, Johnny Depp, Dan Fogler, Alison Sudol, Katherine Waterston, Jude Law u.a.
Drehbuch: J.K. Rowling
Regie: David Yates
Dauer: 134 min

Diesen Film hatte ich mit meiner Tochter, einer ausgewiesenen Harry-Potter Spezialistin, im Kino angeschaut – und ihr den Platz für die Rezension überlassen.

!!Spoiler-Alert!! in diesem Artikel wird über wichtige Details und Plots gesprochen.

Erst möchte ich sagen, dass ich ein grosser Fan von dem Harry Potter Universum bin und keineswegs despektierlich gegenüber Mitwirkenden dieses Films wirken möchte. Aber ich habe doch einiges zu sagen.

Fangen wir mit dem Guten an. Der Charakter des Grindelwald ist absolut überzeugend ausgearbeitet und man kann als Zuschauer bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, warum manche Zauberer und Hexen seinen Versprechungen verfallen und sich ihm gerne anschliessen möchten. Es ist nicht wie in den originalen Serien, wo Voldemort einfach böse ist und seine Anhänger sich ihm eigentlich vor allem aus Angst angeschlossen haben (mit Ausnahme von Bellatrix Lestrange). Tatsächlich ist es aber in Crimes of Grindelwald so, dass er die Zauberer und Hexen gewählt rekrutiert und diesen das Gefühl gibt, dass er die Welt besser machen kann. Das gibt mir als Zuschauer zu denken: Ob ich mich ihm auch angeschlossen hätte?

Allerdings bin ich mit der Wahl Johnny Depps als Grindelwald nicht wirklich zufrieden. Ich bin der Meinung, man hätte jemand besseren gefunden. Zum Beispiel hätte ich mir Tom Hiddleston (Loki in Thor) gut in dieser Rolle vorstellen können. Das hätte zwar vom Alter her nicht ganz gepasst, aber Johnny Depp ist auch 10 Jahre älter als Jude Law (was leider sehr auffällt).

Kommen wir zu all den Dingen, die mich gestört haben, unlogisch waren, oder einfach von der Chronologie nicht stimmen:

Schon die Anfangsszene ist viel zu lang und etwa zwei drittel dieser Szene tragen nichts zum weiteren Verlauf oder der Vorgeschichte des Films  bei. Die Flucht von Grindelwald hätte man meiner Meinung nach in ca. 3 Minuten abhandeln können und man hätte genau so viel verstanden wie jetzt.

Wir hatten es mit sehr vielen, unwichtigen Charakteren zu tun, von denen wir teilweise nicht einmal den Namen erfahren haben.

Einer dieser Charaktere ist Nagini. Kommt euch dieser Name bekannt vor? Natürlich! Es ist die Schlange von Voldemort! Wieso musste sie als Frau in einem Zirkus dargestellt werden, aber überhaupt nichts zur Handlung beitragen? Natürlich ist es ein Wiederekennungseffekt und zielt auf die Nostalgie der Fans, aber ich habe diesen Wink wirklich unnötig gefunden.

Die Kameraführung ist sehr unruhig, was mir teilweise fast Kopfschmerzen bereitet hat.

Wir haben eine Szene gesehen, welche sich in Hogwarts ca. 1929 abspielt. Dort kommt einer meiner Lieblingscharaktere aus den Originalen Serien vor: Minerva McGonagall. Allerdings hat eben diese laut einem Eintrag von J.K Rowling auf Pottermore den Jahrgang 1935 und unterrichtet seit 1959 in Hogwarts. Geht nicht wirklich auf, oder?

Auch sehen wir Albus Dumbledore (Jude Law) das Fach Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichten, während er laut den originalen Büchern eigentlich nur Transfiguration unterrichten sollte.
Der damalige Schulleiter von Hogwarts Armando Dippet wird mit keinem Wort erwähnt.

Am schlimmsten fand ich aber die etwa 3 – 4 verschiedenen Plot-Twists. Man meint immer, die Indentität von Credence Barebone (Ezra Miller) sei nun endlich aufgedeckt, aber nein, es kommt doch nochmal etwas anderes. So zum Beispiel die Szene in der Leta erzählt, sie hätte Credence auf einem sinkenden Schiff (Titanic?) gegen ihren schreienden Bruder eingetauscht. Dieser Ausgang währe für mich plausibel gewesen und man hätte darauf aufbauen können.
Doch anscheinend ist Credence der verlorene Bruder Dumbledores?? Was soll das bitte? Die Dumbledore Familie bestand immer aus Aberforth, Albus und der toten Ariana. Der Vater (Percival Dumbledore) starb in Askaban (so um 1890) und die Mutter (Kendra Dumbledore) kam bei einem von Ariana`s Anfällen ums Leben (ca. 1899). Dies bedeutet, dass Crendence – oder Aurelius – vor dieser Zeit geboren sein müssten. Dies kann aber gar nicht sein, da Leta Lestrange ihn ja angeblich als Baby auf dem Schiff vertauscht hat. Leta war dort etwa 8, maximal 10 Jahre alt (sie hat Jahrgang 1896). Das würde bedeuten, dass Credence ungefähr Jahrgang 1902 haben müsste. Aber da waren ja seine angeblichen Eltern bereits tot.
Total unlogisch also!

Meiner Meinung nach hätte man gesamt etwa 20-30 Minuten des Films wegschneiden (z.B Queenie sucht Jacob in Paris, oder die grosse Kampfszene) oder stattdessen Hintergrundinformationen zu einzelnen Charakteren einfügen können.

Ich muss aber noch anmerken, dass ich den Einsatz des bereits in den originalen Serien erwähnten Nicolas Flamel sehr amüsant fand.

Alles in allem denke ich, dass J.K Rowling es lieber bei den originalen Serien belassen oder sich wenigstens jemanden als co-Writer ins Boot geholt hätte.

Die Regie: 7 / 10 
Das Drehbuch:  4 / 10 
Die Schauspieler:  8 / 10 
Gesamtnote: 6 / 10

Verfügbarkeit:
Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald läuft zur Zeit in den Kinos.

 

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2 Comments

  1. Das habe ich schon von mehreren gehört, dass es einige Logikfallen gibt und das es im Grunde keine wirkliche Handlung gibt, welche die Geschichte brauchbar nach vorne bringt.

    Klingt leider irgendwie nach Popcornkino: Einmal anschauen und gut sein lassen.

    Liken

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