GLI ULTIMI GIORNI DI POMPEI (1913)

Italien 1913
Mit: Fernanda Negri Pouget, Eugenia Tettoni Fior, Ubaldo Stefani
Regie: Mario Caserini
Dauer: 88 Minuten

Im Mittelpunkt des Geschehenes steht die junge blinde Sklavin Nidia. Sie wird sehr überzeugend von Fernanda Negri Pouget dargestellt. Trotz ihrer Blindheit kommt sie sehr gut mit ihrem Leben zurecht. Nidia wird von Glaucus einem wohlhabenden Patrizier gekauft. Darüber ist sie sehr glücklich, denn sie liebt Glaucus heimlich, was sie aber ihrer Stellung gemäß nur sehr verhalten zum Ausdruck bringen darf. Glaucus liebt Jone, eine schöne junge Frau seines Standes und Arbace, ein ägyptischer Hohepriester der Isis liebt Jone ebenfalls und will sie um jeden Preis gewinnen. Nun ist das Karussell der Intrigen gebaut und die Umsetzung kann beginnen.

Zuerst beginnt Arbace mit seinen eigenen Methoden. Er lässt die angebliche Untreue von Glaucus mittels suggestiver Bilder als Wirklichkeit erscheinen. Damit hat er jedoch keinen Erfolg bei Jone und daher verschafft er sich bei der Vesuv Hexe einen Zaubertrank, der einen Menschen zu einem Geisteskranken machen soll.
Nidia beichtet ihren großen Liebeskummer bei Arbace und dieser benutzt sie als Überbringerin des Trankes an Glaucus. Der Trank tut seine Wirkung und Glaucus verliert seinen Verstand und seine Erinnerungen und Arbace schiebt ihm auch gleich noch einen Mord unter, nach dem Motto ‘doppelt hält besser’. Der Senat und das Volk glauben Arbace und Glaucus soll den Löwen vorgeworfen werden. Die zutiefst unglückliche Nidia, die Arbaces Machenschaften durchschaut hat, wird in das Verlies des Tempels gesperrt. Sie kann jedoch ihren Wächter überlisten und flieht, um Hilfe für Glaucus zu holen und diese erfolgt auch prompt durch seinen Freund Claudius. Glaucus wird in letzter Minute gerettet. Die Rettung ist nur von kurzer Dauer da gleich darauf die Katastrophe über Pompeji hereinbricht. Durch diesen Schock gewinnt jedoch Glaucus sein Gedächtnis wieder.

Es ist der alles zerstörende Ausbruch des Vesuv. Diese Szenen werden sehr überzeugend und in beeindruckenden Bildern dargestellt. Teilweise sind diese widersprüchlich, den sie zeigen das Grauen in einer sehr schönen Bildersprache. Nicht in Bezug auf den Menschen, sondern auf die Natur. Man sieht zum Beispiel einen schönen starken Baum, der vom Rauch eingehüllt wird um dann das Opfer der Flammen zu werden.
In der nun herrschenden Finsternis sieht die blinde Nidia besser als die Sehenden und sie führt Jone und Glaucus sicher durch alle Gefahren und an den einstürzenden Trümmern vorbei und hinaus aus der von Lava und Asche zerstörten Stadt zu dem rettenden Hafen. Nachdem Jone und Glaucus in Sicherheit sind, stößt Nidia das Boot ins Meer. Die blinde Frau hat ihre Tat der Liebe vollbracht, jetzt sucht sie nichts als ihren Frieden in der endlosen Weite des Meeres.

Die literarische Vorlage stammt von Edward Bulwer-Lytton, der im 19. Jahrhundert ein sehr erfolgreicher Dichter war. Heute sind nur noch wenige seiner Werke bekannt, wie z.B. der Esoterik Klassiker Zanoni und natürlich das diesem Film als Vorlage dienende Buch.
Der Ausbruch des Vesuv erfolgte im Jahre 79 nach Christus.
Der italienische Stummfilm ( ca.1903 – ca.1920) widmete sich vor allem historischen Themen aus der altrömischen Geschichte, der bekannteste unter diesen Filmen ist der Monumentalfilm ‘Cabiria’ von 1914. Auch ‘Gli ultimi giorni di Pompeii’ war ein sehr erfolgreicher Film, der bereits 1908 zum ersten Mal verfilmt wurde, die zweite Verfilmung ist die hier beschriebene.
Maria

Die DVD Ausgabe: Die Bildqualität ist gut, leider tritt gegen Ende des Films ein stärkeres Flimmern auf.

Die Musikbegleitung: Die Klaviermusik ist arrangiert von Beatrice Jona Affron und wird gespielt von Martha Koeneman.

Regionalcode: 0

Bestellung: Der Film ist bei Kino International (USA) erschienen und erhältlich unter anderem bei Amazon.com.
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2 Kommentare

  1. Gestatte mit in diesem Zusammenhang die Frage, ob der ausgewählten Farbe bei Viragierungen im Stummfilm schon eine bestimmte Bedeutung zukam (das Rot könnte hier auf Gewalt qua Naturgewalt hinweisen). Ich weiss, dass dies etwa bei Samurai-Filmen der Fall ist, interessiere mich aber dafür, weil ich bei Gelegenheit über einen s/w-Tonfilm schreiben will, bei dem ein allmächtiger Produzent auch eine Einfärbung der letzten Szenen durchsetzte.

  2. Meines Wissen kam der gewählten Farbe tatsächlich eine (grobe) Bedeutung zu. So wurde für Nachtaufnahmen oft blau gewählt, für Aussenaufnahmen grün, innen war oft orange usw.
    An anderer Stelle wird behauptet, die Farbe hätte damals dazu gedient, den Kontrast zu verbessern.

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