FAUST – EINE DEUTSCHE VOLKSSAGE (1926)

Deutschland 1926
Mit: Gösta Ekman, Emil Jannings, Camilla Horn, Wilhelm Dieterle
Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
Dauer: 110 Minuten

Mein ist die Erde, spricht Mephisto. Aber der Erzengel Michael ist damit nicht einverstanden und entgegnet ihm: Nie wird die Erde dein sein. Der Mensch ist gut. Sein Geist strebt nach der Wahrheit.
Dem Bösen widersteht kein Mensch, entgegnet ihm Mephisto und darauf erwidert ihm der Erzengel: Sieh dir nur den Faust an, seine Seele strebt nach dem Höchsten und wenn du sie gewinnst, so ist die Erde dein.

Nach diesem apokalyptischen Pakt, fängt der Schrecken auch sogleich an. Aufgetan haben sich die Pforten der Finsternis und die Stadt wird von der Pest heimgesucht, die Menschen sterben dahin wie die Fliegen und so sehr sich Faust auch bemüht, er findet kein Heilmittel um der Not Einhalt zu gebieten. Wir sind verloren und es hilft kein Glaube und kein Wissen, alles ist Lüge…und darauf wendet er sich in seiner Hoffnungslosigkeit von Gott ab und verbrennt seine Bücher, nur eines wird nicht das Opfer der Flammen. Das Beschwörungsbuch, um die Macht über die bösen Dämonen und ihrem obersten Fürsten zu erlangen.

In seiner Verzweiflung macht sich Faust auf, um im Kreuzungspunkt zweier Wege die Beschwörung zu vollziehen. Aber zuvor findet noch ein Kampf in Fausts Seele statt, die sich dagegen sträubt mit Mephisto einen Pakt zu schließen, aber dann willigt er doch ein, um für einen Tag ein Bündnis mit seinem Blut zu besiegeln. Denn angesichts des großen Elends, dass die Menschen heimgesucht, scheint ihm der Pakt mit Mephisto die einzige Rettung zu sein.
Jetzt besitzt Faust das rettende Elixier, aber was hilft es ihm ? Die Menschen liegen im Sterben mit einem Kreuz auf der Brust, er aber kann sich dem Kreuz nicht mehr nähern. So geht bald die Kunde, dass Faust mit dem Teufel im Bunde sei und die Menschen wollen ihn steinigen, aber Mephisto bewahrt ihn davor.

Ach, du armseliger Mensch warum suchst du jetzt von eigener Hand den Tod, du hast noch nicht einmal gelebt, dein Leben war nur Bücherstaub und Moder. Genuss ist alles! Jetzt hält ihm Mephisto das Bildnis seiner Jugend vor Augen und da keimt neues Leben in ihm und mit dem Leben keimen Wünsche. Raus aus der Bücherstube und hinein ins volle Leben und damit ist der Pakt endgültig besiegelt.

Faust fliegt von Blüte zu Blüte und kostet das Leben gründlich aus. Von Rausch zu Rausch, ein Taumel ohnegleichen. Doch nichts befriedigt ihn. Dann sieht er seine Heimatstadt vor seinem Blicke und Gretchen. Sie ist es, die er begehrt und nun nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Nachdem sie ihr Liebesglück durch kostet und Mephisto ihren Bruder Valentin getötet hat und Gretchens Mutter ob der Schrecken ist gestorben, muss Faust eiligst wieder fliehen.

Zurück bleibt das unglückliche Gretchen. Sie wird an den Pranger gestellt, wegen des Mordes an ihrem Bruder, den ihr Geliebter getötet haben soll, so berichten es zumindest einige und muss ihr Heim verlassen und auf der Landstraße dahinziehen. Als dann im Winter ihr Kind geboren wird, kann sie ihm keine warme Zuflucht bieten und keinen Schutz. Sie wird von Tür zu Tür gewiesen und jeder stößt sie von sich fort. So muss Gretchen hilflos mitansehen, wie ihr Baby in der Eises Kälte stirbt.

Als sie dann auf dem Stroh im Gefängnis endet, wiegt sie noch immer ihr „Baby“ in ihren Armen. Aber zwischendurch sieht Gretchen klar und deutlich ihre Lage, dass sie von den Menschen und der Kirche verstoßen ist und nur noch der Scheiterhaufen auf sie wartet. In ihrer Verzweiflung schreit sie aus vollem Herzen um Hilfe nach Faust und obwohl er weit von ihr entfernt weilt, hört er ihren Hilferuf und eilt herbei um sein Gretchen zu retten, doch die Hilfe kommt zu spät. Da für Mephisto nun alles verloren ist, verwandelt er Faust zurück in den alten Mann, der er einst gewesen ist und all sein ohnmächtig Bemühen Gretchen zu retten ist vergebens, er kann nur noch mit ihr auf dem Scheiterhaufen sterben. Doch bei ihrem  Tod erhält er seine Jugend wieder und einander umarmend verlöschen sie in den Flammen, nur ihre Liebe verlöscht nicht.

Am Ende steht Mephisto wieder vor dem Erzengel Michael und dieser spricht: Ein Wort nur macht unsern Pakt zunichte!
Und wie heißt dieses Wort, fragt Mephisto.
Der Erzengel Michael antwortet ihm: Das Wort das jauchzend durch die Schöpfung schallt und jeden Schmerz und Kummer stillt und alle Menschenschuld versühnt, das ewige Wort und du kennst es nicht. Nun sag schon drängt Mephisto, wie heißt das Wort?
Liebe.

Der Film hat eine sehr gewaltige Bildersprache, der man sich nicht entziehen kann und ich konnte es nicht vermeiden, in einen nostalgischen Schreibstil zu verfallen. Die literarische Vorlage ist verwoben mit Motiven aus dem Volksbuch der Historia des Doktor Johann Fausten und Dramatisierungen von Christopher Marlowe und J.W.von Goethe.
Als das bedeutendste Werk von Murnau gilt ‘Nosferatu’ zusammen mit ‘Der letzte Mann’ und ‘Sunrise’. Allerdings ist ‘Sunrise’ etwas umstritten, da die Stadtfrau in den Augen mancher als ‘Vamp’ dargestellt wird. Diese Ansicht teile ich nicht, da Murnau in ‘City Girl’ eine sehr sympathische Städterin in den Mittelpunkt des Films gestellt hat. Ich persönlich zähle ‘Faust’ zu seinen besten Werken, nicht nur wegen des Inhalts, sondern auch wegen der Intensität der Darstellung.
Maria

Die DVD Ausgabe: Die Bildqualität ist sehr gut, restauriert von der Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung. Die DVD enthält drei Fassungen, zwei Original – Fassungen mit deutschen Zwischentiteln, aber mit unterschiedlicher Musikbegleitung und eine Exportfassung mit englischen Zwischentiteln.

Die Musikbegleitung: Die erste von den zwei Original Fassungen enthält eine Orchesterbegleitung von Timothy Brock, die andere Fassung enthält eine Musikbegleitung von Stan Ambrose für Harfe.

Regionalcode: 0

Bestellung: Die DVD ist bei Eureka in der Masters of Cinema Reihe erschienen. Erhältlich bei Amazon.co.uk und bei Amazon.de
Für Preisvergleiche, evtl. preisgünstigere Angebote und andere Fragen im Zusammenhang mit DVD-Bestellungen aus dem Ausland siehe auch die Tipps zur DVD-Bestellung im Ausland.

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2 Kommentare

  1. Diese Faustverfilmung ist in meinen Augen selbst heute absolut unübertroffen. Habe selten eine so beeindruckende Geschichte auf Film gesehen wie diese – die Tricks, die sie damals angewandt haben sind sensationell, vor allem für die damalige Zeit.

    Ich bin selber großer Stummfilm-Fan und habe Deinen Blog über einen Blogger-Kumpel entdeckt – und werde jetzt öfter vorbei schauen!

    LG Kipet

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