Stummfilm des Monats: September

Ich hatte mir das hehre Ziel gesetzt, in diesem Blog jede Woche einen Stummfilm vorzustellen, der auf DVD erhältlich ist.

Jede Woche eine Stummfilm-DVD kaufen – ein teures Unterfangen für Leute, die sich nicht ausschliesslich für Stummfilme interessieren. Aus diesem Grund werde ich nun jeden Monat, aus den hier vorgestellten Werken einen „Stummfilm des Monats“ küren – als Entscheidungshilfe für budgetknappe Interessierte.

Doch schon fangen die Probleme an: Soll sich diese Empfehlung nach filmgeschichtlichen Gesichtspunkten orientieren? Oder nach meinen persönlichen Präferenzen? Nach dem höchsten Unterhaltungswert?

Wie dem Dilemma entgehen?
Eine Empfehlung nach (film)-historischen Gesichtspunkten schliesse ich aus. Denn: Die filmhistorisch Interessierten kennen sich bereits bestens aus, ihnen braucht man keine Empfehlungen mehr zu servieren. Ich kann ihnen sowieso nicht viel bieten, da mich dieser Aspekt nur peripher interessiert. Für mich steht der Film als Erlebnis im Zentrum; ich möchte das hier nicht „verkopfen“, das wird, wie ich meine, eh‘ schon zuviel gemacht – von Cinéasten und Kritikern.

Ich gebe am besten und ehrlichsten eine persönlich gefärbte Empfehlung ab.
Überlegt habe ich mir noch, ob ich Empfehlungen für „Stummfilm-Einsteiger“ geben soll. Doch meine persönliche Präferenz läuft wahrscheinlich genau darauf hinaus, da ich mich selbst eher als Stummfilm-Novize denn als „Experte“ verstehe.

Also:

Die Filme des letzten Monats hiessen
-Gli ultimi giorni di Pompei (Mario Caserini, Italien 1913)
-Up in Mabel’s Room (E. Mason Hopper, USA 1926)
-The Jazz Singer (Alan Crosland, USA 1927)
-Assunta Spina (Franceca Bertini und Gustavo Serena, Italien 1915)
-La Bohème (King Vidor, USA 1926)

Meine Stummfilm-Empfehlung des Monats:
La Bohème (Klick auf den Titel führt zur Besprechung)
Dieser wunderschöne, kaum bekannte Film von King Vidor liegt in einer DVD-Ausgabe mit einer absolut gelungenen musikalische Begleitung vor, die hervorragend zum Film passt und ihn so richtig zur Geltung bringt. Ein Glücksfall!
La Bohème
ist ein atmosphärisch sehr dichter, mitreissender, bisweilen ergreifender Film, der aber immer wieder durch komödiantische Tupfer aufgehellt wird. Zudem kann man hier sehr schön die Bedeutung und die Aussagekraft des Bildes im Stummfilm sehen und mit Lillian Gish und John Gilbert zwei der besten Stummfilm-Akteure bewundern. Eine lohnende Entdeckung!

Advertisements

4 Kommentare

  1. Ach, diese hehren Ziele! Da ich mittlerweile bereits King Vidor mit Charles Vidor verwechsle (ist wirklich wahr), wird es wohl langsam Zeit, mir als hehres Ziel eine Bloggerpause zu setzen. 😉

  2. Solange Du ihn nicht mit Charles-Marie Widor velwechserst…
    Nun ärgere ich mich aber, weil ich mit meiner Empfehlung offenbar zu Deiner Entscheidung für die Bloggerpause beigetragen habe. Hehr hin oder her…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s