LIMOUSINE LOVE (1928)

USA 1928
Mit Charley Chase, Edgar Kennedy, Viola Richard u.a.
Regie: Fred Guiol
Dauer: 20 min

Von Charley Chase haben wir auch schon lage nichts mehr gehört. Gestern habe ich einen seiner allerschönsten Kurzfilme wiedergeschaut: Limousine Love, der meiner Ansicht nach zu den besten Kurzfilmshorts der Stummfilmzeit gehört.

Chase spielt darin einen Bräutigam, der auf dem Weg zur Hochzeit mit einigen verkehrstechnischen Widrigkeiten konfrontiert ist. Als Folge einer dieser Widrigkeiten sitzt plötzlich und zunächst unbemerkt eine nackte Dame (Viola Richards) auf dem Rücksitz seines Wagens. Hört sich seltsam an, ich weiss, wird aber im Film völlig logisch hergeleitet.

Zu allem Überfluss gesellt sich auch noch deren Ehemann (Edgar Kennedy) zu Charley auf den Beifahrersitz, freilich ohne zunächst von der pikanten Fracht zu wissen.

Soweit die Exposition – das eigentliche Glanzstück folgt jetzt: Charley wagt mit besagter Fracht nicht, bei der wartenden Hochzeitsgesellschaft anzuhalten und tut so, als wären seine Bremsen kaputt. Immer mehr der geladenen, befrackten männlichen Hochzeitsgäste springen im Bestreben, zu helfen auf das ständig um den Block kreisende Gefährt auf, zuletzt auch der Schwiegerpapa. Alle erkennen Charleys Dilemma und versuchen, ihm zu helfen. So wird zunächst der Schwindel mit der kaputten Bremse aufrecht erhalten und fröhlich weitergekreist – bis die Braut selbst eingreifen will. Nun ist die befrackte Helferequippe gefordert, und es kommt zu immer komischeren “Hilfsaktionen”.

Der Clou dieses Films liegt eindeutig in der Ausführung. Nur schon die Choreografie der befrackten Männerschar ist von unüberbietbarer Komik. Die Art, wie die Truppe eng aneinandergedrängt (das – oder besser: der “corpus delicti” ist in ihrer Mitte verborgen)  hinter dem Hochzeitspaar hertrippelt, lässt die Vermutung aufkommen, die Szene hätte John Cleese Pate für seinen berühmten Silly Walk gestanden. Aber auch der Ideenreichtum bezüglich der Hindernisse, auf die der “Herrenclub” auf seinem schwierigen Gang stösst, hat es in sich.

Ein typischer Chase-Film, der zusammen mit Mighty Like a Moose und His Wooden Wedding zum besten gehört, was dieser heute weitgehend unbekannte Komödiant geschaffen hat und was das Hal Roach Studio je verlassen hat.

Die DVD-Ausgabe: Der Film wird in sehr gutem Digitaltransfer präsentiert, die Bildqualität ist sehr gut. Leider fehlen im zweiten Drittel einige Szenen, ausgerechnet im amüsantesten Teil des Films.

Die Musikbegleitung besteht aus einer Kompilation von Tunes aus dem Hal Roach-Studio. Effektiv und gut ausgewählt.

Regionalcode 2

Bestellung: Der Kurzfilm befindet sich auf einer Laurel & Hardy-DVD von Kinowelt, die ab 15. März erhältlich sein wird: Hier klicken. Und für eine Bestellung in der Schweiz hier. Für Preisvergleiche, evtl. preisgünstigere Angebote siehe auch die Tipps zur DVD-Bestellung im Ausland.

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