Diese Woche gesehen… 9. bis 15. März

Seit Wochen liegt der Blog nun still – ich hatte zwei Wochen lang keinen einzigen Film gesehen, erst die letzten Tage hatte ich wieder etwas Zeit.
Zudem elaboriere ich wieder mal (oder: immer noch) an einer Blog-Neuausrichtung herum. Ich plane, hier Besprerchungen von wichtigen Klassikern und von heute vergessenen und entdeckungswürdigen US-Filmen fest ins Zentrum zu stellen. Aufgelockert mit Kurzbesprechungen von Gesehenem, wie in diesem Beitrag (siehe unten).

MICMACS A TIRE-LARIGOT (dt.: Micmacs – Uns gehört Paris!, Jean-Pierre Jeunet, Frankreich 2009; Blu-ray)
Bazil lebt mit einer Kugel im Kopf. Die hat er als zufälliger Beobachter einer Bandenschiesserei abbekommen. Als er herausfindet, dass die Kugel vom Rüstungskonzern des Industriellen de Fenouillet stammt, beschliesst er, sich an diesem zu rächen – und gleich auch noch am Konkurrenten de Fenouillets, welcher die Mine gebaut hat, der Bazils Vater einst zum Opfer gefallen war. Bazil plant, beide Rüstungschefs gegeneinander aufzuhetzen. Aus dieser ungewöhnlichen Ausgangslage fertigt Regisseur Jeunet (Delicatessen, Die wunderbare Welt der Amélie) ein verqueres Filmmärchen und bevölkert es mit skurrilen Figuren. Bazil findet nämlich auf dem Schrottplatz ein Häufchen Verbündeter, allesamt fantasiebegabte Spinner und Querköpfe, mit denen er mitten in Paris und mittels unglaublicher Ränke und Tricksereien in den „Krieg“ gegen die beiden Rüstungsmultis zieht. Das alles in schrägen Bildern und ver-rückten Kamerawinkeln, die als Vorbild Terry Gilliam suggereieren. Ein köstlicher Spass, der sich kaum um Konventionen und wenig um schlüssige Erzähltechnik schert.

BACK TO THE FUTURE (dt.: Zurück in die Zukunft; Robert Zemeckis, USA 1985; DVD)
Es immer wieder interessant, zu sehen, wie ein Film, den man in seiner Jugendzeit verehrt hat, im reiferen Alter ankommt. Dieser war eine leichte Enttäuschung. Zu gewollt und wenig subtil erschienen mir plötzlich die ganzen Anspielungen, Querverweise und Zeitkapriolen, die mir damals soviel Eindruck machten. Die Story ist gut, die Schauspieler alle auch – und doch: Man muss wohl jünger sein, um die Qualitäten dieses Films zu schätzen. Meine Teenies hatten bei der Erstsichtung jedenfalls einen Riesenspass daran – wie ich damals in ihrem Alter.

REMBRANDT (Alexander Korda, England 1936; DVD)
Dem Meistermimen Charles Laughton glaubt man auch den flämischen Maler – obwohl Laughtons Hang zum Deklamieren hier etwas viel Raum gegeben wird. Deklamieren tut er Zuckmayer, von dem das Drehbuch stammt, und das überzeugt vor allem durch seine Dialoge; Rembrandts Leben in eine schlüssige dramaturgische Form zu giessen gelingt dem Film allerdings weniger gut. So ist denn die Hauptattraktion des Film Laughton und seine erstaunliche Fähigkeit, sich von Film zu Film scheinbar in einen anderen Menschen zu verwandeln – und Kordas innovative Bildgestaltung, die teils den flämischen Malern nachempfunden ist. Die Erzählung schleppt sich dagegen recht schwerfällig vom Moment des Skandals um das Porträt der „Nachtwache“ bis zu Rembrandts Abstieg in die Vergessenheit dahin.

 

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