Florence Foster Jenkins – 2016

Ein aktueller Film:
FLORENCE FOSTER JENKINS

GB 2016
Mit Meryl Streep, Hugh Grant, Simon Helberg, Rebecca Ferguson, u.a.
Drehbuch: Nicholas Martin
Regie: Stephen Frears
Studio: Qwerty Films, Pathé Pictures International, BBC Films
Dauer: 111 min

Inhalt: Florence Foster Jenkins, eine reiche Musikliebhaberin, wurde im Amerika der Vierzigerjahre kurzzeitig bekannt als die „weltschlechteste Sängerin“. Sie mietete 1944 die renommierte Carnegie Hall in New York, um ein Konzert zu geben. Danach realisierte sie aufgrund der Kritiken, dass sie gar nicht singen kann. Stephen Frears‘ neuer Film erzählt die Vorgeschichte, welche zu diesem denkwürdigen und bis heute legendären Konzert führte.

Der Film:
Eigentlich ist es ein Wunder, dass die Filmwelt – immer auf der Suche nach verwertbarem Kinomaterial – bislang noch nicht auf Florence Foster Jenkins gestossen ist. Nun haben sich ihrer gleich zwei Filmteams angenommen, ein französisches (Marguerite; Xavier Giannoli, 2015) und ein englisches. Das englische Team hat aus Foster Jenkins‘ letzten Lebensjahren einen durchaus sehenswerten Film gefertigt, der sich voll und ganz auf die schauspielerischen Qualitäten seiner drei Hauptdarsteller stützt, ja, diese zu dessen eigentlichem Traggerüst macht. Florence Foster Jenkins lebt voll und ganz von Meryl Streep, Hugh Grant, Simon Helberg – und Stephen Frears‘ eleganter, funktionaler (jedoch recht gesichtsloser) Inszenierung.
Das Drehbuch allein vermag den Film nicht zur Gänze zu tragen. Es ist zwar handwerklich durchaus gekonnt verfasst, die Handlung ist dramaturgisch geschickt aufgebaut, mit Sinn sowohl für Komik als auch für feine Zwischentöne, die Figuren sind scharf gezeichnet – doch es bleibt oberflächlich und ziellos. Man weiss bis zuletzt nicht, was Florence Foster Jenkins eigentlich sein will: Eine Reflexion über die Kraft der Musik? Eine Glorifizierung der Mittelmässigkeit? Eine Geschichte über die Kraft der Liebe? Oder über die Macht des Geldes? Besagte Themen liegen alle etwas gar weit auseinander, trotzdem werden sie alle mehr oder weniger deutlich angeschnitten. Wirklich in die Tiefe verfolgt wird allerdings keines.
Also ist der Film „nur“ eine Biografie?
Gegen Letzteres spricht der Umstand, dass der Film sich viele Freiheiten in der Nacherzählung nimmt und dass er in einem der Realität bewusst leicht entrückten Stil inszeniert ist. Somit sind wir bei der Frage:

Lohnt sich der Film?
Wer sich ganz auf die schauspielerischen Leistungen konzentrieren und sich daran erfreuen kann, ja, wer starke Schauspielerleistungen höher gewichtet als filmisches Handwerk, der wird an Frears neuem Film seine Freude haben. Wer vom Kino mehr erwartet als schön gestaltete Oberflächlichkeit, kann sich Florence Foster Jenkins getrost schenken.

Wo finde ich ihn?
Florence Foster Jenkins läuft zur Zeit in den Kinos. Unbedingt empfohlen sei, sich wo möglich die englischsprachige Originalfassung anzusehen, da die Sprache einen grossen Teil der grandiosen schauspielerischen Leitungen ausmacht.
Später wird der Film auf DVD und Blu-ray erhältlich sein.

 

Advertisements

4 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s